12.07.2020 – Junior verteidigt den Horst und verjagt den “Feind”

Das Frühstück wurde heute um halb sechs von Ben ins Nest gebracht und nur eine Viertelstunde später landete auch Lilly beim Küken. Bei ihr musste Junior etwas nachhelfen, denn die Störchin wollte Junior anscheinend nur einen kurzen Besuch abstatten.

 

 

 

 

 

 

Der blaue Himmel ließ auf einen sommerlichen Tag hoffen und Junior absolvierte um sechs Uhr seinen ersten Frühsport. Anschließend stromerte er durch das Nest und war auf der Suche nach unentdeckten Futterbrocken.

 

 

 

 

Bis acht Uhr tat sich nichts weiter auf dem Nest. Also nutzte Junior die Freifläche für Start- und Landeübungen. Die sollte er ohnehin nur machen, wenn kein Alttier im Nest war, damit er diesem nicht versehentlich auf den Rücken oder die Füße sprang.

 

 

Was ist denn das?

Was hatte Junior denn hier für ein Problem? Saß ein Gewölle quer in seinem Hals? Musste er herzhaft gähnen? Oder schimpfte er mit jemandem auf der Wiese?

Nichts dergleichen. smile Es handelt sich einfach um eine Momentaufnahme, als Junior etwas Fressbares fand und den Schnabel aufsperrte, um das Futter im Flug aufzufangen. smile

 

 

Um halb zehn bekam Junior wieder Besuch. Lilly brachte den Vormittagsimbiss und leistete Junior knapp zehn Minuten Gesellschaft. Dass das Küken den Vormittag über trotzdem nicht alleine war, zeigt ein Blick von der zweiten Kamera.

 

 

 

 

 

 

 

Der Morgen auf dem zweiten Nest:

Um 7:45 Uhr sitzt eines der Alttiere auf der Kamera und bewacht Junior.

 

 

Kurz vor acht Uhr steht Ben auf dem zweiten Nest und hat neben der Gefiederpflege auch das Küken im Blick.

 

 

Um 8:16 füttert Lilly ihren Nachwuchs und Ben beobachtet das Geschehen von seinem Standort aus.

 

 

9:41 Uhr: Junior wird von der Kamera aus bewacht.

 

 

 

10:42 Uhr: Lilly hält vom zweiten Nest aus Wache.

 

 

Zwischendurch kann man schon ein Nickerchen machen. Junior würde ganz sicher laut klappern, wenn Gefahr im Anflug wäre.

 

 

 

Kurz nach 12 Uhr: Ben hält sich beim Küken auf und Lilly genießt die Mittagspause.

 

 

 

Perspektivwechsel

Der Blick ins erste Nest zeigt um halb elf, dass Ben beim Küken gelandet ist, um Futter abzuladen. Heute gab es zwar weniger Kuschelstunden, aber die Eltern tauchten regelmäßig auf, um den Bauch des Kükens zu füllen.

 

 

 

 

Die Raubtierfütterung dauerte knapp zehn Minuten, dann saß Junior wieder alleine auf dem Horst. Und da die Unterhaltungsmöglichkeiten begrenzt sind, widmete er sich nun seinen Flugübungen. Plötzlich brach er diese ab, nahm ein Stöckchen in den Schnabel und stand andächtig still. Der Zusammenhang zwischen dem Fliegen und einem Stock im Schnabel lässt sich auf Anhieb nicht verstehen, aber Junior wird sich schon etwas dabei gedacht haben. smile

 

 

 

 

Möglicherweise wurde sein Nestbauinstinkt unterbrochen, weil er in der Ferne Ben wahrgenommen hatte, der auf direktem Anflugkurs war. Da kann einem vor Aufregung schon etwas aus dem Schnabel fallen.

 

 

Unruhe im Nest

Ben landete sogar auf dem ersten Nest, brachte Futter und richtete sich für eine Weile häuslich ein. Auffällig war, dass die Tiere heute sehr unruhig waren. Ben legte ständig den Kopf schief und klapperte vor sich hin, obwohl nichts Feindliches zu sehen war. Junior übernahm Bens Verhalten und bald waren beide Störche dabei, ständig die Köpfe in alle Richtungen zu drehen.

 

 

 

 

 

“Entschuldigung! (Aber du liegst im Weg!)”

Bei seinen nachmittäglichen Flugübungen landete Junior erneut auf Bens Rücken. Was liegt der Storchenpapa aber auch mitten im Nest herum, wo sein Nachwuchs das Fliegen üben muss? Ben nahm es anscheinend mit Humor, denn er rührte sich nicht von der Stelle. Mit Mama wäre das nicht so glimpflich abgelaufen, aber die Störchin tauchte erst um 14 Uhr im Nest auf. Und da hatte das Küken gerade Flugpause.

