08.06.2020 – Bergbesteigung, Kuschelzeiten und leckere Heuschrecken

Da waren die Storcheneltern aber fleißig! Schon früh um fünf Uhr flatterte Lilly mit einem Schnabel voller Ästen ein, während Spinne Agathe das Geschehen ebenfalls sehr interessiert betrachtete. Junior schien noch im Halbschlaf zu sein, aber auch er wurde spätestens dann wach, als Papa Ben seinen Fuß auf dem Rücken des Kükens absetzte.

 

 

Lilly hatte den Ast quer im Nest verstaut, Ben war ausgeflogen und das bedeutete Frühstück für das Küken. Die Zeiten, in denen vor sieben Uhr nichts auf den Tisch kam, sind anscheinend vorbei. Lilly setzte dem Küken einen nahrhaften Würmerbrei vor. So früh am Morgen sollte man mit etwas leicht Verdaulichem beginnen.

 

 

 

Heute war erstmals zu sehen, wie sich unser Krümel mit dem Fuß am Kopf kratzte. Dasselbe probierte er am Nachmittag noch einmal und da bekam er das Bein schon richtig in die Höhe.

 

 

Eine Dreiviertelstunde später war auch Ben wieder zurückgekehrt. Auch er hatte für Frühstück gesorgt und das Küken saß gespannt wartend vor dem Schnabel des Elterntieres.

 

 

 

“Wir wandern auf den Wall!”

Lilly “begleitete” ihren Nachwuchs um kurz nach sieben Uhr auf dem Weg zum Austreten. Die Strecke von ca. 40 cm war unwegsam und es musste ein Höhenunterschied von mindestens 10 Zentimetern überwunden werden. Glücklicherweise bringt das Küken genügend Gewicht mit, um das Stroh herunterzutreten, sodass es auf dem Strohhaufengipfel nicht völlig außer Atem ankommt.

 

 

Es kam sogar zum Einsatz von Flügeln und Schnabel, um die Höhe zu erklimmen. Oben angekommen schaffte Junior noch eine Drehung um 180 Grad und riß zum Zeichen seines Erfolgs beide Flügelchen in die Luft.

 

 

 

Anschließend machte sich der Bergbezwinger an den Abstieg, um Mama Lilly zu besuchen und mit dieser ein wenig zu kuscheln. Ende gut, alles gut. Das Küken hat die Bergbesteigung hervorragend und ohne Umfallen gemeistert smile.

 

 

“Klappern kann ich gut”!

Junior kann seinen Kopf schon bis auf den Rücken umbiegen und mit seinem Schnabel kräftig klappern. Lilly schien auch von den Künsten ihres Nachwuchses begeistert, denn sie verdrehte bei Juniors Klapperkünsten erstaunt den Kopf.

 

 

Anschließend brauchte das Küken aber etwas Schlaf. Die Bergwanderung war anstrengender als gedacht.

 

 

Allerdings laden sich die Batterien des Kükens sehr schnell auf. Ein Päuschen von einer Viertelstunde war ausreichend und Junior war wieder neben der Störchin aufgetaucht.

 

 

Anschließend hielten sie gemeinsam nach Papa Ben Ausschau, der auch schon im Anflug war.

 

 

Familientreffen

Das nächste Familientreffen fand um halb neun statt. Ben hatte frisches Gras ins Nest getragen und Lilly verabschiedete sich, um auf Futtersuche zu gehen. Das Küken bekam seine nächste Mahlzeit und die Welt war für alle in Ordnung.

 

 

 

 

Lilly hatte kurz vor zehn alles Fressbare eingesammelt, was ihr vor den Schnabel gekommen war und kehrte ins Storchennest zurück. Das Küken hatte sie schon erwartet, verspeiste das Futter und machte es sich mit Mama Storch im Nest gemütlich.

 

 

Zuerst schauten beide Störche ein wenig in die Ferne.

 

 

Anschließend saßen sie dicht beieinander.

 

 

“Was meinst du – reicht es noch für ein Schläfchen, bevor Papa die nächsten Fische bringt??”

