12.05.2020 – Sonniges Wetter und ein neuer Horst

Um fünf Uhr lag Ben im Nest und es war trocken. Der Himmel war wolkenlos und langsam arbeiteten sich die ersten Sonnenstrahlen vor, um die letzten Halme im Nest zu trocknen.

 

 

Ben half mit, indem er das Stroh mit seiner nassen Unterseite nach oben drehte und so in die Sonne legte.

 

 

 

 

Zehn vor sechs flog Lilly ein und ließ sich ebenfalls von der wärmenden Sonne bescheinen. Die Temperaturen lagen wieder knapp über dem Gefrierpunkt, aber besser kühl, als in einem nassen Nest liegen müssen.

 

 

Während Ben seine erste Futterrunde drehte, machte es sich Lilly auf den Eier so bequem, wie es mit vier Eiern unter dem Bauch möglich ist.

 

 

 

 

Trockenes Stroh gefunden!

Um sieben Uhr hatte Ben genügend Frühstückshappen im Bauch und kehrte mit einer Ladung getrocknetem Stroh zu Lilly zurück.

 

 

 

Lilly brachte um halb acht weiteres Baumaterial mit und langsam beginnt das Nest auch in die Höhe zu wachsen. Damit sich die Sitzfläche nicht weiter verkleinert, schichten die Störche die Äste jetzt übereinander, wodurch der Rand endlich höher wird als die Mitte. So, wie es eigentlich sein sollte smile.

 

 

 

Lilly inspizierte den Außenrand, wackelte an einem losen Ast herum und schien mit allem zufrieden.

 

 

 

 

 

Während sich Lilly erneut verabschiedete und im Sonnenschein auf die Wiesen flatterte, genoss Ben die Wärme der morgendlichen Sonne.

 

 

Um neun Uhr trat er Lilly brav den Platz auf den Eiern ab und flog seinerseits ein und aus.

 

 

Alles wieder trocken

Endlich wieder ein angenehmer Tag. Nach den Regenfällen tat die Sonne den Tieren sichtbar gut. Sie flogen häufiger für kurze Zeiten aus und erneuerten das alte Stroh.

 

 

 

 

 

Gegen halb elf zogen dunkle Wolken heran, die ihre Wassertropfen aber für sich behielten. Es war zeitweise sehr windig auf dem Nest, sodass Ben bei seinem Anflug kaum abbremsen konnte und beinahe über Lilly gestolpert wäre.

 

 

 

Beide Tiere begrüßen einander immer sehr liebevoll und ausdauernd und man sieht, dass die beiden einander wirklich mögen und miteinander harmonieren.

 

 

Ben durfte während seiner Brutzeit “Regenwolken gucken”. Solange kein Regen fiel, war es auch sehr unterhaltsam. Lilly flog um halb zwölf wieder ein, aber Ben hatte noch keine Meinung, seinen Sitzplatz aufzugeben.

 

 

 

 

Aprilwetter zu den Eisheiligen

Wenige Minuten später riß die Wolkendecke ein wenig auf und ein hellblauer Fleck schaute hindurch. Wie am gestrigen Abend wurde der Himmel immer heller, allerdings war das nur von kurzer Dauer.

 

 

 

 

Als Lilly um zwölf Uhr im Nest landete, war alles wieder grau in grau. Die Störchin hatte noch einige Zweige mitgebracht, die sie eifrig verbaute, dann trennte sich Ben von den Eiern und flog zu seiner Mittagsrunde aus.

 

 

 

Lilly war gut eingepackt und der kalte Wind konnte ihr und dem Nachwuchs nichts anhaben.

 

 

 

Das Wenden und Belüften der Eier dauert bei diesen Temperaturen nur einen kleinen Moment. Aufstehen, mit dem Schnabel im Nestboden stochern, umdrehen und schnell wieder hinsetzen, damit die Eiern nicht auskühlen.

 

 

 

Ben nimmt sich eine Auszeit

Die Sonne half am Nachmittag wieder beim Brüten. Um drei Uhr waren nur weiße Wölkchen am Himmel zu sehen und Lilly hatte eine lange Schicht. Ben hatte zur Mittagszeit das Nest verlassen und trudelte erst wieder am Abend um halb acht ein.

 

 

Lilly hatte sich in der Zwischenzeit ausgiebig mit den Eiern beschäftigt und in aller Ruhe auf Ben gewartet.

 

 

 

 

Als Ben ins Nest zurückkehrte, machte er gar keine Anstalten, Lilly vom Gelege zu locken. Er besichtigte zuerst das Nest und wartete geduldig, bis Lilly sich erhob. Er stand immer noch im Nest, nachdem Lilly schon abgeflogen war und erst dann beschäftigte er sich mit den Eiern.

 

 

 

 

 

 

Diesmal ließ sich auch Lilly bei ihrem Ausflug Zeit. Immerhin hatte sie den gesamten Nachmittag gebrütet. Kurz vor acht Uhr flog sie los und kehrte erst in der Dunkelheit nach 22 Uhr zurück. Ben hielt tapfer die Stellung und obwohl sich der Himmel wieder zuzog, blieb es glücklicherweise trocken.

 

 

 

 

Träumt etwas Schönes und schlaft gut. Morgen wird es wieder etwas wärmer für euch. Wir wünschen euch eine gute Nacht.

 

 

Noch ein neuer Horst ganz in der Nähe

Und hier noch ein Video von einem neuen Horst, der 2020 vom NABU aufgestellt wurde. Er ist nur ca. 300 m Luftlinie von Bens und Lillys Horst entfernt und steht ebenfalls an Wiesen, Wasser und an einer Pferdekoppel, wo es täglich frisches Stroh gibt. Dort ist es noch ruhiger, als auf den derzeit besetzten Nestern, weil die Wohnhäuser des Dorfes etwas weiter weg stehen. Platz und Futter ist für genügend Störche vorhanden und Leni könnte sich dort bequem einnisten.

 

 

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4 Kommentare
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Nabend! Noch ca. 5 Tage zum schlüpfen der ersten Küken…Wir warten alle sehr interessant und freuen uns jetzt schon alle darauf😉❤🍀🍀🍀

sehr schöne Gegend danke für diese wundervollen einblicke und es lädt zum träumen ein . Lieben Gruß Brigitte

Liebes Storchenteam,

auch heute herzlichen Dank für das schöne Naturvideo. Wir, die Zuschauer nehmen jeden Tag Anteil am Leben der beiden Störche, eine Tierdoku in Echtzeit, grandios. Und da wir nicht mit den Störchen mitfliegen können, dahin wo sie ihre Zeit außerhalb des Nestes verbringen, ist es umso schöner für uns, zu sehen, wie es rund um das Nest und Fohrde aussieht. Der Mensch ist von Natur aus ein neugieriges Wesen, von daher danke, dass Ihr unserer Neugier mit einem Einblick in die Umgebung der Störche eine Freude bereitet.

Herzliche Grüße nach Fohrde

Conny

sehr schoene Umgebung wirklich ein Ruhepol.melde mich aus Athen bei 30 Grad uff Wohne seit 40 jahren hier ddas Meer vor der Tuer.jeden Tag sehe ich mir Ben und Lilly an sind mir richtig ans Herz gewachsen.warte schon auf die //babies//

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