Otto und Elli haben anscheinend R&B für sich entdeckt. Man muss ja nicht nur eine Wohnung im Sommerurlaub nutzen. Für ein paar Nächte dem Alltagstrott entfliehen und ausprobieren, was in der Gegend vorhanden ist? Dummerweise sind die anderen Objekte nicht mit einer Kamera ausgestattet…
Otto war hartnäckig und hatte die ganze Nacht auf Elli gewartet. Aber die Störchin hat heute Nacht ihre persönliche Auszeit genommen und anscheinend auf einem anderen Nest geschlafen.
Halleluja, Elli ist wieder da!
Otto ist da und auch Elli flog heute Vormittag wieder ein. Vielleicht hatte sie ein freies Nest zum Übernachten direkt am Wasser gefunden? R&B läßt anscheinend grüßen.
Um halb acht landete Elli im Nest, nachdem Otto bereits ausgeflogen war. Immerhin hatte die Störchin frisches „Bettzeug“ mitgebracht und machte es sich gleich mal gemütlich.
Eine halbe Stunde später war das Fohrder Storchenpaar wieder vereint. Otto kehrte zurück und wurde klappernd von Elli empfangen.
Ottos Begeisterung war so groß, dass er eifrig in Ellis Schwanzfedern herumstocherte und die Störchin damit in die Höhe jagte.
Dann dauerte es nur wenige Augenblicke und Otto war derjenige, der gemütlich auf dem Nestboden lag. Elli begann sofort mit einer Massage, die Otto sichtlich gefehlt hatte.
Man kann nicht immer nur massieren
Das fand auch Elli und widmete sich kurzerhand der Nestgestaltung. Außerdem war es wieder Zeit, vom Nest zu fliegen und sich auswärts umzusehen.
Zuerst nahm Elli aber mit der Kamera vorlieb und hopste auf diesen erhöhten Sitzplatz. Otto machte einen langen Hals, blieb aber trotzdem liegen.
Doch um halb zehn packte es den Storch. Aus heiterem Himmel begann Otto, den Nestboden förmlich umzupflügen. Ein Heuhaufen wurde von rechts nach links umgelagert, außerdem stocherte der Storch so tief im Nestboden herum, als ob er mit dem Schnabel durch den Boden durchstoßen wolle.
Elli hatte Otto von oben beobachtet und hüpfte nun von der Kamera herunter. Sie musste begutachten, was der Storch da fabriziert hatte.
Elli zeigte sich für Ottos Arbeit erkenntlich und begann, an diesem herumzuknabbern. Allerdings war sie diesmal sehr rabiat, denn es sah nicht immer angenehm aus, was die Störchin da tat.
Als sich Elli jedoch in Richtung Rücken und Schwanzbereich vorarbeitete, schien Otto zu sagen, dass sich Elli bitte nur auf die Stellen beschränken solle, an die er nicht alleine herankam – den Kopf und den Hals.
„Nein, nein, das kann ich selber, Elli. Schau, da komm ich mit meinem Schnabel selber ran.“
Aber es war schon zu spät, Otto erhob sich lieber, als sich von Elli weiter pieken zu lassen.
Der Storch hätte ruhig liegenbleiben können, denn Elli hatte etwas Konkretes im Sinn. Sie sauste hinab in den Garten und war zwei Minuten später wieder zurück.
Diesmal hatte Elli etwas vom Komposthaufen entsorgt und versuchte den Klumpen gewaltsam zwischen Ottos Flügel zu stopfen. Das gefiel dem Storch gar nicht, also stand er wieder auf. Dabei nahm er Ellis Hals mit in die Höhe, sodass diese ihn nicht länger piesacken konnte.
Kaum war Otto aufgestanden, ließ sich Elli nieder. Anscheinend gibt es eine interne Absprache – wenn einer aufsteht, darf sich der andere hinlegen.
Und was passiert, wenn Elli im Nest liegt? Na klar – der Storch steigt der Störchin auf den Rücken. Heute sah das auch sehr akrobatisch aus.
Um halb elf begann es in Fohrde zu regnen. Endlich eine Wäsche für Elli, aber ob die wirklich helfen würde?
Dafür war die Intensität des Regens leider zu gering. Außerdem flüchtete Elli vom Nest, sodass Otto für eine halbe Stunde alleine begossen wurde.
Zur Mittagszeit standen beide Störche für kurze Zeit gemeinsam auf dem Nest, bevor sich Otto entschloss, auf sein Mittagsschläfchen zu verzichten und auf Futtersuche zu fliegen. Vielleicht nutzt er aber still und heimlich einen anderen Horst für seine Siesta?
Elli schaute einen Moment fragend hinterher, entschloss sich dann aber, dem Storch zu folgen. Wer weiß, wo er sonst hinflog und nicht wieder aufzutreiben war?
Wie gewohnt trudelte die Störchin am Nachmittag zuerst auf dem Nest ein. Um 14:30 Uhr kehrte sie kurz ins Heim zurück, um gleich darauf wieder loszuflattern.
Nesthopping?
Und damit war der Fohrder Storchentag beendet.
???
Den weiteren Tag und auch die Nacht blieb das Nest leer. Diesmal waren beide Tiere verschwunden. Wahrscheinlich muss Peter eine Nachtwanderung machen, damit wir rausfinden, wo sich die Störche in der Nacht aufhalten. Weit weg dürfte es nicht sein, denn bisher fühlen sie sich an das Fohrder Storchennest gebunden und sind immer wieder zurückgekehrt.
Ein ganz kurzer Blick ins ungarische Nest
Heute gab es keinen Regen und die Küken müssen noch einige Tage bei hochsommerlichen Temperaturen ausharren, bevor das Wetter etwas kühler wird. Auch wir haben im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, dass der Sommer bereits im Juni dauerhaft Einzug gehalten hatte und es praktisch bis Ende August durchweg heiß war und fast keinen Regen gab.
Deswegen hieß es auch heute, warten auf Wolken, die Schatten spenden und auf Wasserlieferungen von Mama und Papa.
Wenn man nur schon wie Papa Storch vom Nest runterfliegen könnte. Im Schatten der Bäume lässt es sich bestimmt gut aushalten.
Der Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse. Der nächste Entwicklungsabschnitt wird komplett sein, wenn sich die Küken für längere Zeiträume hinstellen und durch das Nest marschieren. Sind sie erst einmal mobil, dauert es nicht lange, bis die vier flügelschlagend durch das Nest hüpfen.
Hier sind schon die ersten Versuche zu sehen, wobei dieser Junior aufpassen muss, nicht rückwärts aus dem Nest zu purzeln.
Die Beine färben sich immer mehr. Jetzt haben bereits zwei Küken fast komplett rötliche Beine. Bei den beiden anderen dominiert noch die dunkle Farbe.
Noch schnell ein Abendbrot futtern, bevor es ins Bettchen geht. Anschließend hatten die Küken noch bis 22:30 Uhr Unterhaltungsbedarf. Es dann sah man die vier mit geschlossenen Augen im Nest liegen, während Szofi und Macus den Schlaf ihres Quartetts überwachten.
Schlaf gut und genießt die kühlen Nachtstunden.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ



















