 

 

Es reichte smile. Das Küken streckte sich aus und fiel in einen Verdauungsschlaf, bis Ben eine halbe Stunde später auftauchte und dem Küken Fisch auftischte.

 

 

 

 

Was nicht verdaut wird, kommt wieder raus

Ein wenig Stroh und Gras wanderten bei der Fütterung ebenfalls in den Bauch des Kükens, weil diese am Futter festklebten. Zum Schluss hatte das Küken die Halme am Schnabel, aber es war gesättigt und daher störte der vegetarische Anteil der Fütterung nicht.

 

 

 

 

Um halb zwölf stand die Sonne fast im Zenit, daher war der Schatten, den Bens Körper warf, sehr kurz. Das Küken rutschte ganz dicht an das Bein des Storchenvaters heran, sodass es genügend Schatten bekam.

 

 

Eine Stunde später waren dickere Wolken aufgezogen, sodass die Sonnenstrahlung nicht mehr intensiv war und unser Küken entspannt im Nest liegen konnte. Die Storcheneltern verbrachten etwas gemeinsame Zeit, beobachteten das Küken bei seinem Nickerchen und hielten ebenfalls ein kleines Schläfchen.

 

 

 

Ben hatte Lilly und dem Küken das Nest überlassen und beide nahmen sich ausgiebig Zeit zum Faulenzen (oder besser zum Wachsen für das Küken). Der Nachwuchs lag nahe dem Nestrand und schaute sich an, was in der näheren Umgebung passierte.

 

Junior lernt das Stehen

Zwanzig Minuten später war das Küken bei seinen täglichen Stehversuchen zu sehen und es klappte schon bestens. Noch kann es sich nicht allzu lange auf den Beinen halten, aber zuerst die Technik und dann die Ausdauer.

 

 

 

 

 

Perfekterweise flog Ben zu genau diesem Zeitpunkt ein und belohnte die sportlichen Übungen seines Nachwuchses mit einer Futterportion. Anschließend kam das Küken aufgrund von Übergewicht zwar nicht mehr auf die Beine, dafür kuschelte es eine Runde mit dem Storchenpapa.

 

 

 

Lilly hatte eine Stunde später die Aufsicht über das Küken übernommen, das sich immer noch wohlig im Nest rekelte.

 

 

Ordnung ist das halbe Leben (?)

Wenige Minuten später war Junior richtig munter und begann, im Nest aufzuräumen. Der Erdklumpen ließ sich gut verteilen, wenn das Küken diesen im Schnabel hatte und damit lange genug seinen Kopf schüttelte.

 

 

 

Beim Putzen muss mittlerweile keiner mehr helfen. Mit drei Wochen ist das Küken in diesem Bereich auch schon selbstständig. Es lässt sich aber immer noch gerne kraulen und gibt keinen Mucks von sich, wenn Mama oder Papa die Daunen mit dem Schnabel sortieren.

 

 

 

“Fressen? Na klar!”

Für eine Fütterung ist das Küken jederzeit zu haben. Dafür taucht es sogar aus dem Tiefschlaf auf. Heute standen viele Würmer und auch große Heuschrecken auf dem Speiseplan. Die grünen Hüpfer hingen teilweise im Stroh fest, aber das Küken bekam alle eingesammelt.

 

 

Bei diesem Bild kann man ganz deutlich die einzelnen Federkiele sehen, die in der Haut des Kükens sitzen.

 

 

Papa und Mama passen auf und Junior kann beruhigt den Sonnenuntergang bewundern. Um halb neun war das Küken eingeschlafen und Lilly hielt ihre Abendwache. Da sich Störche anscheinend nie lange im Tiefschlaf befinden, war auch das Küken kurz nach 21 Uhr nochmals zu sehen. Der Ministorch demonstrierte eine Dehnung in perfekter Weise und ohne Umzufallen. Die Storchenmama kann stolz auf ihren Nachwuchs sein.

 

 

 

 

 

Gute Nacht, ihr drei. Schlaft gut und lasst uns morgen wieder an eurem Leben teilhaben.

 

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Dankeschön Ev für die witzigen Kommentare, es macht jeden Tag Spaß diese zu lesen

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