Kommt der Storch nun mit oder bleibt Otto auf dem Nest und weshalb sieht die Störchin nach dem Baden schmutziger aus als vorher? In Ungarn gab es einen Blick auf weitere Jungtiere in der Auffangstation und bei der heutigen Sommerhitze war das Storchenleben nur mit Dauerduschen auszuhalten.
Um vier Uhr war nur Otto auf dem Storchennest zu sehen, denn Elli war schon eine Viertelstunde früher ausgeflogen. Otto warte noch ein wenig, bis man die Umrisse der Dinge erkennen konnte und machte sich dann auch auf den Weg.
Um 8:30:Uhr trafen beide Tiere fast gleichzeitig im Nest ein, dabei hatte Otto den größeren Haufen Stroh im Schnabel.
Otto war so nett und verteilte das Stroh um Elli herum, die nur müde gähnte. Dass er dabei seinen Schnabel ganz unabsichtlich zwischen Ellis Federn steckte, fiel gar nicht auf.
Natürlich stand Elli daraufhin auf und beide Störche stocherten gemeinsam im Boden herum.
Von 9:45 Uhr bis 11:10 Uhr war von Elli nichts mehr zu sehen, aber Otto war darüber sicher nicht böse. Er dachte sicher, dass Elli schon wiederkommt und ihm seinen Raum für ein Nickerchen ließe.
Um 11:11 Uhr kreuzte Elli wieder auf, eine halbe Stunde später waren beide Störche vom Nest verschwunden.
So richtig klappt es mit dem Duschen noch nicht
Bis 14:00 Uhr stand das Nest leer, dann kam unser Storchenpaar nach Hause. Elli sah aus, als ob sie in einen Schlammtopf gefallen wäre. Da Kopf, Hals und Oberkörper nass waren, musste die Störchin “gebadet” haben.
Vielleicht war sie fischen gewesen, allerdings steht dann die Frage, wo das gewesen sein soll. Immerhin ist sie nach diesem Bad schmutziger als vorher. Wir wollten ja immer einen möglichst farblichen Unterschied zwischen unseren Störchen, um sie gut zu erkennen. Aber solch ein Dreckspatz…
Auch nach dem Trocknen war es nicht besser. Da half es auch nicht, dass Elli aus dem Bild auf die Kamera hopste, auf der die Störchin heute öfter zu sehen war.
Otto döste in aller Ruhe vor sich hin, während Elli von der Kamera aus ein wachsames Auge auf ihn hatte.
Den Nachmittag verbrachte das Storchenpaar wieder außerhalb des Nestes und es war wieder Elli, die zuerst ins Nest zurückkehrte.
Otto blieb noch etwas länger unterwegs und kehrte erst nach 18 Uhr zurück. Elli verabschiedete sich wieder auf die Kamera und Otto hatte das Nest für sich alleine.
Kurz vor 20 Uhr kletterte Elli von der Kamera zurück ins Nest. In Erwartung liebevoller Streicheleinheiten ging Otto sofort auf die Knie, aber er hatte sich getäuscht. Elli wollte ihn nicht bemuttern, sondern ihn zu einem abendlichen Ausflug überreden. Da Otto das anscheinend nicht auf Anhieb verstand, flog die Störchin schon mal voraus.
Abendliche Streifzüge
Während die Sonne unterging, waren Otto und Elli auf Beutezug. Anderthalb Stunden nach ihrem Abflug kehrte Elli ins Nest zurück. Entweder findet sie ihr Futter schneller als Otto oder der Storch ist bei seinen Streifzügen genauso entspannt wie auf dem Nest und nimmt sich für alles mehr Zeit als seine Störchin. Immerhin musste Elli nur eine Dreiviertelstunde warten, bis auch Otto den Heimweg gefunden hatte.
Wir wünschen den beiden eine gute Nacht.
Ein Blick zu den ungarischen Küken
Noch haben die Küken in den ersten Stunden des Tages Schatten im Nest und sind für jede Fütterung zu haben.
Heute Vormittag schien auch Szofi ihre Auszeit zu genießen, bevor sich die große Sommerhitze wieder ausbreiten würde. Während eines der Küken seine Beinmuskeln erprobte, lag die Störchin entspannt im Nest und ließ sich auch nicht stören, wenn die Küken bei ihren Stehversuchen das Gleichgewicht verloren und auf die Mutter purzelten.
Beim ersten Blick fällt Szofis Anwesenheit gar nicht auf. Allerdings lassen sich fünf Köpfe zählen.
Kurz nach 10 Uhr saßen die kleinen Störche bereits mit offenem Schnabel im Nest, während das Thermometer in Richtung 30 Grad kletterte. Auch heute ging es nur um Schatten und Wasser, um irgendwie über den heißen Tag zu kommen. Und dabei haben wir noch nicht einmal Sommer.
Am frühen Nachmittag gab es kurze Phasen, in denen der Himmel bedeckt war und die Sommerhitze über den Wolken blieb. Beide Eltern schienen ebenfalls wenig Lust auf körperliche Anstrengungen zu haben und blieben lieber im Nest und bei der Wasserkiste, die heute wieder im Nest deponiert wurde.
So sehen kleine Küken aus, wenn sie von Mama und Papa ständig mit Wasser übergossen werden. Sie erinnern ein wenig an einen Braten, der regelmäßig gewendet und übergossen wird, um schön braun zu werden. Die passende Sommerhitze ist ja vorhanden und eine dunklere Färbung nehmen die Küken (unfreiwillig) auch an.
Aber Futter aufsammeln geht immer. Heute gab es oftmals viele kleine Happen, von denen alle Küken etwas abbekamen. Szofi war anscheinend auf Käfersammlung gewesen.
Weniger Storchenkinder zur Pflege
Nachmittags schwenkte die Kamera auf ein provisorisches Storchennest im Garten der Auffangstation. Dort waren vier Küken unterschiedlichen Alters zu sehen, die an der frischen Luft untergebracht waren. Das sind in diesem Jahr wesentlich weniger Jungtiere als noch vor zwei Jahren. Zu jenem Zeitpunkt gab es im Garten zwei volle Nester mit Nachwuchs, der im Inkubator ausgebrütet wurde oder zur Pflege in die Station kam.
Schuld ist die Sommerhitze
Das schöne weiße Gefieder ist braun und die Küken sehen aus, als hätten sie mit dem Bauch im Schlamm gelegen. Dabei hat nur das nasse Stroh auf die weißen Federn abgefärbt. Ob das wieder sauber wird? Bis zum Wochenende bleiben die Temperaturen um hochsommerliche 30 Grad. Da hilft dann nur noch Regen aus dem Sprenger, um wieder sauber zu werden.
Es war bereits dunkel, aber das Sandmännchen war anscheinend noch nicht da, denn die Küken schauten noch putzmunter aus. Trotzdem verabschieden wir uns für heute und wünschen Familie Storch eine gute Nacht.
Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ








































