Elli hat ihre Wohnung besucht und für Ordnung gesorgt, die Kindergartengruppe hat jetzt die flüggen Jungstörche direkt vor der Nase und kann ohne den Baum auch besser vom Nest abheben. Und die Eltern müssen alleine schlafen, denn die Jungen wollen aus dem Nest, weil das Hotel Mama schließt.
Elli verbrachte die Nacht im Nest und war bereits um halb fünf beim Nestputz zu sehen.
Na, was ist denn hier passiert? Als es hell wurde, konnte man erkennen, dass lauter weiße Daunenfederchen im Nest lagen. Wer hatte hier wen gerupft? Oder hatte Elli die alle verloren?
Die Störchin räumte auf und erneuerte an verschiedenen Stellen den Nestboden. Mittlerweile ist viel Stroh aus dem Nest verschwunden und vom Wind abgetragen worden. Die verbauten Zweige und Äste am Nestrand sind auch weniger geworden. Wer sich an die letzten Jahre erinnert, man konnte oft nicht richtig über den Nestrand hinwegsehen. Jetzt ist alles flach und sieht wieder wie zum Beginn der Saison aus.
Elli flog mal schnell vom Nest und kehrte gleich wieder zurück. Jetzt konnte man sehr genau sehen, dass sie wieder einen Ausflug gemacht hatte, von dem sie schmutziger zurückkam als zuvor. Das war bei den anderen Störchen bisher nie so. Wo ist Elli nur unterwegs, dass sie wie ein kleines Dreckferkel aussieht, wenn sie zurückkehrt? Wo in Fohrde ist diese Dreckstelle?
Das Putzen wird wirklich nur die Federn richten. Sauber wird dieses Gefieder wohl nie.
Um halb acht zogen dunkle Wolken am Horizont auf, aber Elli genoss ihre Pause, bevor sie sich eine halbe Stunde später auf den Hochsitz zurückzog.
Für einen Moment waren nur noch die roten Storchenbeine zu sehen, dann war Elli den beobachtende Blicken entschwunden.
Um 8:42 Uhr kletterte Elli wieder ins Nest, beäugte kritisch den Nestrand und brach kurz vor 9 Uhr zu ihrer Frühstücksrunde auf.
Ein neuer Tag in Ungarn – Hotel Mama schließt
Da stehen Störche im Nest und wer sehr genau hinsieht, kann auf dem zweiten Bild einen Storch auf dem linken Haus stehen sehen.
Bevor ausgeflogen wurde, tauchte eines der Alttiere im Nest auf. Bei der Entfernung ist es oft schwer zu erkennen, ob Szofi oder Macus im Nest stehen. Eines der Jungtiere bettelte im Sitzen nach Futter, aber Hotel Mama ist gerade dabei, die Pforten zu schließen. Je schneller die Jungtiere es lernen, sich selbst zu verköstigen, desto unabhängiger sind sie, wenn sie in wenigen Wochen ohne die Eltern in die Welt aufbrechen.
Es war wahrscheinlich wieder das jüngste Küken, das entspannt im Nest lag und zusah, wie die Mitglieder der Familie kamen und gingen. Aber es hat sich prächtig entwickelt. Warum es im Gegensatz zu seinen Geschwistern immer liegend im Nest anzutreffen war, lässt sich nicht nachvollziehen. Möglicherweise ist es wie unser Otto ein ruheliebendes Tier.
Mal wieder alleine
Alle sind ausgeflogen, Storchenpapa Macus ist im Garten unterwegs und niemand ist zum Spielen da. Dann kehrte eines der anderen Storchenkinder zurück, landete zuerst auf dem Dach der Volieren und hüpfte von dort auf die Wiese.
Das ermunterte das im Nest wartende Küken endlich, auch seine eigenen Flügel auszubreiten und seinen Geschwistern zu folgen.
Was wird denn das? Diese beiden Störche übten anscheinend schon mal das Vertreiben anderer Tiere, denn sie hatten sich voreinander aufgebaut und sahen sich drohend an. Noch haben alle Storchenkinder Wohnrecht in Szofis Nest, aber hier sah es aus, als ob sich zwei Jungtiere jeden Moment an die Gurgel gehen wollten.
Auflösung: Wer genauer hinsieht, erkennt zumindest einen roten Schnabel. Es waren doch nicht zwei der Jungtiere. Anscheinend hatten Macus und Szofi gemeinsam nach ihren Jungen geklappert, um diese zum Nest zurückzurufen. Ob das klappt?
Wir wollen dieses Nest bitte mieten!!
Die Nestbewohner waren ausgeflogen, das älteste der Küken aus diesem Nest sitzt im Kindergarten und daher schien es logisch, dass es sich die drei Jungtiere auf diesem Horst bequem machte und munter die Umgebung betrachteten.
Sie kamen gemeinsam und flogen gemeinsam wieder ab. Noch fühlen sich die Tiere miteinander verbunden. In wenigen Wochen wird das Gefühl verschwinden und sie gehen ihre eigenen Wege und sehen sich auch als Geschwister womöglich nie wieder.
Dieser Jungstorch hatte anscheinend keine Lust auf große Höhen und machte es sich auf dem Dach bequem. Wenn auch die anderen vier Kindergartenstörche in Kürze flügge sind, werden 8 Jungtiere durch die Lüfte sausen, in Gärten und Höfen unterwegs sein, vor den Fenstern herumfliegen und mit ihrem Geklapper die Einwohner wecken.
Abends gab es einen kurzen Blick zu den flüggen Störchen, aber das Nest blieb relativ leer.
Selbst in den Abendstunden waren es vermutlich die Eltern, die im Nest standen und auf die “Küken” warteten. Diese werden die Schlafplätze auf den Dächern bevorzugt haben. Sie haben so lange fast in Erdbodenhöhe gelebt, da scheint es nun Spaß zu machen, in luftiger Höhe zu sein. Das Hotel Mama hat seine Schuldigkeit getan, nun schließen sich die Pforten.
Wir wünschen eine gute Nacht und süße Träume.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ






































