Elli und Otto stromerten heute fast den gesamten Tag durch die Gegend und fanden sich nur zu Ottos Schlafpausen im Nest ein. Im ungarischen Nest gab es dagegen Zuwachs – das erste Küken aus dem Inkubator zog heute zu Mama und Papa ins Nest ein.
Langsam wird es zur Routine und es geht auch nur, solange Otto keine Eier unterm Bauch hat. Der Tag begann mit einer Rückenmassage für Otto. Und diesmal war es Elli, die sich beim Balancieren so richtig wohlfühlte und den Ausblick genoss. Mit ausgebreiteten Schwingen würde diese Szene an “Titanic” erinnern, die Höhe des Storchenmastes lässt sich sicher mit der Bughöhe eines Schiffes vergleichen.
Allerdings schraubte sich Otto irgendwann in die Höhe, sodass Elli absteigen musste. Sie hätte aber sicher auch noch länger ausgehalten.
Nach dieser Massage brauchte Otto ein Entspannungsschläfchen.
Ein bißchen Arbeit muss auch sein. Und wenn es nur darum geht, etwas Heu zu holen.
Ausgleichende Gerechtigkeit – denn was Elli kann, kann Otto schon lange. Auch er kletterte auf Ellis Rücken herum. Anschließend ließ er sich auf ihren Rücken nieder, während er an der Störchin herumschnäbelte.
Fohrde musste auch heute dringend von Ästen befreit werden. Manchmal bekommt man sie nicht aus dem Schnabel, weil da zu viele Ästchen sind. Aber die großen Äste machen optisch einfach mehr Eindruck, deshalb sind sie derzeit bei Otto sehr beliebt.
Elli und Otto gönnten sich noch eine Ruhephase, bevor sie zu ihrem Mittagsmahl ausflogen, das heute um die vier Stunden dauerte.
Elli war die erste, die gegen 14 Uhr zurückkehrte. Etwas später folgte auch Otto, um sich für ein Mittagsschläfchen hinzulegen.
Elli gehört nicht zu den Störchen, die den ganzen Tag im Nest verschlafen. Sie muss etwas tun und deswegen machte sie sich wieder auf den Weg. Otto blieb zurück, um das Nest zu bewachen. Nicht, dass es jemandem einfiel, den Horst zu besetzen, wenn sie unterwegs waren.

Am Nachmittag starteten die beiden Störche nochmals zu einem Rundflug, bei dem sie anscheinend viele Stellen abklapperten. Immerhin kamen sie erst gegen 21 Uhr zurück und standen dann einträchtig im Sonnenuntergang auf dem Nest.
Elli ist jetzt seit einer Woche in Fohrde. Solange dauerte es auch bei Szofi, bis das erste Ei gelegt wurde. Wir üben uns weiterhin in Geduld und schauen in Ungarn bei den Minis vorbei.
Ein Küken mehr??
In Ungarn herrscht ähnliches Wetter wie hier. Höher als 14 Grad werden die Temperaturen diese Woche nicht klettern, außerdem gibt es immer wieder Regen.
Unter dem Bauch von Mama und Papa ist es immer warm und trocken, deswegen bekamen die drei Babystörche heute nicht allzu viel frische Luft.
Den drei Minis geht es gut. Gestern hatten Macus und Szofi sogar Wasser ins Nest gebracht. Heute kam das Nass ohne ihr Zutun von oben. Das heißt, heute wurde unter dem Bauch und demzufolge im Dunkeln gespielt.
Kurz nach neun trat die Störchin aufgeregt an den Rand des Nestes, ließ die Jungen aber nicht aus den Augen. Es war ja auch nur ein Kochlöffel, der eine Fuhre kleingeschnittener Fleischstückchen brachte.
Während die Lage des Fleisches noch fix korrigiert wurde, beobachtete Szofi die Szenerie vom Nestrand aus. Da ist so viel Vertrauen in die fütternde Menschenhand – daher wartete sie geduldig, bis sich der Kochlöffel zurückzog.
Kaum war das Küchengerät aus dem Nest verschwunden, war Mama Szofi auch schon dabei, sich auf ihre Küken zu setzen.

Das erste Küken aus dem Inkubator wandert ins Nest
Nur wenige Minuten nach der Fütterung hatte Szofi dann doch fluchtartig das Nest verlassen. Gleich darauf erschien eine Hand im Nest und als sich diese wieder zurückzog, saß ein viertes Küken inmitten seiner Geschwister. Nummer eins aus dem Inkubator.
Wenn man mal überlegt, dass vor zwei Tagen drei Küken gleichzeitig geschlüpft sind und heute das vierte Storchenkind ins Nest gesetzt wurde, muss man sich fragen, wie schnell sich diese Küken entwickeln wollen. Am 3.5. schlüpften die ersten drei Tiere, nach drei Tagen sitzen bereits vier Küken im Nest. Was normalerweise eine ganze Woche gedauert hätte, wird in diesem Nest innerhalb von drei Tagen erledigt. Macus und Szofis Nachwuchs stellt hier einen Rekord auf.
Das neue Küken aus dem Inkubator unterscheidet sich nur minimal von seinen Geschwistern. Es war zwar heute noch etwas schwächer als die anderen und geriet ab und zu unter den Fuß eines Elternteils, aber es erwischte auch schon Futterbrocken und hat immerhin drei Küken zum Kuscheln und Warmhalten.
Lassen wir das Jüngste in Ruhe ankommen und wünschen für morgen etwas Sonne zum Durchwärmen. Bis dahin eine gute Nacht.

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ





























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