07.04.2020 – Sie verhalten sich schon, als würden sie brüten

Um sechs Uhr standen Ben und Lilly im Nest. Obwohl auf den ersten Blick keine zwei Störche zu sehen sind, beim Zählen der Beine kommt man auf mehr als einen Storch.

 

 

Einmal die Brustfedern zurechtzupfen bitte und anschließend gemeinsam Ausschau halten.

 

 

 

Kurt nach sechs Uhr hob Lilly vom Nest ab. Ben brauchte noch fünf Minuten, bevor er sich auch zu seinem ersten Rundflug entschloss.

 

 

 

 

 

Fünfzehn Minuten später tauchte er wieder auf, um die Betten zu machen.

 

 

Anschließend wanderte er im Nest umher und wartete auf Lilly.

 

 

 

 

Die Störchin kehrte um sieben Uhr zurück und beide Störche begrüßten sich freudig und laut.

 

 

Jetzt machen wir das gemeinsam

Anschließend zeigte Ben Lilly, was er an Veränderungen im Nest plante und welche Äste umgelagert werden sollten.

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss der Besichtigung zerrte Ben einen Stock hervor, mit dem er Lilly in die Quere kam. Die Störchin hatte dann keine Lust mehr auf Verschönerungsarbeiten und legte eine Auszeit ein.

 

 

 

Da er nicht weiterwerkeln durfte, entschied sich Ben, das Nest weiter auszupolstern.

 

 

So, Lilly muss ein wenig zugedeckt werden, dann sieht sie noch hübscher aus.

Aber die Störchin wollte nicht zu einem grasgrünen Osterei werden und erhob sich, bevor Ben sie ganz einbuddeln konnte.

 

 

 

 

Ostervorbereitungen

Daher flog Ben wieder aus, vielleicht kam ihm ja etwas Nützliches vor den Schnabel.

„Schatz, sieh doch mal, ich hab den Osterstrauch mitgebracht!“

 

 

Lilly fand sich ohne Vorwarnung inmitten dichten Gestrüpps wieder, während Ben sehr zufrieden mit seinem Osterstrauch durch das Nest zog.

 

 

Die Störchin packte sofort mit an, weil zusammen bekanntlich alles leichter geht.

Oder auch nicht.

Zuerst bekam sie den Ast auf den Rücken gelegt.

 

 

 

Anschließend versuchten beide Störche, diesen am Rand unterzubringen. Aber die Seite schien nicht richtig.

 

 

 

Ben stand rücklings zum Nestrand, während Lilly den Ast vorwärtsschob und ihren Gatten damit beinahe vom Nest geschubst hätte.

 

 

Das ist meins!

Dann also doch hier hin. Lilly nahm die Sache jetzt in die Hand bzw. in den Schnabel und zerrte den Ast alleine durchs Nest. Damit war Ben nicht ganz einverstanden, immerhin hatte er das schöne Spielzeug ins Nest gebracht. Also musste auch er mit anpacken und gemeinsam transportierten sie den Ast durch das Nest.

 

 

 

 

Der Ast lag, aber mit einem Ende ragte er weit über den Nestrand. Vielleicht könnte man eine Flagge hissen, dann wäre der Ast zu etwas nütze?

 

 

 

Nein, es war doch noch nicht die richtige Stelle. Diesmal nahmen sie ihn zu zweit in den Schnabel und trugen ihn durch das Nest. Es erinnerte ein wenig an die sieben Schwaben, mehr Störche hätten aber nicht an den Ast gepasst.

 

 

Ablegen und den Stock in Ruhe lassen? Nicht mit Ben.

 

 

„Das ist mein Stock und er kommt hier drüben hin!“

 

 

 

 

 

Nachdem sich die beiden Störche fast an dem Ast aufgespießt hatten, machte Ben bei dem Versuch, diesen vor dem Herunterfallen zu bewahren, fast einen Abgang.

 

 

 

 

„Also doch auf dieser Seite probieren, da waren wir noch nicht.“

 

 

Dummerweise war das die Seite, an der die Äste immer runterfallen wollen. Ben hatte den Ast noch im Schnabel. Leider öffnete er diesen und es stellte sich das übliche Ende der Bauversuche ein – weg war der Ast.

 

 

„Schatz, sag mal, ist dir das schon öfter passiert? Da unten liegt nämlich eine ganze Menge Holz.“

Gut, dass Lilly das nur dachte.

 

 

 

„Es ist schon merkwürdig, warum das mit dem Nestbau nicht so richtig klappt.“

 

 

 

 

Hier fliegen sie noch gemeinsam aus

Um acht Uhr hatten sich beide Störche für einen Ausflug entschieden, von dem sie knapp zwei Stunden später heimkehrten.

 

 

 

Kurz nach zehn Uhr verließen sie wieder das Nest, aber Ben kehrte schnell zurück. Dann verbrachte er eine lange Zeit alleine auf dem Nest, während Lilly sich den Bauch füllte.

 

 

 

 

 

 

 

Um halb drei tauchte die Störchin wieder auf.

 

 

Nach einer Viertelstunde flog Ben vom Nest und ging auf Futtersuche.

 

 

Jetzt blieb Lilly alleine im Nest und wartete auf Bens Rückkehr.

 

 

Der Storch blieb auch nur zehn Minuten weg, dann zog es ihn zum Nest zurück.

 

 

Typisches Brutverhalten

Von da an ging es immer im Wechsel. Ein Storch kam, der andere ging. Kurzzeitig waren sie zusammen zu sehen, dann brach einer der beiden auf. Dieses Verhalten findet sich normalerweise erst in der Brutphase, wenn ein Elternteil auf den Eiern sitzen muss, während der andere Storch zum Fressen ausfliegt. Die beiden spielen sich also schon für die Brutzeit ein und es klappt bestens. Lilly ist immer etwas länger als Ben unterwegs, aber sie muss hinsichtlich des Gesamtgewichtes noch aufholen.

 

 

 

Hier wartet Lilly, während Ben eine Stunde auswärts unterwegs war.

 

 

 

Anschließend wurde ein Kuschelmoment eingeschoben, bevor Lilly das Nest verließ. Sie kehrte nach 1,5 Stunden zurück und wurde von Ben freudigst begrüßt.

 

 

 

 

 

 

Nun blieb Lilly wieder im Nest und genoss die Abendsonne.

 

 

 

 

Um sechs Uhr hatten beide Störche das Nest verlassen. Eine Stunde später flogen sie zusammen ein. Wahrscheinlich hatte Lilly Ben abgeholt und nach Hause gebracht, bevor sie zu ihrer letzten Runde ausflog.

 

 

 

 

 

Um halb neun war Zapfenstreich im Storchennest. Lilly entschied sich, die Nachtruhe im zweiten Nest zu beginnen und flog zu diesem hinüber. Ben folgte ihr umgehend, da es sich alleine schlecht kuscheln lässt.

 

 

 

 

Habt eine wunderschöne gute Nacht und genießt die Zweisamkeit. Schlaft gut und seid glücklich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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…… immer wieder schön zu sehen.
==::==
Kuddel-Hamburg

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