05.03.2025 – Storchennest Lindheim/ Eine Liebe bis zum Ende

Heute schauen wir ins Storchennest Lindheim. Dieses Nest ist ziemlich bekannt, da hier das Storchenmännchen Wilhelm wohnte. Die Angaben im Internet über den Schlupf widersprechen sich teilweise. Fakt ist, dass dieser Storch ein Alter um die 30 Jahre erreichte, was sicher der Tatsache zu verdanken ist, dass er in Lindheim überwinterte.

Laut Angaben auf anderen Internetseiten haben Wilhelm und seine Gefährtin Wilma seit 2006 jeden Winter gemeinsam auf dem Nest in Lindheim verbracht.

 

Ein treuer Storchenmann

Wilhelm schlüpfte im Hessenpark bei Neu-Anspach aus dem Ei. Im Jahr 1998 wurde dort die Storchenzucht aufgegeben und so wanderte Wilhelm, der nie nach Süden geflogen ist, nach Lindheim aus. Zuerst lebte er mit einer Störchin namens Wilhelmine zusammen, mit der er 15 Storchenkinder aufzog. 2006 wurde Wilma seine Partnerin, da Wilhelmine nicht mehr aus dem Süden zurückkehrte.

Wilma passte wunderbar zu Wilhelm, da auch sie die Winter auf dem Storchennest Lindheim verbrachte. Im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp wurde, wurde der Storch mit zusätzlichem Futter versorgt. Bis der Tierschutz und die Fürsorge mit der Bürokratie kollidierten. Die Infos dazu finden sich hier:

https://landbote.info/stoerche-und-buerokratie/

Drei Jahrzehnte Storchenleben

Nur wenige Monate später verabschiedete sich Wilhelm für immer. Am 26.10.2020 hob der Storch vom Nest ab und kehrte unverständlicherweise nicht mehr zurück. Mit seinen 30 Jahren legte er ein großartiges Alter vor, das die wenigsten Störche erreichen. Bis heute wird gerätselt, ob er krank war oder aus welchem Grund er Wilma verließ und nicht mehr zurückkehrte. Alle Versuche, ihn tot oder lebendig zu orten, schlugen fehl.

Wilma trauerte lange um ihren Partner und wehrte alle interessierten Storchenmännchen ab.

 

 

 

Eine neue Liebe und ein neues Leben

Heute lebt sie mit Storch Wilfried zusammen auf dem Schornstein in Lindheim in 23 m Höhe. Ihr neuer Partner ist sehr fürsorglich und lässt sie den Schmerz über den Verlust von Wilhelm vergessen. Wilfried ist ein wahrer Künstler bezüglich Nestausstattung. Planen, Papier und Folien werden ins Nest geschleppt, um es behaglich einzurichten. Der Storch hat außerdem eine besondere Vorliebe – nämlich Arbeitshandschuhe. Von diesen schleppte er bereits mehrere ins Nest, damit Wilma diese verbauen konnte. Gewusst wie, denn alles, was man findet, lässt sich in irgendeiner Art und Weise nutzen.

Lassen wir uns überraschen, wie viele Küken dieses Jahr im Storchennest Lindheim aufwachsen. Alles Liebe für Wilma und Wilfried.

 

 

Quelle Fotos:

https://forum.lbv.de/t/webcam-weissstoerche-in-lindheim-in-der-wetterau-hessen-2024/7372

 

Wie in alten Zeiten

Und hier möchte noch jemand im heutigen Bericht erwähnt werden. Um 18:14 Uhr landete Ben auf dem Nest und machte keine Anstalten, sich schnell wieder zu verabschieden. Nach einer Umrundung des Nestes hopste er auf die Kamera und hielt es dort den ganzen Abend aus.

Da werden Erinnerungen an all die Momente wach, die wir mit unserem Lieblingsstorch erlebt haben. Würde jetzt ein Weibchen einfliegen, würde Ben sicher in Fohrde bleiben. Träumen dürfen wir ja. Doch wenn Elfriede in Kürze zurückkehrt, ist Ben wieder weg. Daher sind wir für den heutigen Abend und Bens vertraute Anwesenheit sehr dankbar.

 

 

 

 

IMG_0438

 

https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/

 

 

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