10.06.2021 – Lilly und Scrat – ein Stück in 2 Akten :)

So lässt es sich aushalten – noch lag Schatten über dem Nest, aber es war warm und trocken. Wieder stand ein sonniger Tag ins Haus, aber unser Strochennachwuchs machte auch heute keine Anstalten, die Eier zu verlassen. Anscheinend waren die Verhältnisse außerhalb der Eierschale noch nicht passend.

 

 

Solange die Sonne ihre Strahlen noch nicht auf das Nest wirft, muss man sich warm einpacken (lassen). Das bekommen Lilly und Luke mittlerweile perfekt hin.

 

 

 

Und mit dem hübschen Eichenlaub vor dem Schnabel macht das Brüten gleich nochmal so viel Spaß. Leider versperrt dieser Ast wieder einmal die gesamte Sicht auf die Nistmulde. Aber vielleicht wird der Wind ganze Arbeit leisten und das störende Objekt entfernen.

 

 

Jetzt gibt es täglichen Hausputz

Lilly ist sehr um Ordnung besorgt, deshalb steht auf dem morgendlichen Programm täglich eine gründliche Nestreinigung. Dabei fliegen dann schon die Späne durch die Luft und Lilly sollte vorher die Windrichtung prüfen, wenn sie den Unrat mit dem Schnabel wegschüttelt. smile

 

 

 

 

Nach getaner Arbeit… – gut, dass genügend Heu und Stroh da sind, so konnte sich Lilly bis zum Hals einkuscheln. Der Schnabel muss natürlich noch rausgucken, aber alles andere darf eingebuddelt sein.

 

 

Heute gab es eine lustige Begebenheit und eine schöne Abwechslung zum Warten. Lilly bekam nämlich Besuch.

 

Die Geschichte von Scrat und Lilly. In zwei Akten.

Erster Akt:

Während Lilly vergnügt in einem sauberen Nest saß und sich im Stroh eingegraben hatte, waren andere Zweibeiner, die auch auf bzw. unter dem Horst campieren, unterwegs. Und da es für einen kleinen Spatz langweilig ist, immer fliegen zu müssen, machte Scrat am heutigen Morgen eine Wanderung durch das Storchennest. Auf der Erde sind solche Spaziergänge gefährlich. In luftiger Höhe gab es jedoch keine Katzen und Lilly war für Scrat mittlerweile eine alte Bekannte.

Zuerst saß der kleine Kerl am linken Nestrand auf einem Ast und schien Lilly einen guten Morgen zu wünschen. Lilly war anscheinend etwas verwirrt und ob sie den Spatz aus den Augenwinkeln wahrnehmen konnte, sei auch dahingestellt.

 

 

Scrat hopste durch das Storchennest und ist auf dem folgenden Bild zwischen Lillys Hals und ihrem Schnabel zu sehen.

 

 

Huch! Was war das? Ist Scrat etwa über Lillys Rücken geklettert?

 

 

Der Spatz verabschiedete sich schnell und flog davon, sodass Lilly sich in Ruhe über diese Begegnung wundern konnte.

 

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Zweiter Akt:

Während sich Lilly noch über den kecken Burschen wunderte, vergingen 10 Minuten. Dann trat Scrat seinen Heimweg an. Natürlich wieder über Lillys Hinterteil, weil es auf dem Hinweg so schön geklappt hatte.

Während Lilly sich ein paar passende Hälmchen aus dem Stroh angeln wollte, tauchte der Spatz am rechten Nestrand auf und beobachtete interessiert Lillys Strohhalmsuche.

 

 

Lilly spürte wohl, dass sich hinter ihrem Rücken etwas tat. Zu sehen war aber nichts.

 

 

Darüber musste die Störchin anscheinend kurz nachdenken. In dieser Zeit setzte der Spatz seine Wanderung fort und verschwand hinter Lillys Schwänzchen.

 

 

Selbst ein weiterer Blick machte Lilly nicht klar, woher das Gekrabbel kam.

 

 

Sicherheitshalber stand sie auf, um einen Blick abwärts zu werfen, wer da hinter ihrem Rücken Unfug veranstaltete. Der Spatz hatte sich schnell auf seine untere Etage verabschiedet, sodass Lilly beruhigt war. Anscheinend hatte sie doch keine Halluzinationen bei der Hitze. Es war niemand dagewesen. smile

 

 

Und keine Ruhe

Um halb zehn erfolgte der nächste Schichtwechsel. Bei der Hitze reißen sich die Störche sicher nicht darum, auf dem Nest zu stehen. Aber diesmal musste wieder ein feindliches Objekt verklappert werden.

 

 

 

 

Keiner mehr zu sehen (vorher auch nicht) und damit kehrte Ruhe ein. Während sich Lilly noch räkelte, war Luke schon im Abflug begriffen.

 

 

 

 

Jaja, Mutterschaft ist ganz schön anstrengend.

 

 

Eine Stunde später wurde Luke wieder auf das Nest bestellt, weil erneute Feinde gesichtet worden waren. Auch diese wurde erfolgreich verjagt, obwohl die Kamera keinen Vogel außer den beiden Störchen wiedergab.

 

 

 

Diesmal nutzte Lilly den Moment und verschwand, bevor Luke abermals die Flügel ausbreiten konnte.

 

 

Stellt man sich an den Rand des Nestes und breitet die Flügel nur ein wenig aus, fühlt es sich genau so luftig an, als würde man fliegen.

 

 

Am Nachmittag zogen Wolken auf, die Schatten und etwas Wind brachten.

 

 

Der störende Ast hatte seine Position ein wenig verlagert. Allerdings nur für kurze Zeit, dann hatte ihn der Wind wieder in die Senkrechte gepustet.

 

 

 

 

Was passiert in der Nestmulde??

Um 17 Uhr zog sich der Himmel zu, aber es gab keinen Regen. Bei 27 Grad warteten alle “Nestverfolger” sehnsüchtig auf das erste Küken, aber diese denken nicht daran, auf Kommando zu schlüpfen. Die teilweise Sonnenfinsternis sowie der Neumond sind sicher nicht ganz unschuldig daran, dass das Fohrder Nest noch immer auf seinen Nachwuchs warten muss. Tiere reagieren viel sensibler auf diese Naturereignisse und lassen sich dann noch viel stärker als sonst von den Instinkten leiten.

 

 

 

Warten. Lauschen. Brüten.

 

 

 

Lilly und Luke als Lehrmeister

Und weiter warten. Geduld ist nicht gerade die Stärke eines Menschen. Vor allem in einer Gesellschaft, in der alles sofort zur Verfügung stehen muss, scheint es merkwürdig, das Leben nicht in seiner Hand zu haben. Lernen wir von der Natur, denn aller menschlicher Fortschritt wird vergehen oder den Menschen letztlich krank machen (obwohl er das Gegenteil bewirken soll). Die Natur wird den Menschen hingegen immer überdauern.

 

 

 

 

Eine wunderschöne gute Nacht und alles Liebe für unsere Storchenfamilie. Lassen wir uns überraschen, was morgen passiert.

 

 

 

 

 

 

PS: Wer nach weiterem Lesefutter sucht, wird hier fündig. Dort sind in chronologischer Reihenfolge alle Tagebuchbeiträge ab 2019 aufgezeichnet. Viel Spaß dabei!

 

 

 

 

 

 

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