01.07.2020 – Der Storch kommt und alle bleiben daheim

Der Tag begann schon früh mit einer Aufregung. Lilly und Junior saßen gerade noch entspannt im Nest, als es Alarm gab. Ein fremder Storch war im Anflug und Lilly hatte diesen rechtzeitig wahrgenommen. Zuerst stand die Störchin klappernd im Nest. Anschließend setzte sie sich wieder neben das Küken. Dadurch waren beide Störche zumindest von unten kaum auszumachen. Der fremde Storch kam in niedriger Höhe angeflogen, zog dann hoch und wollte im Nest landen, als er unsere beiden Störche erkannte und mit einem Überflug abdrehte.

Der Gast hatte also keine feindlichen Absichten. Er wollte nur kurz landen und verschnaufen und hatte Lilly und Junior nicht rechtzeitig wahrgenommen. Lilly klapperte sofort Ben herbei und beide Tiere machten Lärm, als ob sie eine ganze Horde Fremdlinge vertreiben müssten.

 

 

 

Ein grauer Tag

Der Überflug war gut überstanden, die Gemüter hatten sich beruhigt und die Störche konnten ihren Tag beginnen. Dieser sah schon am frühen Morgen grau und trist aus und so sollte er auch verlaufen. Anscheinend schlug das Wetter auch den Störchen aufs Gemüt, denn es passierte heute rein gar nichts, bis auf den morgendlichen Storchenbesuch.

 

 

Junior war nach der Aufregung ebenfalls munter und spielte mit seinem Wurzelballen, der sich trotz heftigster Versuche, ihn im Nest zu verteilen, immer noch zur Wehr setzte.

 

 

 

Nach zehn Minuten war dem Küken vom vielen Kopfschütteln schwindlig und es setzte sich zum Ausruhen neben Lilly.

 

 

 

“Ich kann das schon wie Papa!”

Nachdem es die eigenen Federn geordnet hatte, stocherte es ein wenig in Mamas Gefieder herum. Mit Erfolg – denn die Störchin erhob sich umgehend. Ben hatte die Störchin in der gleichen Weise zum Aufstehen bewogen, als die Storcheneltern noch auf den Eiern saßen. Der Apfel fällt anscheinend nicht weit vom Stamm. smile

 

 

 

Als eine halbe Stunde vergangen war, saßen Lilly und Junior immer noch friedlich nebeneinander im Nest.

 

 

Doch dann musste sich das Küken die Beine vertreten, erhob sich und stiefelte durch das Nest. Auch gestern war der Nachwuchs sehr oft stehend im Nest zu sehen. So lässt es sich auch viel besser über den Nestrand schauen und erkunden, was auf der Wiese vor sich geht.

 

 

Anschließend durfte Mama Lilly die kräftigen Flügel ihres Nachwuchses bewundern. Junior flatterte der Störchin ein wenig vor der Nase herum, bis beide Störche die Rollen tauschten – Lilly stand auf und Junior legte sich hin.

 

 

 

Ein Lieferdienst reicht

Die Störchin hatte sich erhoben, um zur nächsten Futtersuche auszufliegen, aber sie landete schon nach einer Viertelstunde wieder im Nest. Irgendwie war es noch nicht die richtige Zeit, um in der Gegend herumzufliegen. Ben war ja unterwegs und würde sicher das nächste Futter bringen.

 

 

 

Lilly und Junior legten eine frühmorgendliche Pause ein und warteten auf Ben. Dieser ließ auf sich warten, aber Mutter und Kind kuschelten während der Wartezeit und Junior konnte ausgiebig an Lilly knabbern.

 

 

 

 

Der nächste Dienstwechsel fand um zehn Uhr statt und Ben servierte dem hungrigen Küken ein Frühstück. Bis zum Mittag gab es noch mehrere Wechsel, bei denen Futter und Stroh ins Nest gebracht wurden. In dieser Zeit war immer ein Alttier beim Küken auf dem Nest. Zwar selten in liegender Position, aber das war dem Küken egal, solange ein Elternteil anwesend war. Sonst es ist ja soooo langweilig.

 

 

 

“Jetzt werde ich mal aufräumen!”

