Wenn der Storch randaliert und alle Einwohner weckt, hört sich das im ersten Moment wie ein Märchen an. Normalerweise wohnt ein Storch hoch in den Lüften auf einem Horst. Interessant wird es jedoch, wenn es im Morgengrauen an der Tür klopft und der Storch Einlass in die Menschenbehausung begehrt. So geschehen in Glambeck, einem Dorf im Brandenburger Land.
Wir schreiben den Monat Mai im Jahr 2016. Auf dem Kirchendach befindet sich ein Storchennest, in dem ein Storchenpaar regelmäßig brütet. Aber sie sind nicht alleine. Ein dritter Storch lebt ebenfalls im Dorf und lässt das Storchenpaar nicht aus den Augen. Fliegt das Männchen vom Nest, taucht manchmal der Einzelgänger auf dem Nest auf. Sind die Küken geschlüpft, bringt auch er regelmäßig Futter für den fremden Nachwuchs herbei.
Als ob das nicht schon merkwürdig genug ist – der Storch landet jeden Tag beim Morgengrauen auf einem Haus und beginnt, das Fenster mit seinem Schnabel zu bearbeiten. Ausdauernd und lautstark. Damit ist die Nachtruhe für sämtliche Anwohner vorbei.
Sportprogramm oder automatischer Weckdienst?
Es bleibt nicht bei einem Fenster. Der Storch wandert die Dorfstraße entlang und versetzt Haustüren und Autos Schnabelhiebe, die massive Spuren hinterlassen. Je früher die Sonne aufgeht, desto eher werden die Dorfbewohner geweckt und haben keine Chance zum Ausschlafen. Eine Änderung des Verhaltens scheint nicht in Aussicht und bis August, wenn die Störche Richtung Afrika ziehen, ist es noch lang.
Laut Beringung hat der Solostorch bereits zweimal mit einer Partnerin erfolgreich gebrütet. Diesmal kam er spät, blieb er alleine und begann, ein merkwürdiges und störendes Verhalten an den Tag zu legen.
Wenn der Storch im Anmarsch ist
Mittlerweile bleiben Autos sicherheitshalber nicht mehr auf der Straße stehen und Türen und Fenster sind mit Planen und Holzlatten gesichert. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Nachtruhe jeden Tag kurz nach vier für alle Glambecker beendet ist, denn das Klopfen des Storchenschnabels lässt sich beim besten Willen nicht überhören. Selbst bellende Hunde im Haus scheinen keinen Eindruck auf den ungebetenen Gast zu machen. Zielsicher besucht er täglich die gleichen Häuser und Autos und poltert wie ein pubertierender Teenager herum. Bereits seit dem Monat Mai.
Spannend wird auch, wenn es darum geht, wer diese Schäden bezahlt. Übernimmt die Hausratversicherung? Ist die Kaskoversicherung bei Glasbruch oder Beulen durch Schnabelhiebe in der Zahlungspflicht?
In jedem Fall bekam das Dorf von einem Tag auf den anderen sehr viel Aufmerksamkeit und wurde nicht nur verstärkt von Touristen besucht. Reporter, Fernsehteams und viele Neugierige klingelten plötzlich an den Häusern des Ortes und fragten nach dem Storch, der ein ganzes Dorf drangsalierte.
Die ganze Geschichte lesen und schmunzeln? Bitteschön:
Wenn der Storch randaliert – Viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in den Tag!
Und zum Schluss ein wunderschönes Foto von Bens Schlafgemach. Geschossen vom Außenreporter Peter.



Thank you so much for this very strange and beautiful story and for the very funny article!!! I hope that the nesting season was a success and that the “problematic” stork left together with all his peers.