10.06.2020 – Schmusestunden und unerwünschte Anflüge

Das Küken war zeitig wach. Um vier Uhr saß es munter im Nest, aber Lilly war der Meinung, dass das viel zu früh sei. Sie breitete ihren Flügel aus und nahm das Küken liebevoll darunter. Junior hatte anfangs keine Lust, wieder eingepackt zu werden, aber schließlich gab er nach und fügte sich in die Kuschelstunde.

 

 

 

 

Kurz nach halb fünf war dieser Sonnenaufgang zu sehen.

 

 

Gegen sieben Uhr waren Lilly und das Küken bei ersten Aufräumarbeiten zu sehen. Anschließend döste das Küken ein wenig im Sitzen vor sich hin, während beide Störche auf Bens Ablösung warteten.

 

 

 

 

 

Mama wird gefüttert

Um halb neun war Ben eingeflogen und das Küken beschäftigte sich sofort mit Papas Schnabel. Mama Lilly naschte auch mit, sodass sich Junior beeilen musste, um den größten Anteil der Beute zu sichern. Lilly fand es sicher toll, ohne Eigenleistung Futter zu bekommen. Immerhin steht Junior so gut im Futter, dass er auf zwei, drei Bröckchen verzichten kann.

 

 

 

 

Ben hatte sich nach der Fütterung erneut verabschiedet, während Lilly auch die nächste Schicht übernehmen musste. Hatte Ben ihr das Futter etwa gegönnt, damit er gleich wieder losfliegen konnte? smile

 

 

 

Spielstunde

Junior beschäftigte sich selbst, indem er wieder ein Stückchen Erde samt Gras mit dem Schnabel packte und dieses umlagern wollte. Zwischendurch erhob er sich sogar auf die Beine und stand flügelschlagend im Nest. Lange hielt die Begeisterung allerdings nicht an, da kippte der Ministoch um und fiel in einen tiefen Schlaf.

 

 

 

 

Es dauerte allerdings nicht lange, dann saß das Küken wieder im Nest.

 

 

Ben kehrte von seinem zweiten Ausflug zurück und diesmal flog Lilly sofort vom Nest, bevor sie die dritte Schicht hintereinander machen musste.

 

 

 

 

Das Küken bekam sein Futter und legte sich schlafen. Und als es sich eine Stunde später wieder aufrappelte, stand die nächste Mahlzeit an. Was für ein anstrengendes Leben.

 

 

 

 

 

Trotz seines gefüllten Bäuchleins konnte sich das Küken auf seine kurzen Beine stemmen und gemeinsam mit dem Altstorch über den Nestrand schauen.

 

 

Storchenalarm

Eine halbe Stunde später wurde es brenzlig. Während Lilly das vierte Ei untersuchte und Junior gemütlich über den Nestrand schielte, tauchten am Himmel zwei fremde Störche auf. Lilly ließ sich sofort auf das Ei nieder und Junior rutschte dichter an die Storchenmama heran.

 

 

 

 

 

Lilly beobachtete aufmerksam die Flugroute der Störche, die dem Nest immer näherkamen und es umflogen.

 

 

„Heh, das ist nicht der Papa! Was macht der hier??“

Das war eine berechtigte Frage, denn Lilly und ihr wohlgenährter Nachwuchs waren im Nest nicht zu übersehen. Trotzdem hatte einer der fremden Störche die Absicht, im Nest der beiden zu landen.

 

 

Glück gehabt, das Nest wurde nur überflogen, aber Lilly empfand es trotzdem als Frechheit, in ihrer Mittagsruhe auf so dreiste Weise gestört zu werden. Deswegen musste sie für Ordnung sorgen und schnell mal zum zweiten Nest fliegen, auf dem es sich der andere Storch gemütlich gemacht hatte.

 

 

Unsere Störchin brauchte nur einen Anflug, dann verschwand der fremde Storch vom zweiten Nest, aber er ließ sich mit seinem Kompagnon auf den angrenzenden Hausdächern nieder. Das passte Lilly ebenso wenig und sie stimmte ein lautstarkes Geklapper an, um Ben herbeizuholen.

 

 

Dieser tauchte umgehend auf und anschließend wurde „die Sache mit den Störchen“ geregelt.

 

 

 

 

 

Alles wieder gut

Eine halbe Stunde später hatte sich alles beruhigt und Familie Storch konnte zur Tagesordnung übergehen. Das bedeutete ein ausgiebiges Mittagsschläfchen für das Küken und eine Pause für die Storchenmama.

