08.06.2021 – Hat jemand das erste Küken gesehen?

Unsere Störche waren einen Tag über dem Termin und alles sprach für ein Küken am Dienstag. Immerhin waren beide Elternteile ständig auf dem Nest präsent und standen über die Nestmulde gebeugt, als ob sie dem Piepen aus dem Ei lauschen würden.

 

 

 

Das gesamte Verhalten signalisierte, dass es heute spannend werden würde, aber Familie Storch hält sich weder an Erwartungen noch Tabellen.

 

 

 

Die Küken scheinen ebenso eigensinnig wie Lilly, denn es läuft alles nach Storchenfahrplan und in dem war der Dienstag nicht als Schlupftag angegeben.

 

 

 

In dieser Haltung waren die Tiere den ganzen Tag anzutreffen. Was eindeutig darauf schließen lässt, dass es zumindest schon in den Eiern piept.

 

 

 

Luke hatte sich die Zeit ein wenig vertrieben und Stroh gesammelt. Davon konnte man in der Storchen-Entbindungsstation nicht genug haben. Immerhin müssen die Küken vor lästigen Blicken abgeschottet werden.

 

 

Und es ist warm

Deswegen muss der Flügel abgeklappt und Luft daruntergelassen werden. Immerhin können die Tiere den Flügel eine ganze Weile in dieser Stellung halten. In diesem Fall waren es knapp 10 Minuten.

 

 

 

 

 

 

Schichttausch um 10 Uhr. Luke kam, Lilly ging. Und keine Wolke in Sicht. Nur Sonne satt und das perfekte Geburtstagswetter. Aber das sahen die Küken wohl anders.

 

 

 

 

Dann brauten sich kleine Schäfchenwolken zusammen. Zuerst ganz wenige im Miniformat, doch bis zum späten Nachmittag hatten sich auch die großen Wolkenformationen wieder aufgelöst.

 

 

 

Warten, warten, warten…

 

 

 

 

Luke blieb die Nachmittagsstunden auf dem Nest und schien mit seinem Nachwuchs zu kommunizieren. Dabei war deutlich zu sehen, dass zwei der drei Eier immer wieder gedreht wurde. Das dritte jedoch nicht. Heißt, das dritte Ei könnte schon eine angeknackte Schale haben und wurde deshalb nicht mehr gewendet.

 

 

Und immer wieder lauschen.

 

 

 

 

Auch beim nochmaligen Schichtwechsel deutete nichts darauf hin, dass ein Küken heute das (schwindende) Licht der Welt erblicken wollte. Lieber morgen, wenn die Sonne wieder hell strahlt und das Küken in Windeseile trocknet, wenn es sich von der Schale befreit hat. Man muss eben praktisch denken.

 

 

 

 

Selbst in der Nacht wurde noch Stroh angeschleppt, falls es zu ungeeigneter Zeit losgehen sollte. smile

 

 

Fazit:

Die Natur erschafft die Lebewesen, aber diese erschaffen nicht die Natur. Alle Tabellen und Rechnungen machen nur deutlich, dass der Mensch Durchschnitte bildet, Einteilungen vornimmt und versucht vorherzusagen, um sich die Welt nach seinen Vorstellungen zu formen. Gut, dass das nicht funktioniert. Unsere Küken sind kein Durchschnitt und wenn im Lehrbuch 31 oder 33 Tage stehen, ist das unserem Nachwuchs herzlich egal. Nur weil es in den letzten Jahren zeitlich nach Lehrbuch klappte, muss sich das dieses Jahr nicht wiederholen. Ob 35 oder 36 Tage – das Leben findet seinen Weg. Selbst wenn das erste Ei nicht befruchtet sein sollte, weil Lilly und Luke noch in der Kennlernphase waren – alles passiert, wie es richtig sein soll. Hat es in dieser Saison unter denkbar ungünstigen Umständen und wird es weiterhin . smile

 

In diesem Sinne – eine gute Nacht, einen traumhaft schönen Tag und möglicherweise ein herzliches Willkommen für ein Geburtstagsküken. smile

 

PS: Wer nach weiterem Lesefutter sucht, wird hier fündig. Dort sind in chronologischer Reihenfolge alle Tagebuchbeiträge ab 2019 aufgezeichnet. Viel Spaß dabei!

 

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Hallo an alle Storchenfans!!!! Ich schaue schon seit 2 Jahren zu. Es ist immer wieder schön alles von EV zu lesen. Du kannst das alles so super beschreiben❣️Eigentlich wollte ich schon lange mal schreiben, aber ich lese lieber. 😉 Trotzdem möchte ich mal danke an Alle sagen!!!! Auch an Lars und sein Team. Ich finde es super was ihr in eurer freien Zeit so macht. Ich war auch schon mal vor Ort, da ich hier aus Brandenburg komme. Macht weiter so. 👍 Ich drücke die Daumen das wir bald Zuwachs haben. Bleibt alle gesund und ich freue mich weiter auf… Weiterlesen »