06.06.2020 – Gemütlichkeit pur

So sieht die Welt gleich ganz anders aus…

Der Sonntagmorgen brachte Sonnenschein und damit gute Laune ins Storchennest. Das Küken war unter den Flügeln versteckt und hatte es warm und trocken. Während sich die Nachtwolken verzogen, herschte unter dem Storchenbauch um fünf Uhr noch schläfrige Stille.

 

 

 

Um halb sechs durfte Junior wieder frische Luft schnuppern und nur wenige Minuten später gab es schon Frühstück.

 

 

 

Anschließend stand ein weiteres Schläfchen für das Küken auf dem Programm. Es war noch sehr früh und die Sonne schien noch nicht so warm. Deshalb musste der spärlich bekleidete Nachwuchs wieder ins warme Federbett.

 

 

Lilly brachte noch einige Stöckchen ins Nest. Nicht nur die Arbeitstechniken der Störche haben dafür gesorgt, dass das meiste Holz abstürzte und sich unterhalb des Nestes stapelt. Auch der teilweise kräftige Wind hat seinen Anteil daran, dass sich der Holzzuwachs und -verlust die Waage halten.

 

 

Diesmal klappte es mit den Ästen und sie wurden im Nest integriert. Ben erhob sich und ein schlafendes Küken kam unter seinem Bauch zum Vorschein.

 

 

 

Gegenseitige Anerkennung ist wichtig

Beide Alttiere werkelten ein wenig an der Nestumrandung herum und klapperten sich anschließend gegenseitigen Beifall zu.

 

 

 

 

Junior konnte für seine Gehversuche auch motivierenden Ansporn vertragen, aber zuerst wurde ganz viel Frühstück ins Bäuchlein gestopft.

 

 

 

 

 

 

Effektiver Einzelunterricht

Um zehn Uhr waren Ben und das Küken mit der Hausarbeit beschäftigt. Diesmal hätte man meinen können, dass der Storchenpapa vom Küken lernt, so schnell sortierte der Krümel die Halme und schüttelte das Gras durcheinander. Wo Papas Schnabel war, da musste auch das Küken räumen. Auch das ist ein Vorteil für ein Einzelkind – man bekommt alles gezeigt und kann ohne Mitkonkurrenten üben smile.

 

 

 

Kurz darauf standen beide Storcheneltern im Nest und Junior hatte seine Aufräumaktion beendet. Wenn Mama und Papa auf dem Nest sind, ist es besonders sicher. Statt mit Geschwistern zu streiten, genießt unser Küken die entspannte Situation und wartet auf sein nächstes Futter, das er nur ansatzweise mit den Eltern teilen muss.

 

 

 

 

 

Das Küken ist immer noch etwas wackelig auf den Beinchen unterwegs. Allerdings bekam es heute schon einen Toilettengang ohne Umfallen hin.

 

 

Ben stattete das Nest um halb zwölf mit frischem Gras aus und Lilly verließ den Horst. Das Küken hatte eine trockene Zudecke bekommen, aber Futter wäre auch nicht schlecht. Ben ließ sich auch nicht lange bitten.

 

 

 

 

 

Krebse mag ich nicht!

Brrr. Da war schon wieder dieses komische Tier aus dem Schnabel des Storchenpapas herausgefallen, mit dem sich Junior absolut nicht anfreunden kann. Viele kleine Krabbelbeine und anscheinend ein harter Panzer – so was will das Küken nicht fressen. Es trat den Leckerbissen freiwillig ab und Ben durfte sich das Häppchen einverleiben.

 

 

 

 

 

 

Verdauungspäuschen im Sonnenschein

Nach jedem Fressen folgt ein Päuschen und wenn die Sonne dazu scheint, lässt es sich wunderbar im Storchennest aushalten. Ben kraulte das Küken liebevoll in den Schlaf und nahm es anschließend unter die Flügel. Noch passt der “Krümel” darunter und kann es sich am warmen Bauch der Eltern gemütlich machen. Der Körper des Kükens ist mittlerweile komplett mit weißem Flaum überzogen, sodass es im Vergleich zur ersten Lebenswoche schon ein wenig die Körpertemperatur halten kann. Alle schwarzen Federn sind ebenfalls im Ansatz zu sehen, auch die typisch schwarzen Federn auf dem oberen Rücken.

 

 

 

Wenn man schön langsam läuft, klappt es schon ganz gut. Die “Ausfälle” auf den Schnabel werden weniger und das Küken balanciert sein Gewicht mithilfe der Flügel aus.

 

 

Um 2 Uhr nachmittags stand eine ausgiebige Mittagsruhe auf dem Plan. Der ganze Tag war entspannt und ruhig, wie es sich für einen Sonntag gehörte. Nur die Wolken zogen sich wieder zusammen und kündeten erneuten Regen an.

 

 

 

Ein Nachmittag im Schlaraffenland smile

Lilly und das Küken sonnten sich in den letzten Sonnenstrahlen des Tages. Junior rollte sich im Nest herum, streckte Flügel und Beinchen von sich und schien sich rundum wohlzufühlen. Mama Lilly bezupfte das kleine Kerlchen liebevoll mit ihrem Schnabel, was das Küken gerne über sich ergehen ließ.

 

 

 

 

Um halb vier tauchte auch Ben wieder im Nest auf. Er hatte sich gestärkt, brachte dem Küken einen Imbiss mit und tauschte eine Stunde später mit Lilly den Platz.

 

 

 

 

 

 

Die Wolkenwand hatte sich verdichtet und um halb fünf begann es zu regnen. Die Dusche war nach einer halben Stunde vorüber und dann flog Ben ein, der im Gegensatz zu Lilly relativ trocken aussah.

 

 

 

 

 

 

Überall findet sich ein Krümel

Lilly startete zu ihrem Ausflug und Ben übernahm seinen Wachdienst, der darin bestand, seinem Küken beim Schlafen zuzuschauen. Zwanzig Minuten später sah man den Krümel auf seinen Beinchen und Papa beim Aufräumen genauestens beobachten. Zwischen den einzelnen Strohhalmen lässt sich immer wieder ein kleines Häppchen einer vorangegangenen Mahlzeit finden, deshalb macht auch dem Küken Aufräumen solchen Spaß.

 

 

Zwischendurch braucht der Nachwuchs immer eine Erholungspause, aber dann geht es mit neuem Elan weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abendstimmung im Storchennest

Das Küken putzt sich schon jeden Tag alleine, ab und an kraulen Mama und Papa noch die unerreichbaren Stellen, aber auch bei diesem Thema ist das Küken schon relativ “erwachsen”. Morgen wird der Ministorch 3 Wochen. Wenn man vergleicht, was sich bei der menschlichen Entwicklung innerhalb von drei Wochen tut und das mit den Erfolgen von Junior vergleicht, schneidet der Storch wesentlich besser ab smile.

 

 

 

 

 

Dank unseres Spinnennetzes kam diese wunderschöne Aufnahme zustande. Für morgen sind angenehme Temperaturen angesagt, vor allem ist kein Regen in Aussicht. Wünschen wir unserem Nachwuchs und seinen Eltern eine angenehme Nacht und für den kommenden Morgen viel Sonne zur Trocknung des Nestes. Schlaft gut, ihr Störche, wir sehen uns morgen wieder.

 

 

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