Die ersten Löcher in der Schale sind zu sehen! Sitzt heute bereits ein Küken im Storchennest? Aber klar – auch in Fohrde ist jetzt das 1. Küken da! In Ungarn ist Küken Nummer 5 im Inkubator geschlüpft und wanderte heute in das große Storchennest zu seinen Eltern und Geschwistern.
Das Maiwochenende war vorbei und die Küken hatten in ihren Eiern viel Vitamin D getankt. Otto und Jezebel waren in der Warteposition, denn jetzt konnte es jeden Moment losgehen. Immerhin sind die Küken jetzt so groß, dass sie sich in der Eierschale nicht mehr rühren können und sich den Weg in die Freiheit bahnen müssen.
Die angenehmen Außentemperaturen halfen mit, die Eier warm zu halten. Da kann man schon mal die Flügel öffnen und etwas lüften, sonst befinden sich die Eier plötzlich in der Sauna.
Na, wenn das keine Vorfreude ist…
Die Störche hatten ihre Schnäbel zwar geöffnet, weil es so warm war und sie sich abkühlen wollten. Aber man könnte es auch als ein Schmunzeln auslegen. In jedem Fall ist es wieder ein Schnappschuss, der einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Und wieder werden die Eier in der Mulde herumgekullert. Und bei einem Ei ist nun ganz deutlich zu erkennen, dass bereits ein Küken dabei ist, seine bisherige Behausung aufzusägen.
Die Küken schlüpfen!
Hier ist deutlich zu sehen – kein Zweifel – Küken Nummer 1 ist auf dem Weg. Und so, wie es aussah, sollte es noch an diesem Abend im Nest sitzen.
Um 20:40 Uhr war zu erkennen, dass das Küken sein Ei aufbekommen hatte und nur noch aus der restlichen Eierschale herausfallen musste. Und im nebenliegenden Ei war ebenfalls eine Öffnung zu sehen.
Anscheinend wollten die Küken auch in Fohrde zeitgleich schlüpfen, so wie es im ungarischen Storchennest der Fall gewesen ist.
Das erste Küken ist da
Um 20:59 Uhr hatte sich das Küken aus dem Ei gekämpft und purzelte auf den Nestboden. Endlich ausstrecken können. Und herzlich willkommen im Fohrder Storchennest. Möge dieser Nachwuchs ein langes und glückliches Leben haben.
Und dann ging es schnell unter die Federn. Nach dem Schlüpfen sind die Küken nass und der Flaum auf dem Körper muss zuerst trocknen. Die Sonne war bereits untergegangen, daher brauchte es Mamas Körperwärme, um das kleine Küken vorzeigbar zu machen.
Der erste Blick von Otto – unbezahlbar!
Zwanzig Minuten später tauchte Otto im Nest auf. Jezebel war aufgestanden und Otto wollte seinen Platz auf den Eiern einnehmen, aber was war das? Da lag etwas bewegungslos neben den Eiern, was anders war.
Ganz vorsichtig senkte Otto seinen Schnabel. Das Küken regte sich nicht und Otto hielt inne.
Der Schnabel wanderte tiefer, denn Otto wollte möglichst genau sehen, was da in seinem Nest lag.
Während Jezebel pausenlos ihre Kreise auf dem Nestrand zog, tippte Otto das Kleine ganz vorsichtig mit der Schnabelspitze an, als wolle er prüfen, ob Leben in diesem kleinen Körper war.
Und ja, da zappelte was! Nun aber schnell draufgesetzt, damit der Nachwuchs es schön warm hatte. Und währenddessen machte sich auch das zweite Küken bereit, um aus dem Ei auszusteigen. Aber das würde sich besser bei Tageslicht erkennen lassen.
Guten Morgen nach Ungarn zu Szofi und Macus
So macht der Nachwuchs den Eltern Freude – alle Küken lagen im Kreis und schliefen. Allerdings währt dieses Glück nur kurz, denn irgendwer tanzt bei so viel Nachwuchs immer aus der Reihe.
Einmal kurz sonnenbaden – und anschließend Futter bitte.
Der Wunsch wurde erhört und heute gab es, wie man sieht, Fischchen und Fleisch. Der Fisch auf dem Rücken des einen Kükens fand nach einer kleinen Weile auch seinen Abnehmer. Man muss sich ja zuerst mit dem Futter vertraut machen. Schließlich kann man nicht alles in den kleinen Schnabel stopfen, was im Nest herumliegt. Oder doch?
Querliegend kann es schon mal schwierig werden, das Futter bis in den Bauch zu bekommen.
Und auch größere Stücken haben so ihre Tücken. Vor allem, wenn man das jüngste Küken ist.
Aber wie man sieht – es lässt sich auch das größte Problem bewältigen. Hier lassen sich Max und Moritz zitieren:
„Und vom ganzen Hühnerschmaus, schaut nur noch ein Bein heraus.“
Im Falle des Kleinen handelte es sich wahrscheinlich um einen Fisch, dessen Schwanzflosse auch noch den Weg in das Küken finden wird, wenn der Kopf verdaut ist und der Rest nachrutschen kann.
Küken Nummer 5 kommt nach Hause
Um 17:00 Uhr tauchte András am Nest auf, sehr zum Unwillen von Szofi und Macus. Aus der Ferne gucken ist erlaubt und auch Futterweitwürfe. Aber dicht ans Nest heran – das bitte nicht.
Aber es musste sein, denn Küken Nummer 5 sollte seine Familie kennenlernen.
Der Krümel wurde schnell ins Nest gesetzt und wunderte sich sicher, an welchem Ort er gelandet war. Und nun musste er sich als jüngstes Küken im Nest behaupten.
Hier war noch deutlich zu erkennen, wer dazugehört und wer nicht.
Aber bereits anderthalb Stunden später war auch dieser Junior in die Gruppe integriert und hatte zum ersten Mal erlebt, was es heißt, unter Mamas Flügeln schlafen zu dürfen.
Gemeinsam wurde ein bunt schillerndes Beutetier untersucht, das den Kleinen im Ganzen serviert wurde. Die Babybreizeit war wohl schon nach Tag 5 vorbei. Doch die Küken saßen eher irritiert vor der bunten Masse und überließen diesen Fang doch lieber der Mama.
Zum ersten Mal schlafen fünf von sechs Küken gemeinsam im Nest. Und wir wünschen allen Krümelchen eine wunderschöne gute Nacht.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=moG5RtB1bx0


