 

 

 

 

 

Um zwei Uhr waren beide Störche auf dem Nest zu sehen. Lilly wurde von Ben abgelöst und durfte auf Futtersuche gehen.

 

 

 

 

Ben widmete sich der Gefiederpflege, kraulte seinen Nachwuchs beim Schlafen und sah sich an, wie gut Junior seine Stehversuche absolvierte.

 

 

 

 

 

 

Ein ausgewogener Speiseplan

Nachdem Lilly wieder im Nest war, gab es Proteine. Die Störchin hatte große Käfer und Heupferdchen eingesammelt und kämpfte damit, diese wieder aus dem Hals zu bekommen. Das Küken fing alles ein und man konnte sehen, dass es sich über diese kulinarische Abwechslung freute.

 

 

 

Ein Nachmittagsschläfchen tut immer gut und so machte es sich der Krümel im Nest gemütlich. Er drehte sich elegant auf die Seite, klappte einen Flügel auf und schloß die Augen.

 

 

 

Lilly nutzte das Schläfchen ihres Kükens, um ebenfalls ein Nickerchen zu machen und legte sich ins Nest. Die beiden ließen sich von der Sonne wärmen, bis Ben um halb sechs einflog. Lilly klapperte ihre Begrüßung, während das Küken mehr am Futter interessiert war.

 

 

 

 

Ernährungstherapie smile

Ben spendierte eine große Portion und auch Lilly bediente sich erneut. Wahrscheinlich wird das Küken ein wenig auf Diät gesetzt, indem die FDH-Methode angewendet wird (friss die Hälfte). Lilly stellte sich gerne für das Experiment zur Verfügung und futterte dem Küken einen beachtlichen Anteil weg. Sonst kann dieses sich vor lauter Speckrollen bald gar nicht bewegen smile.

 

 

Alles aufgefuttert. Nun musste das Küken warten, bis sich ein Elternteil erneut auf Nahrungssuche begab. Mama und Papa gleichzeitig auf dem Nest zu haben, hat auch seine Nachteile. Weil Mama so verfressen ist…

 

 

 

Schon wieder Geflügel in der Luft!

Eigentlich war Lillys Bedarf an überfliegenden Objekten für den heutigen Tag gedeckt. Kurz vor sechs Uhr sollte sie nochmals aus ihrer Ruhe gerissen werden, als sie von einem heranfliegenden Federvieh erschreckt wurde. Da der „Angreifer“ klein war, hatte Lilly diesen beim Anflug gar nicht gesehen und fiel umso mehr aus allen Wolken, als etwas Flatterndes am Nestrand auftauchte. Nun war es aber genug! Die Störchin schoss nach vorne und Junior machte die gleiche Bewegung.

Aber der Angreifer stellte sich als harmlose Taube heraus, die nur auf dem Mast rasten wollte, aber keine feindlichen Absichten hatte.

 

 

 

Abendstille

Lilly und das Küken hatten sich nach diesen Aufregungen einen entspannten Abend redlich verdient. Mutter und Kind kuschelten im Nest und alle Aufregungen des heutigen Tages waren vergessen.

 

 

 

 

 

Als das Küken diese Position einnahm, war das linke Bein schön zu sehen. Junior hat schon ein oranges Füßchen, das andere ist noch grau. Wären mehrere Küken im Nest, könnte man ihn daran gut unterscheiden.

 

 

Die Sonne verabschiedete sich und das Küken nahm seinen Lieblingsplatz ein – es hatte etwas Rotes vor dem Schnabel. Da das Bein auch nach hartnäckigem Warten kein Futter freigab, ließ sich der Krümel fallen und rollte sich an Bens Beinen zusammen.

 

 

 

 

Junior verschlief einen herrlichen Sonnenuntergang und wurde erst munter, als Lilly um zehn Uhr auftauchte. Das Küken machte sich berechtigte Hoffnungen auf einen Abendimbiss, bevor es für länger in die Federn ging.

 

 

Mama Lilly hatte noch Mäuse aufgetrieben, die das Bauchgrummeln bis morgen früh stillen sollten. Ben quartierte sich ab zehn Uhr auf dem zweiten Nest ein verbrachte dort die Nacht bis halb fünf. Zu dieser Zeit begann es zu regnen und die Storchefamilie wurde mit einer Morgendusche geweckt. smile

 

Gute Nacht und süße Träume für euch drei.

 

 

 

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
nach oben scrollen