Es geht in die Luft und in andere Nester, denn die Küken haben das Fliegen entdeckt. Nicht alle, aber zwei der Jungen sind jetzt ebenfalls unterwegs und auch zum Schlafen waren nicht alle Tiere nach ihrem Umzug in die weite Welt (des Gartens) wieder zu Hause.
Früh um halb neun versammelte sich Szofis Familie fast vollständig im Nest, denn Mama brachte Futter. Es ist zwar schön, wenn man sich den ganzen Tag mit der Futtersuche beschäftigen kann, aber bedient zu werden, ist viel besser.
Eines der Küken aus dem anderen Nest schien noch schlafen zu wollen, während die anderen drei interessiert das Nachbarnest im Blick hatten.
Bis auf ein Jungtier hatte sich das große Nest nach dem Frühstück geleert und mit vollem Magen muss man ja nicht auf Futtersuche gehen. Tante Gans war auch weit und breit nicht zu sehen, daher konnte man getrost auf dem Nest bleiben.
Sonnenbaden im Storchennest – die vier jüngeren Küken hatten sich niedergelassen und ließen sich von der Sonne verwöhnen. Da sich immer wieder Wolken vor die Sonne schoben, war das Wetter heute warm, aber erträglich.
Und wenn man einfach hinüberflattert??
Das andere Nest war leer und eines der Jungtiere machte einen langen Hals. Man könnte doch dort hinüberhopsen und hätte das Nest für Flugübungen ganz für sich…
Das musste aber gut überlegt werden und das wiederum braucht Zeit.
Huch, da kam Tante Gans. Wollte sie die vier Jungtiere jetzt auf Trab bringen, damit diese ebenfalls vom Nest flogen? Das Vorhaben klappte nicht wie geplant, denn die vier Störche auf dem Nest ließen sich von Tante Gans nicht stören.
Um 13:17 Uhr war es dann soweit. Erst wurden die Füße gebadet, damit sie ordentlich sauber waren.
Dann lief das eine Jungtier zügig und selbstbewusst an den Nestrand, breitete die Flügel aus und flatterte in die Höhe, um gleich darauf auf der Wiese zu landen.
Umzug geschafft! Zuerst hopste der kleine Storch umher, denn den Wiesenboden hatte er ja noch nie unter den Füßen gespürt.
Doch dann sauste er ausgelassen umher und die Freude über seinen Abflug war deutlich zu sehen. Auch Junior flitzte damals freudestrahlend mit geöffneten Flügel durch das zweite Nest, als er seinen ersten Flug zwischen beiden Nestern absolviert hatte.
Ja, und wie kommst du nun wieder ins Nest? Das schienen die Blicke der drei anderen Störche zu fragen, die zu ihrem Nestgenossen auf die Wiese hinuntersahen.
Das schien der kleine Storch auch nicht recht zu wissen, aber zuerst wollte er ohnehin seine Freiheit auskosten.
Während sich jetzt nur noch drei Küken des Nest teilen mussten, war Storch Nummer vier eine Weile nicht zu sehen. Doch dann kam er aus dem Nichts angeflogen und landete im Nest, als ob es das Normalste der Welt sei.
Das Quartett war wieder vereint und schon standen zwei Störche gleichzeitig im Wasserkasten. Gut, dass die Tiere immer saubere Füße haben. Und was das Trinkwasser angeht – Dreck reinigt bekanntlich den Magen.
Kinder, das ist mir hier zu voll!
Kurz vor 15 Uhr entschied der Ausflügler, dass ihm das Nest zu voll sei und ein Umzug stand an. Kurzerhand breitete er die Flügel aus und begab sich auf die große Wiese, wo er definitiv mehr Auslauf hatte.
Während die drei anderen Storchenkinder im Nest standen, marschierte unser Ausflügler auf der Wiese um das Nest herum. Bei seinem ersten Ausflug hatte er sich sofort ein Stöckchen geangelt und war ganz stolz damit umhergelaufen. Jetzt umrundete er fröhlich das Nest.
Eine Dreiviertelstunde später hatte der kleine Storch die Wiese ausreichend erkundet und gesellte sich wieder zu seiner Gruppe auf das Nest.
Um halb sechs war der kleine Storch wieder abflugbereit. Doch jetzt sollte es um einen anderen Storch gehen. Eines der anderen Jungtiere stand schon eine ganze Weile bewegungslos am Nestrand und starrte zum anderen Nest hinüber. Ganz plötzlich stieß sich dieser Storch vom Nestrand ab und flatterte in Szofis Nest, das gerade leer war.
Drüben angekommen inspizierte das Storchenkind das Nest, das natürlich viel mehr Bewegungsfreiheit bot.
Während der Jungstorch mit seinem vorübergehenden Umzug zufrieden war, begannen zwei der zurückgebliebenen drei Tiere flügelschlagend durch das Nest zu hüpfen und sich gegenseitig über den Haufen zu rennen. Denn auch sie wollten jetzt endlich das Nest verlassen und sich auswärts umsehen.
Und siehe da, kurz vor halb sechs erhob sich das nächste Storchenkind in die Lüfte. Dieses Tier flatterte sogleich in die Höhe und kümmerte sich nicht um die Wiese, sondern wollte gleich hoch hinaus.
“Fliegt ihr mal alle los, dann kann ich in Ruhe baden gehen.”
Die Nester leeren sich
In der Nacht zeigte es sich, dass Szofi und Macus alleine in ihrem Nest übernachteten. Im anderen Nest kuschelten drei der vier Küken, eines hatte sich anscheinend ein Hausdach gesucht, um die Höhenluft zu genießen.
Schauen wir mal, ob sich heute auch die beiden anderen Jungtiere entscheiden, den Sprung vom Nest zu wagen oder ob sie einen Umzug planen und Szofis großes Nest nutzen, um sich etwas zu verteilen.
Bis dahin wünschen wir eine gute Nacht. Schlaft schön.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ









