 

 

 

Lilly wurde ebenfalls von dem Verfolgungsinstinkt angesteckt und bald standen beide Alttiere klappernd im Nest. Junior störte sich nicht daran, solange ein Alttier blieb, war alles gut.

 

 

 

 

 

 

“Ich schaff das (irgendwann)!”

 

 

 

Ben flog aus und Lilly blieb bis halb vier. Dann wechselte der Wachdienst, aber Lilly war in der Nähe geblieben. Nur zwei Minuten später tauchte auch sie wieder auf dem Nest auf und klapperte mit Ben um die Wette.

 

 

 

 

 

Junior wurde schnell versorgt, dann flogen beide Störche vom Nest und wollten anscheinend auskundschaften, was sie in Aufregung versetzt hatte.

 

 

 

“Kann jemand mal Wasser vorbeibringen??”

Bis zum Abend war Junior alleine auf dem Nest und obwohl sich der Himmel zugezogen hatte, war es sehr warm geworden. Das Küken hätte sich über eine Erfrischung gefreut, aber den späten Nachmittag über verirrte sich kein Alttier auf seinen Horst.

 

 

Um halb sieben tauchte Lilly auf, die zuerst Wasser für ihren Nachwuchs brachte. Auch diesmal ergoss sich eine gelbliche Brühe über das Küken, das sich an der Farbe wenig störte, solange es sich um Flüssigkeit handelte. Richtig weiß wird unser Küken nach der neuerlichen Färbeprozedur wohl nicht mehr. Dann braucht es auch nicht beringt zu werden, denn mit seiner neuen Farbe ist dieser Storch ein Unikat smile

 

 

 

 

 

 

Nachdem Junior getrunken hatte und geduscht wurde, gab es auch noch Abendbrot. Lilly spuckte zusammen mit einer letzten Ladung Wasser einige Fleischbrocken aus, die Junior in Windeseile auffutterte. Mehr würde es heute für ihn auch nicht zu fressen geben, aber dieser Tatsache war er sich noch nicht bewusst.

 

 

 

 

 

Der Kampf mit einem Storch – Junior verteidigt das Nest (aber vor wem??)

Für das Geschehen um 19 Uhr wechseln wir die Perspektive, weil die Sonne zu diesem Zeitpunkt direkt auf die erste Kamera schien. Junior saß entspannt in seinem Nest, als um 19:08 Uhr ein Storch im Anflug war. Sofort schoss er in die Höhe, um herauszufinden, wer sich seinem Kinderzimmer näherte. Der große Storch landete auf dem Nestrand und wurde sofort vom Küken bedrängt, das mit einer Drohgebärde aufwartete. Der große Storch schien verwirrt, trat einen Schritt zurück und Junior setzte nach.

 

 

 

Das Tier flatterte kurz vom Nestrand auf, landete erneut und anschließend kam es zu einer leichten Rangelei zwischen beiden Störchen. Mit dem Ergebnis, dass sich Junior durchsetzte und den großen Storch vom Nest vertrieb.

 

 

Dieser flog einen Bogen um Juniors Horst und segelte zielstrebig auf das zweite Nest zu, wo er landete und es sich bequem machte. Was Junior erst hinterher feststellte – er hatte seine eigene Mutter vom Nest geschubst und vertrieben. smile

 

 

 

 

 

Der auf dem zweiten Nest gelandete Vogel entpuppte sich tatsächlich als Lilly. Das schien auf den ersten Blick nicht ganz sicher, weil sich Juniors Verhalten nicht erklären lässt. Aber als Ben um 21:42 Uhr bei Junior landete und sofort auf den Klapperruf des Storches vom zweiten Nest reagierte und hinüberflog, war klar, dass Lilly im Nest gesessen hatte.

 

 

 

 

 

 

Kein Abendbrot für Junior sad

Somit hatte sich das Abendbrot für Junior erledigt, denn Ben war nur für fünf Sekunden auf dem Nest gelandet und sofort weitergeflogen. Lilly hatte anscheinend vom Teenagerverhalten ihres Nachwuchses für heute die Nase (den Schnabel) voll und daher musste Junior mit knurrendem Bäuchlein einschlafen.

 

 

Für Lilly und Ben war der Tag um 22 Uhr beendet. Am späten Abend startete Lilly noch einen Aufstiegsversuch bei Ben. Sobald sich dieser ins Nest legt, ist Lilly zur Stelle. Aber Ben erhebt sich dann immer, sodass Lilly vom Storch herunterfällt. smile

 

 

 

 

 

Habt eine gute Nacht und ärgert euch nicht. Wir Menschen haben genau die gleichen Probleme mit dem pubertierenden Nachwuchs. smile Schlaft gut.

 

 

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