10.03.2021 – Ein beschaulicher Tag im März

Früh um sechs Uhr saß Ben traurig im Nest, weil an seinem Schnabel immer noch dieser undefinierbare Müllfetzen klebte. Er versuchte es zwar immer wieder mit Kopfschütteln, aber damit war nichts zu erreichen.

 

 

 

Wenn der Instinkt nicht hergibt, was getan werden muss

Es sah ein wenig aus, als ob Ben mit einem Taschentuch unterwegs sei, das er mit seinem Schnabel aufgespießt hatte. Es wäre physisch für ihn ein Leichtes gewesen, den Fuß zu heben und den Dreck mit den Zehen abzustreifen. Aber hier sieht man deutlich den Unterschied zwischen Tieren und Menschen. Während ein Tier ausschließlich seinem Instinkt folgen kann (und bei einem Storch besagt dieser, dass sich mit den Füßen maximal die Ohren gekrault werden), ist der Mensch in der Lage, diese Dinge zu koordinieren.

 

 

Kurz nach sechs Uhr reichte es Ben und er brach zum Frühstück auf. Ob das mit dem Taschentuch am Schnabel gehen würde?

 

 

 

Alles in bester Ordnung

Als er eine Stunde später zurückkehrte, hatte er eine große Fuhre Stroh im Schnabel, von seinem Klebeband-Taschentuch war jedoch nichts mehr zu sehen. Das hatte einen anderen Platz bekommen und Ben sieht wieder ordentlich aus. Zur allgemeinen Erleichterung der Storchenfangemeinde, die heute Nacht teilweise mehr gelitten hat als unser Storch smile.

 

 

Dann schnell das Bett machen, damit Ordnung im Storchennest herrscht. Wer weiß, wer noch vorbeikommt. Aber Ben bekam heute keinen Besuch. Im Moment ist der Kobel der Fohrder Eichhornmama besser von Vögeln besucht als das luftig große Storchennest.

 

 

Endlich konnte sich Ben wieder ausgiebig putzen. Das hatte gestern nicht funktioniert. Wo er sich doch so gerne putzt.

 

 

 

 

Wer fällt denn da ins Nest?

Pünktlich zur Mittagszeit flog Ben wieder ein und tat das in sehr anschaulicher Pose. Während er sonst in das Nest hineingleitet, ließ er sich zur Abwechslung vom Himmel fallen.

 

 

 

Zuerst waren nur die Füße zu sehen, bis er senkrecht über dem Nest in der Luft stand. Dann geschah einen Moment gar nichts und plötzlich plumste der Storch wie ein Stein senkrecht ins Nest.

 

 

 

Wie ein Balletttänzer landete er zuerst auf dem einen Fuß. Dann folgte der andere und anschließend gab es ein großes Geklapper.

 

 

 

“So, Zeit für’s Mittagsschläfchen. Und bitte nicht stören.”

 

 

Den Nachmittag war Herr Storch außer Haus, bis er um 15:42 Uhr wieder im Anflug war. Auch diesmal blieb er weit über dem Nest und ließ sich wie ein Stein herunterfallen.

 

 

 

Mit geöffneten Flügeln sieht Ben wie ein Urzeitvogel aus smile. Ein sehr stattliches Exemplar seiner Gattung.

 

 

Mit zusammengelegten Flügeln erscheint er dagegen fast zierlich.

 

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Schlafenszeit ist dann, wenn Ben müde ist

Nach der Tea-Time um 16:00 Uhr fand Ben, dass es Zeit zum Schlafen sei. Er kuschelte sich in sein Nest und sah sehr zufrieden aus.

 

 

 

Noch den schönen Ausblick und das trockene Wetter genießen, für morgen ist schon Regen angesagt und Ben wird ungefragt duschen müssen.

 

 

 

Wann schläft der große Vogel?

Im Chat tauchte am späten Abend noch die Frage auf, warum Ben denn mitten in der Nacht nicht schlafe. Schaut man dem Vogel in der Nacht zu, ist zu erkennen, dass der Storch einen kurzen Schlafrhythmus hat und in regelmäßigen Abständen wach ist. Manchmal schläft er für eine halbe Stunde, dann wieder nur zehn Minuten. Anscheinend haben die Tiere keine festen Tiefschlafphasen wie wir Menschen oder Hunde und Katzen.

 

 

Ben stört es nicht weiter. Putzen kann er sich auch in der Nacht.

 

 

 

Und ein wenig im Stehen schlafen klappt auch. Aber man muss immer vorbereitet sein. Bei solch offener Behausung muss man selbst den nächtlichen Wachdienst übernehmen und sollte immer abrufbar sein .)

 

 

 

Schlaf gut, Ben und genieße deinen sauberen Schnabel. Bis morgen zum nächsten Sonnenaufgang.

 

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Zu schade, dass es unter den Emojis noch keinen Storch gibt…