11.04.2025 – Vom Müll magnetisch angezogen?

Da hatten wir die Müllthematik vor wenigen Tagen im Fohrder Storchennest und schon schleppt auch Macus Folie ins ungarische Nest. Fühlen sich die Störche vom Müll magnetisch angezogen?Allerdings half dort sofort die Müllabfuhr.

 

Unser Fohrder Storch war heute bereits am frühen Morgen in Baulaune. Ständig flog er vom Nest, sammelte Stöckchen, Stroh und Gras ein und setzte die Modernisierung des Nestes fort. Es soll ja alles schön sein, wenn die Richtige kommt.

An unseren Baumeister Emil, der ja alles blickdicht verbarrikadieren konnte, kommt Storchi (noch) nicht ran. Aber in Bezug auf Tollpatschigkeit können sich die beiden die Flügel reichen.

Storchi hatte einen schönen und vor allem relativ geraden Ast mitgebracht und auch schon den richtigen Platz für diesen gefunden. Ablegen und ausrichten – auch das lief super. Wenn er nur nicht noch einmal nachgesetzt hätte.

Dadurch rutschte der Stock aus seiner perfekten Position und fiel langsam aber sicher vom Nest. Der verwunderte Blick des Storches, der einen langen Hals machte, um das Verschwinden des Stockes zu beobachten, war kurios. Hätte Storchi sprechen können, wäre sicher folgender Satz aus seinem Schnabel gekommen:

“Jetzt hab ich mir extra die Mühe gemacht, dich hier raufzuschleppen und du hast nichts Besseres zu tun, als dich wieder zu verabschieden! Dann bleib auf der Wiese liegen, du dummer Stock!”

 

 

 

 

 

Kuschelwetter

Der Wind war heute wieder stürmisch und unangenehm kühl. Der Storch kam auch schnell auf den Dreh, sich auf das Stroh, die mitgebrachten Erdklumpen und auf das Gras setzen zu müssen, bevor diese vom Winde verweht werden.

Storchi verließ das Nest heute nicht oft, war aber immer lange unterwegs, wenn er auf Futtersuche war. Vielleicht durchstreifte er auch nur in aller Seelenruhe die Umgebung und war auf der Suche nach einer passenden Storchendame. Bei dieser Witterung haben alle Ostzieher, die gerade unterwegs sind, sicher eine Ruhepause eingelegt, um Kräfte zu sparen.

 

 

 

 

Da hilft nur Einkuscheln, sich selbst gut warmhalten und auf die sonnigen Tage hoffen, die garantiert kommen werden.

Als Storchi in den Abendstunden landete, katapultierte ihn der Wind beinahe aus dem Nest.

 

 

 

 

 

Merkwürdigerweise hatte der Storch auf einmal sehr rote Beine. War er baden gewesen? War er gar nicht Storchi? Der schwarze Fleck an der rechten Körperseite stimmte, aber das leuchtende Rot war sehr auffällig.

 

 

Hauptsache gut schlafen und morgen wieder auf Brautschau fliegen.

 

Vom Müll magnetisch angezogen??

Sicherheitshalber riskieren wir gleich einen Blick in das ungarische Nest und stellen fest, dass es immer noch sieben Eier sind. Heute war auch wieder der Zwischentag zwischen zwei Eiern. Aber Szofi hat uns bereits gezeigt, dass sie für Überraschungen gut ist. Kontrolle ist also besser. Hoffen wir inständig, dass da nicht noch ein Ei kommt. Es wäre sicher nicht machbar, alle unter den Storchenbauch zu bekommen.

 

Was haben die Storchenmännchen nur mit dem Müll??

Arbeitshandschuhe, Pappen, Handtücher oder Planen – es sind vorrangig die Storchenmännchen, die den Müll von der Straße angeln und ins Nest schleppen. Auch Macus hatte heute wieder Beute gemacht und kam mit einer Plastikverpackung ins Nest gehüpft.

Diese war von etwas dickerem Material, was störte, weil Macus gerne Szofi darin eingewickelt hätte. Es hätte eine schöne Decke sein können, wenn sie aus anderem Material gewesen wäre. Als Plastikverpackung war sie für diesen Zweck leider nicht zu gebrauchen.

Leider versuchte Macus vergeblich, diesen Müll um Szofi zu wickeln. Mit Heu und Stroh ging das immer so einfach – einfach unter den Bauch schieben und verteilen. Das Plastikteil ließ sich leider nur über Szofis Kopf legen.

 

 

 

 

Wenn etwas nicht gelingt, tut man das, was man besser kann – in Szofis Schwanzfedern herumstochern. Das ist einfach und klappt immer. Siehe da, schon steht die Störchin und gibt das Gelege frei.

 

 

 

Glücklicherweise brauchte es keine Menschen, um den Müll aus dem Storchennest zu fischen. Die Müllabfuhr kam bereits nach kurzer Zeit, um das Nest zu säubern.

Der Wind pustete die Folie durch das Nest, als wolle er sagen, dass sich Macus bitte etwas anderes zum Verbauen suchen solle. Der Storch hopste erschreckt zurück und ließ die Folie an sich vorbei- und aus dem Nest flattern.

Damit sollten für unsere Storchenmännchen die Erfahrungen mit dem Müll für diese Saison abgedeckt sein. Und auch wenn wir etwas herumflattern sehen und wissen, dass ein Storchentier in der Nähe ist – aufmerksam machen oder selber zugreifen. Es kostet nichts, außer ein wenig Überwindung, sich etwas einzubringen. Niemand möchte dabei zusehen, dass ein Tier wegen menschlicher Unaufmerksamkeit sein Leben lassen muss, nur weil sich Störche anscheinend vom Müll magnetisch angezogen fühlen.

 

 

 

Und nun für alle ein wunderschönes Wochenende und Daumen drücken für Storchis Herzblatt.

 

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

 

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Bei uns in herbolzheim ists genauso der Mann bringt dauernd mülltüten ins Nest.