Was ist das nur im Fohrder Storchennest? Erst blieb Otto über Nacht weg und Elli stand die ganze Zeit alleine auf dem Horst. Dann fliegt die Störchin aus und Otto kommt wieder heim. Aber jetzt warten wir auf Elli!
Aber der Reihe nach:
Otto war Dienstag Abend nicht ins Nest zurückgekehrt. Elli musste alleine schlafen und auch bei einbrechender Dämmerung war Herr Storch noch immer nicht aufgetaucht.
Um 9:40 Uhr machte Elli einen zweiminütigen Abstecher ins Nest, um nachzusehen, ob Otto schon eingeflogen war. Da weit und breit kein Otto zu sehen war, flatterte die Störchin wieder vom Nest und ging auf Storchensuche.
Um 11:47 Uhr kehrte Otto endlich nach Hause zurück. Allerdings war niemand auf dem Nest und so musste Otto nun seinerseits warten.
… und warten…
… und warten.
Otto wartete geduldig mehrere Stunden, aber als Elli blieb verschollen. Keiner da, der Otto kraulte und zwickte, aber der Storch blieb standhaft und wartete weiter auf dem Nest.
Das hat man nun davon – da schläft man mal eine Nacht auswärts und sofort ist die Störchin weg.
Jetzt hatte Otto das Nachsehen und musste warten, bis Elli der Meinung war, wieder einzufliegen.
Der Tag verging. Otto war die meiste Zeit auf dem Horst zu sehen. Entweder hielt er Ausschau nach Elli oder er döste vor sich hin.
Da machte es nicht einmal Spaß, auf Futtersuche zu fliegen. Denn dann könnte man Elli vielleicht verpassen.
Die Dämmerung setzte ein – keine Elli.
Es wurde dunkel – keine Elli.
Diese Nacht musste nun auch Otto alleine verbringen, denn Elli kam nicht zurück. Hoffen wir mal, dass das keine Gewohnheit der beiden wird. Denn dann machen wir uns wieder jeden Tag Sorgen, wo einer der Störche abgeblieben ist.
Es sind zwar keine Küken da, mit deren Entwicklung man mitfiebern kann, aber die beiden erwachsenen Störche halten uns ebenso in Atem. Und da dachten wir, wir könnten uns für diese Storchensaison entspannen…
Sind schon alle Küken in Ungarn wach?
Selbstverständlich, das Quartett wuselte bereits durch das Nest, während die meisten von uns noch schliefen. Ganz früh steht das Nest noch im Schatten, doch die sommerlichen Temperaturen von ca. 30 Grad waren schon im Anmarsch. Und für heute war kein Regen angesagt.
Frühstück um halb zehn
Eine gute Zeit, um sich den Bauch wieder zu füllen. Drei der Küken verhielten sich ganz still, das vierte Storchenkind saß am anderen Nestende und fühlte sich hinter Macus geschützt.
Als die Fleischstücke ins Nest purzelten, fraß dieses Küken ganze 6 Stück alleine. Anschließend war der Hals um ein Vielfaches dicker, während sich die Geschwister immer noch nicht bewegten.
Bis zur Mittagszeit dürfte dieser kleine Knirps keinen knurrenden Magen gehabt haben.
Kaum war der menschliche Lieferservice entschwunden, meldete sich Szofi zurück. Und die war mit der Verunreinigung des Nestes ganz und gar nicht zufrieden.
Während die Küken langsam aus der Starre erwachten, bugsierte ihre Mutter das herumliegende Futter entweder aus dem Nest oder fraß es selbst.
Fazit: Gegessen wird, wenn der Tisch gedeckt ist. Nicht, wenn Szofi zum Saubermachen kommt.
Kein Sonnenschirm, keine Wolken, keine Eltern. So geht das aber nicht!
Deshalb kam Szofi nach nur wenigen Minuten zu ihrem Nachwuchs zurück. Da die Sonne im Zenit stand, gab auch Mamas Körpergröße nicht viel Schatten her. Aber geteilte Hitze ist halbe Hitze? Oder doch nicht?
Überhaupt war Szofi heute wieder sehr viel im Nest zu sehen und stand immer ganz dicht bei ihrem Nachwuchs. Schön, wenn die Tiere die Sicherheit haben, dass menschliche Unterstützung bei diesen heißen Temperaturen kommt und man nicht den ganzen Tag dem Futter hinterherfliegen muss.
Und natürlich wurde heute wieder geduscht, vielmehr gebadet. Denn wenn Szofi und Macus Wasser brachten, dann aber richtig.
Vor vier Wochen lagen hier vier kleine Krümelchen im Nest, die noch nicht einmal eine Ahnung davon hatten, dass es Flügel an ihrem Körper gibt. Mit jedem Tag werden die Schwingen länger und länger und erreichen bald den Durchmesser des Nestes.
Ohne Wasser geht zur Zeit gar nichts. Dafür lernen die Küken, sich täglich ordentlich zu putzen. Nach dem Baden müssen sämtliche Federn gerichtet werden, damit sie in der richtigen Form trocknen. Sonst sehen die Küken wie zerzauste Spatzen aus.
Endspurt
Der Abend nahte. Da hieß es, nur noch kurz aushalten, bis der Schatten das Nest erreichte. Nun konnten sich die Küken wieder im Nest verteilen und wurden lebendig.
Auch Macus fütterte noch einmal, bevor sich die Küken bettfein machen sollten. Die mussten aber noch eine Menge Energie loswerden, die sich nach einem bewegungsarmen Tag angestaut hatte.
Wir wünschen eine gute Nacht in Ungarn und etwas kühlere Temperaturen.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ
































