08.07.2020 – Flugübungen mit Spagat und Verfolgungsjagd ums Futter

Guten Morgen, liebes Abendbrot! Früh um fünf Uhr musste Junior sich von seinem gestrigen Essen verabschieden und es war ihm wieder sichtlich unangenehm. Obwohl der kleine Storch sonst alles sehr gerne in den Schnabel nimmt – das schon einmal gefressene Futter gehört nicht dazu. Deshalb wurden die Überreste schnell an den Nestrand entsorgt und Junior wartete lieber auf frisches Futter.

 

 

 

 

 

Einmal Nachschlag bitte!!

Frühstück gab es heute das erste Mal um 5:12 Uhr. Ben war eingeflogen und hatte den Hunger des Kükens gestillt. Aber das gab sich nicht mit einer Mahlzeit zufrieden. Man konnte es wenigstens probieren, vielleicht hatte Papa Ben noch mehr im Hals??

 

 

 

 

 

Es blieb bei einer Mahlzeit ohne Nachschlag. Ben hatte das Nest eine halbe Stunde später verlassen, aber Junior brauchte nicht lange zu warten. Eine Viertelstunde später flog Lilly ein und fütterte das hungrige Küken erneut.

 

 

 

Die Störchin machte bis halb acht Pause und flatterte anschließend wieder zur Futtersuche vom Nest.

 

 

Während Mama Lilly auf Beutejagd war, absolvierte das Küken seine Sportübungen. Und es klappt schon bestens. Junior kommt immer weiter in die Höhe.

 

 

 

 

Junior protestiert

Das nächste Familientreffen fand um 7:40 Uhr statt. Es gab frisches Stroh und während das Küken noch überlegte, von wem es jetzt gefüttert werden würde, flogen beide Elternteile wieder vom Nest.

 

 

 

So war das nicht geplant und Junior musste eine weitere Viertelstunde warten, bis Ben erneut im Nest auftauchte.

 

 

 

Das elterliche Vorbild (muss immer noch üben)

Der Storchenpapa schleppte diesmal einen Ast voller Blätter ins Nest, den er dekorativ am Rand verbauen wollte. Die Freude über das frische Grün sollte jedoch nur kurze Zeit dauern. Hätte Ben doch lieber Lilly bauen lassen, dann hätte sich Junior etwas länger an den Blättern erfreuen können.

 

 

 

 

“Festhalten Papa! Er stürzt ab!!!”

 

 

Zu spät. Jetzt dient der Ast nur noch als Igelversteck für den kommenden Herbst.

 

 

 

 

Am späten Vormittag traf sich Familie Storch wieder auf dem Nest und übte sich im Klapperkonzert. Von Zeit zu Zeit muss Junior diesen Lärm ertragen, damit er nicht vergisst, was im Fall der Fälle zu tun ist.

 

 

 

 

Fütterung mit Gymnastikeinlage

Während sich Lilly verzog, tänzelte Ben im Nest herum und versuchte, Juniors Schnabel zu entkommen, während er das Küken gleichzeitig füttern wollte. Nach mehrmaligen Umkreisungen spuckte Ben Futter aus und rettete damit seinen Kopf.

 

 

 

 

 

 

Danach beeilte er sich, um wieder vom Nest zu kommen. Aber er flog nicht weit, sondern hüpfte auf die Kamera. Dort war in Sicherheit und verbrachte seine Zeit von 10:37 Uhr bis 13:14 Uhr. Anschließend flog er vom Nest und Junior musste auf Lilly warten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abflug in die Wiesen.

 

 

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

Und hier Bens Kamerasitzung noch einmal aus der Perspektive der Baumkamera. Während der Papa seine Mittagspause genießt, übt sich Junior wieder im Fliegen.

 

 

 

 

Hier kann man die Spannweite der Flügel gut erkennen.

 

 

Und manchmal muss man sich auch im Spagat üben.

 

 

 

 

Abflug in die Wiesen. Nur Junior muss daheim bleiben.

 

 

 

 

Ich krieg dich schon!

Um 14 Uhr tauchte Ben wieder auf und es begann wieder eine wilde Verfolgungsjagd. Während Ben am Nestrand seine Kreise um das Küken zog, rutschte Junior durch das Nest und versuchte, Ben zu erwischen. An den Beinen, am Schwanz, am Schnabel… Das Küken zwickte den Storchenpapa an allen erdenklichen Körperteilen und gab erst Ruhe, als Ben Futter ausspuckte.

 

 

 

 

Anschließend versuchte das Küken, einen Nachschlag zu ergattern. Ben wandte sich zuerst der Nestbefestigung zu, aber Junior verfolgte hartnäckig den Schnabel und die Beine des Alttieres, sodass dieses weiteres Futter hervorzaubern musste, um Ruhe zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine halbe Stunde später wurde Ben von Lilly abgelöst. Das Küken war noch satt und Lilly machte sich nach zehn Minuten wieder auf die Reise.

 

 

 

 

 

Diesmal musste Junior fast zwei Stunden alleine bleiben, bis Lilly vorbeischaute, ob das Küken etwas zu fressen brauchte.

 

 

 

Auch Ben lieferte sein Futter pünktlich zur Abendbrotzeit ab.

 

 

 

 

Er wurde zwar fast aufgespießt, als ihm das Küken seinen Schnabel bis in den Hals schob, aber er hatte auch zu leckere Sachen im Schnabel. Mäuse und Ratten gehören anscheinend der Vergangenheit an. Ben serviert meist Futter, das wie frisch von der Fleischertheke aussieht. Kein Fell dran und nur rosafarbenes Fleisch. Es ist nach wie vor ein Rätsel, was der Storch da täglich einsammelt und welchen Hof er plündert.

 

 

 

 

Nachschlag bitte! Und den bekam das Küken auch. Man muss nur den Schnabel oft genug in den Hals des Storchenpapas schieben, dann klappt das mit dem (mehrmaligen) Nachtisch.

 

 

Nächtliche Einzelunterbringung

Um halb sieben war aber Schluss mit der Fütterei und mehr sollte es heute auch nicht geben.

 

 

 

 

Um 18:49 Uhr verabschiedete sich Ben vom Küken und kehrte im zweiten Nest ein. Nach einem kurzen Nieselregen sah der Storch etwas gerupft aus und war den restlichen Abend damit beschäftigt, die Federn zu trocknen. Anschließend flog er aus, um die Störchin einzusammeln und kehrte mit Lilly kurz vor zehn Uhr ins Nest zurück. Junior hatte sein Kinderzimmer für sich alleine und Lilly und Ben kuschelten auf dem zweiten Nest. Es dauert aber nicht mehr lange, dann gesellt sich auch Junior dazu.

 

 

 

 

 

 

Es gibt einfach kein Vorbeikommen an diesem stattlichen Storch. Da musste Lilly ihren Ben doch glatt mitten in der Nacht wecken.

 

 

Dann schlaft gut, ihr Störche. Wir sehen uns morgen wieder.

 

 

 

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