Eier lassen sich nicht im Stehen legen. Erst wenn sich die Störchin im Nest hinlegt, kommt ein Ei. Heute ruhte sich Elli schon mehr als sonst aus. Aber das erste Ei war wohl noch nicht fertig.
Dunkel war’s, kein Mond schien helle, doch die beiden Störche waren bereits wach. Eine tolle Aufnahme in schwarz-weiß, wie zu DDR-Zeiten.
Zwanzig Minuten später war es halb sechs und Otto war bereits im Garten fündig geworden. Er brachte Elli einen Ast. Ein Ästchen. Einen Zweig? Eher ein Zweiglein.
Anschließend wurde gekrault und während sich Otto entspannte, fasste er anscheinend den Entschluss, noch einen richtigen Ast an Land, sprich ins Nest, zu ziehen.
Ja, mit solch einem Ast konnte Elli was anfangen. Otto hielt Ausschau nach guten Dingen und holte sie ins Nest. Elli gab vor, wo alles verbaut wurde. Eben ein perfektes Eheleben.
Um viertel sieben (6:15 Uhr) wurde gekrault. Otto hatte sich gerade hingelegt, da begann Elli an ihm zu zupfen. Deshalb rettete sich Otto schnell in den Garten, um nach Stöckchen Ausschau zu halten. Die waren gerade aus, daher sammelte der Storch Stroh ein.
Anschließend hoffte Otto auf seine wohlverdiente Pause, aber da hatte er nicht mit Elli gerechnet. Es wurde geschmust und geknabbert und geschmust und an Otto geknabbert.
Ein besonderes Foto
Manchmal entstehen besondere Fotos. Dieses ist ein solches.
Was macht die Störchin?
Otto ist eindeutig derjenige, der ein niedrigeres Energieniveau besitzt. Also braucht er öfter eine Pause, allerdings klappt das mit einer so aktiven Störchin wie Elli nicht so oft.
Diesmal hatte Elli den liegenden Otto im Visier, indem sie zuerst an ihm herumzupfte und anschließend in seinen Schwanzfedern zu stochern begann. Ausdauernd und vehement.
Na wunderbar, alles hat geklappt. Otto steht wieder und Elli musste sich gar nicht groß anstrengen.
Otto revanchierte sich für das Aufscheuchen, indem er auf den Rücken der Störchin kletterte. Allerdings war es eher eine Turnübung und Elli das Klettergerüst.
Um die Mittagszeit gab es Flugalarm und die Störche besetzten beide Nester. Mit dem Storchenpaar wollte sich der Fremdstorch dann doch nicht anlegen, deshalb verzog er sich aus dem Gesichtsfeld der Tiere.
Die restliche Mittagszeit verlief ruhig.
Allerdings war Elli heute öfter liegend zu sehen. Sonst ist es nur Otto, der dem Faulenzen nachgibt und auf dem Nestboden zu sehen ist. Aber wenn im Körper ein Ei heranwächst, möchte man sich sicher ausruhen und die Schwerkraft meiden.
Na gut, man kann sich ja auch zu zweit ausruhen, dachte sich Otto und stieg wieder auf.
Für den späten Nachmittag war Regen angesagt. Der Himmel verdunkelte sich pünktlich, ein halber Sturm kam auf und schüttelte das Nest ordentlich durch. Diesmal brachte die Störchin etwas bei ihrer Heimkehr mit. Allerdings stellte sich die Frage, in welchem Sumpfloch sie auf der Suche gewesen war, denn ihr Hals war völlig schwarz.
Die nächsten Tropfen fielen und beide Störche warteten den Regen auf dem Nest ab.
Wann kommt das Ei?
Der Abend war angebrochen, aber Elli machte keine Anstalten, sich im Nest hinzulegen. Eier legt man am besten im Liegen, aber anscheinend war es doch noch nicht soweit. Deswegen wünschen wir eine gute Nacht.
Hat sich etwas in Ungarn getan?
Schauen wir schnell noch in Ungarn vorbei. Auch heute zeigte sich noch kein Küken, aber anscheinend haben bereits zwei Eier die ersten Löcher.
Das erste Bild zeigt Szofi, die Macus dazu bewegen will aufzustehen. Mit Erfolg.
Auf dem zweiten Bild lassen sich am ganz rechten und dem linken Ei deutliche Spuren erkennen. In diesen beiden Eiern sitzen zwei Küken, die mit ihrem Eizahn gerade die Schale knacken. Das heißt, morgen dürften zwei Küken im Nest zu sehen sein.

Noch einmal nachlesen, was in den vergangenen Jahren auf dem Storchennest Fohrde geschah? Hier findet sich die Berichterstattung des Tagebuches seit dem Jahr 2019.
https://www.storchennest-fohrde.de/archiv/tagebucharchiv/
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TFMYz75fSmQ




























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