12.5.2019 – Familientag

Heute waren die Störche erstmals wieder zu Zweit zu beobachten. Den ganzen Vormittag verbrachten sie zusammen auf dem Nest, nachdem sie die halbe Nacht ebenfalls gemeinsam auf dem Horst geschlafen hatten.

 

Früh um sechs Uhr wurde Herr Storch abgelöst.

 

Wenig später waren beide Störche auf dem Nest zu beobachten.

 

Den Vormittag über wechselten sich beide Tiere immer nach sehr kurzen Brutphasen ab und waren die meiste Zeit zusammen auf dem Nest zu sehen.

 

Dabei werkelten sie gemeinsam an der Nestumrandung. Herr Storch hatte vor längerer Zeit einen Stock ins Nest gebracht, der noch nicht richtig passt und den die Tiere immer wieder beim Wickel haben. Dieser ist im Winkel von 90 Grad gebogen und beide Tiere machten sich gleichzeitig an ihm zu schaffen. Drückte Herr Storch seine Seite auf den Boden, kippte das Stockende bei Frau Storch nach oben.

 

Die Störche drückten jeder ihre Seite wechselseitig nach unten, sodass er auf der gegenüberliegende Seite nach oben stieß. Herr Storch hatte das Hin und Her irgendwann satt, schüttelte den Kopf, ließ den Stock los und machte sich auf der anderen Nestseite zu schaffen.

 

Die Störchin lag den Vormittag auf den Eiern und Herr Storch war ab und an verschwunden. Aber nur für wenige Minuten. Meist holte er frisches Gras oder drehte eine kurze Flugrunde, um seiner Gattin anschließend wieder Gesellschaft zu leisten.

Dadurch waren die Störche am Vormittag häufig zusammen im Nest zu beobachten.

Unliebsame Besucher

Ab 14 Uhr übernahm die Störchin den Nachmittagsdienst. Kurz zuvor fürchtete Herr Storch einen Angriff auf das Nest. Er hatte einen Punkt am Himmel fixiert und ließ diesen nicht aus den Augen. Dann legte er den Kopf schief und anschließend ganz flach auf den Körper, um sich dem Nestboden anzupassen und unscheinbarer zu wirken.

 

Sofort tauchte die Störchin auf und es gab wieder ein Klapperkonzert. Beide Störche fuchtelten derart mit den Schwingen, dass sie sich beinahe selbst vom Nest geschubst hätten.

 

Beim Blick vom zweiten Nest kann man einen weiteren Storch erkennen, der der Auslöser der Verteidigungsattacke war. Er segelte in sehr großer Höhe über dem Nest und war überhaupt  keine unmittelbare Gefahr. Aber besser gleich zeigen, wer der Hausherr ist, als sich später direkt mit diesem auseinandersetzen müssen.

 

Die Störchin lag anschließend bis in die Abendstunden auf den Eiern und nutzte den friedlichen und sonnigen Nachmittag zur ausgiebigen Gefiederpflege. Diese Ruhephasen sind vorbei, sobald die Küken geschlüpft sind und wirklich vier Jungtiere herangezogen werden. Darum noch ein wenig Sonne tanken und ein wenig dösen und die Schäfchenwolken beobachten. Vielleicht teilen sich die beiden heute Nacht wieder das Nest und lassen den Tag als Familie ausklingen 🙂

 

Kurz vor halb neun hatte Herr Storch die Eier übernommen und wurde gleich darauf aufgeschreckt. Die Störchin war wieder im Anflug auf das Nest und hatte einen fremden Storch im Schlepptau. Unser Fremder war schon die letzten Male aufgetaucht, indem er der Störchin gefolgt war. Er hatte aber keine Angriffspläne, sondern flog geradlinig weiter, während sich die Störchin auf dem Horst niederließ und mit ihrem Gatten empört klapperte. Wünschen wir den beiden eine entspannte Muttertagsnacht :).

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