06.03.2025 – Storchenmuseum Petershagen

Ben nächtigte im Storchennest auf der Kamera und flog heute früh um 7:37 Uhr in Richtung Hohenferchesar davon. Damit verschwand er wieder von der Bildfläche.

 

 

 

 

Nur Peter bekam ihn noch einmal zu sehen, als der Storch bei frühlingshaften Temperaturen durch das Wasser watete und auf Futtersuche war.

 

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Ein Blick in ein Storchenmuseum (mit eigenem Storchennest)

Während die Ostzieher auf der Heimreise sind und die frisch renovierten Storchennester in Fohrde auf sie warten, gibt es heute einen Ausflugstipp und natürlich hat auch dieser etwas mit Störchen zu tun: Das Storchenmuseum Petershagen.

Hier steht ein Bauernhaus aus dem Jahr 1701, in dem ein Museum eingerichtet wurde, bei dem sich alles um Meister Adebar dreht. Hier finden sich nachgebaute Störche in Lebensgröße, an Modellen lässt sich die riesige Spannweite der Flügel bestaunen und überall gibt es Informationen über das Verhalten von Störchen und ihren Lebensraum.

Präparate, Filme und Hörstationen machen einen Besuch zu einem spannenden Erlebnis. Natürlich erklingt auch das Klappern des Storches, mit dem alle Familienmitglieder bei der Rückkehr begrüßt oder Feinde verklappert werden. Das Highlight der Ausstellung bildet ein echtes Storchennest, das sich früher auf dem Schornstein einer Molkerei befand.

Nach dem Besuch im Storchenmuseum Petershagen können sich die Kinder auf dem Storchenspielplatz austoben und lernen, auf Stelzen zu laufen. Für die Erwachsenen gibt es im Hofcafé No2 frischen Kuchen oder eine Stärkung im Landgasthaus zur Mühlenwirtin.

 

Positive Zahlen in Petershagen im Kreis Minden – Lübbecke

Schaut man sich die Population der Störche im Umkreis von Petershagen an, entsteht ein gutes Gefühl. Gab es im Jahr 2000 gerade mal 10 Horstpaare mit 21 Jungstörchen, ergab die Zählung im Jahr 2024 unglaubliche 165 Horstpaare und insgesamt 290 Jungstörche. Das lässt hoffen, dass die Anzahl der Störche weiterhin wächst.

Ein triftiger Grund für das Anwachsen der Population findet sich in der Reiseroute, wenn die Tiere in ihre Winterquartiere fliegen. Seit 2007 verschiebt sich die Anzahl der Tiere zugunsten der Westzieher. Vielfach überwintern die Störche bereits in Spanien, sodass sich die strapaziösen und gefährlichen Reiserouten der Tiere verkürzen. Dadurch kehren mehr Störche gesund zurück und die Anzahl der Brutpaare steigt kontinuierlich an. Oftmals kehren die Jungtiere bereits im Alter von 2 Jahren zurück (üblich ist eine Rückkehr ab dem dritten Lebensjahr).

Die Weser galt als Zugschneide für die Ost- und Westzieher. Da Letztere nun immer früher in ihre Nester zurückkehren, wird es für Ostzieher schwierig, in den westlichen Gebieten freie Nester zu finden.
Das hat zur Folge, dass sich die Ostzieher immer mehr in den östlichen Gebieten niederlassen, aber auch vereinzelte Westzieher den langen Weg in den Osten für eine freie Behausung auf sich nehmen (müssen). Wie uns Ben bewiesen hat.

 

Wer neugierig geworden ist, sollte sich die Zeit nehmen, um einen Besuch in Petershagen einzuplanen.
Die Adresse lautet:

Westfälisches Storchenmuseum

Im Grund 4

32469 Petershagen

Wer sich näher informieren möchte, wird unter

https://stoerche-minden-luebbecke.de/home/

fündig.

 

 

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

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2 Kommentare
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Danke liebe Ev für diesen interessanten Bericht. Es gibt wirklich erfreuliche Entwicklungen, was die Storchenpopulation betrifft. Auch in Niederbayern haben wir mittlerweile soviele Paare wie nie zuvor. Meine Heimatstadt will sogar “Storchenstadt” werden. Wir haben allein im mittelalterlichen Stadtkern 4 Paare, für weitere 3 Horste sind schon genügend Spenden eingegangen. Straubing liegt direkt an der Donau, in den Donauauen finden die Tiere reichlich Futter. Auch im Tierpark leben freie Störche, die dort überwintern. Im Landkreis gibt es ebenfalls viele Orte mit Storchennestern. In der Tageszeitung wird über deren Ankunft, Brut, Anzahl der Küken, flügge werden und Abflug der adulten Störche… Weiterlesen »