Keine besonderen Vorkommnisse, so lässt sich der Ostersamstag zusammenfassen. Die Sonne hatte ein Einsehen und schickte ihre Strahlen auch nach Fohrde, die Eier wurden regelmäßig gewendet und nicht einmal störende Fremdstörche wurden gesichtet. Deshalb freuen wir uns auf morgen und das dritte „Osterei“.
Der Ostersamstag begann trübe, windig und kalt und brachte damit kein schönes Osterwetter. Auf der anderen Seite des Fohrder Berges sah es dagegen ganz anders aus. Während es in Fohrde erst am Nachmittag dauerhaft sonniger wurde, verzogen sich in Brandenburg die Regenwolken bereits am Vormittag. Nach dem Mittag konnte man im Garten in der Sonne sitzen und sogar den Kaffeetisch im Freien aufstellen.
Die Nachtwolken hatten sich verflüchtig, aber es regnete. Das Einzige, was heute Morgen trockenblieb, waren die Eier im Storchennest.
Ab wann wird „richtig“ gebrütet?
Schnell mal nachsehen, ob in der Kellerwohnung alles trocken und warm war, und schon machte Otto die Schotten wieder dicht. Seit das zweite Ei ins Nest gekullert ist, sitzen die Storcheneltern kontinuierlich auf den Eiern. Allerdings wurde das erste Ei dieses Jahr viel mehr bebrütet als in vorangegangenen Jahren. Damals konnte man die Storcheneltern oft stehend erleben, während das erste Ei bei Wind und Wetter im Nest lag.
Dieses Vorgehen dient einem fast zeitgleichen Schlupf der beiden ersten Küken, die so den Fortbestand der Population sichern sollen. Meist schlüpfen diese Jungen am gleichen Tag bzw. sind sie vom Alter her nur wenige Stunden auseinander. Nachfolgende Küken weisen den beiden ältesten Jungtieren gegenüber die gesamte Nestzeit lang einen Unterschied in Entwicklung und Gewicht auf. Das gleicht sich erst aus, wenn sie vom Nest fliegen und sich ihr Futter selbst suchen können.
Kurz vor neun Uhr übernahm Jezebel das Brüten. Das war für Otto das Startzeichen, auf Materialsuche zu fliegen. Allerdings war nur nasses Stroh zu finden, aber das ließ sich ja „trockensitzen“.
Für Jezebel war es nur unangenehm, dass Otto bei seiner Heimkehr auf dem Rücken der Störchin landete. Andererseits war das eine Möglichkeit, die Störchin tiefer in die Brutmulde hineinzustopfen, sodass die Eier besser gewärmt werden konnten.
Mit Ökostrom getrocknet
Gegen zehn Uhr schaute die Sonne das erste Mal in Fohrde vorbei, damit das Nest und die beiden Störche trocknen konnten. Jezebel bezog ihren Lieblingsplatz – den Nestrand. Da der Wind noch recht kräftig war, brauchte sie nur die Flügel zu öffnen, um sich fönen zu lassen. Ganz ohne Stromkosten, mit reiner Wind- und Sonnenenergie.
Die kleinen Wolken, die sich ab 11 Uhr am Himmel bildeten, ließen noch genügend Sonnenstrahlen ins Nest wandern.
Otto nutzte unterdessen die Zeit, um Fohrde von einigen Ästen zu befreien, die er ins Nest schleppte und verbaute, während Jezebel die Eier wendete, sodass jedes Ei mal in den Genuss von Sonnenstrahlen kam.
Osterspaziergang für Jezebel
Schichtwechsel um halb zwei. Otto übernahm bis zum Abend die Eier und Jezebel machte einen langen Ostersamstag – Ausflug. Wer stundenlang auf den Eiern sitzt, muss sich anschließend ausgiebig die Füße vertreten und schlemmen dürfen.
Auch der restliche Ostertag verlief ruhig und friedvoll. Mancherorts wurden bereits heute Ostereier gesucht, bei vielen kommt der große Moment erst morgen Vormittag. Wir wünschen eine regenfreie Nacht für die Störche und einen wundervollen Ostersonntag für alle Menschen.
Frohe Ostern für alle!
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/


















Liebe Ev, es ist so schön Deine Berichte zu lesen! Vielen Dank dafür!!! Was würde eigentlich passieren wenn Elli noch eintrudelt?
Bei uns in der Nähe, in Benediktbeuern hat es ja vor 3 Jahren ein ganz schimmes Hagelunwetter gegeben. Nachdem die Dächer der Klosters wieder hergestellt wurden, ist auch auf dem Dach/Schornstein des Maierhofs auch das Storchennest neu aufgebaut worden. Aber bis jetzt scheint es unbewohnt….
Herzliche Grüße aus Oberbayern
Claudia
Liebe Claudia, in diesem Jahr hätte Elli in Fohrde leider keine Chance mehr, da Otto und Jezebel das Nest in jedem Fall verteidigen würden. Für den Fall, dass die Pritzerber Störchin Lilly nicht in Kürze auftaucht (auch sie ist eine Ostzieherin), könnte sich der dort bereits eingetroffene männliche Storch Knubbel möglicherweise Elli zuwenden. Auch Lilly hatte bereits in Fohrde gebrütet und war im Jahr darauf „zu spät“ gekommen. Aber da wurde der Platz in Pritzerbe frei, dort war die Störchin nicht pünktlich oder gar nicht zurückgekehrt. Es passte also. Das wird sich auch dieses Jahr regeln. Die Natur macht das… Weiterlesen »
Aber ein wenig leid tut mir Elli schon…. erst verunfallt ihr letztes Jahr ihr Herzallerliebster und dieses Jahr ist er schon besetzt….
Vielen Dank, dass ihr uns mitnehmt in diese wunderbare Welt der Störche. Ich freue mich schon auf die jungen.