Das tat das Küken auch, indem es das Stroh an einer Stelle stapelte. Aber Mama Lilly sortierte nach. smile

 

 

 

 

Junior ist nur Handlanger

Zur Mittagszeit wurde wieder gearbeitet. Lilly sortierte fleißig die Äste am Nestrand und Junior packte mit an. Sofern Lilly dies zuließ. Das Küken hatte schnell verstanden, dass die Storchenmutter eigene Vorstellungen hatte, die man besser nicht durchkreuzen sollte. Daher widmete sich Junior der Verteilung der Strohhalme und überließ Lilly das dickere Gehölz.

 

 

 

Wer arbeitet, darf auch schlafen? Oder fressen? Oder beides??? Junior musste sich vom Arbeiten erholen und hielt bis halb zwei sein Mittagsschläfchen. Das Wetter hatte sich nicht verändert. Dicke Wolken wanderten über das Storchennest und es bestand keine Aussicht auf ein paar Sonnenstrahlen.

 

 

 

 

Dafür waren um zwei Uhr alle Familienmitglieder auf dem Nest versammelt. Lilly brach zur Futtersuche auf und Ben hatte etwas im Hals, das das Küken sehr gerne in den eigenen Bauch stecken wollte.

 

 

“Was, nur EINE Ratte??”

Nach mehrmaligem Würgen erschien eine Ratte im Tageslicht und wechselte den Besitzer bzw. den Magen. Junior war der Meinung, dass noch ein Nachschlag oder Kompott folgen dürfte, aber Ben hatte nach der Ratte die Futterpipeline abgedreht. Das Küken soll ja nicht fett werden. smile

 

 

 

 

Da half es auch nicht, dem Storchenpapa in den Schnabel zu greifen. Ben drehte sich einfach um und das Thema war erledigt.

 

 

“Na gut, dann warte ich eben!”

Junior gab auf und legte sich hin. Immerhin musste eine Riesenratte verdaut werden. Das Verdauungsschläfchen dauerte bis drei Uhr, dann war Junior für neue Nahrung bereit.

 

 

 

 

Das Küken musste allerdings noch eine Stunde warten, bis Ben beschloss, auf neue Futtersuche zu gehen. Als der Storchenpapa das Nest verlassen hatte, musste sich Junior aber nur weitere fünf Minuten gedulden, da erschien schon die nächste Mahlzeit im Nest.

 

 

Lilly war aufgetaucht und schüttete dem Küken leckere Heuhüpfer ins Nest. Anschließend gingen Mutter und Nachwuchs gemeinsam auf die Suche, um auch alle ausgespuckten Proteine unter dem Stroh zu erwischen.

 

 

 

Nichts los im Storchennest

Von halb fünf bis sieben Uhr konnte man den Störchen bei der intensiven Gefiederpflege zusehen, während sich der Himmel immer mehr verdunkelte.

 

 

 

 

In dieser Zeit kamen auch die folgenden Bilder zustande:

 

 

 

 

 

 

 

Es regnet und Junior muss unfreiwillig baden

Um halb acht verließ Lilly das Nest und das Küken musste den einsetzenden Regenschauer alleine überstehen. Dieser war kurz und kräftig und damit würde es heute Nacht einen nassen Bauch für alle geben, die noch im Liegen schlafen.

 

 

 

 

 

Futter tröstet immer

Ben konnte das Küken mit einer Futterportion trösten, die er um halb neun bei seinem Nachwuchs ablieferte. Lange hielt sich der große Storch nicht daheim auf, denn zehn Minuten später saß Junior wieder alleine im Nest. Immerhin gab es einen farblich interessanten Sonnenuntergang zu beobachten, bis Lilly um halb zehn im Nest auftauchte und einen vorletzten Imbiss brachte.

 

 

 

 

 

 

Lilly fütterte das Küken und verabschiedete sich anschließend auf das zweite Nest.

 

 

 

Ben erschien direkt nach Lillys Abflug zur Nachtwache auf dem Nest, servierte ebenfalls einen Imbiss und beendete den Storchentag mit der Nachtruhe.

 

 

 

 

Gemeinsame Nachtruhe

Lilly hielt bis halb zwölf ein Nickerchen auf dem zweiten Nest, dann flog sie zu Ben und Junior hinüber. Ben hopste auf die Kamera und verbrachte die halbe Nacht dort, während Lilly und Junior im Nest kuschelten. Um halb vier tauchte Lilly wieder auf dem zweiten Nest auf und verschwand anschließend zu ihrer morgendlichen Frühstücksrunde.

 

 

 

 

Wir wünschen eine gute Nacht und für eine freundliche Stimmung morgen einige Sonennstrahlen mehr als heute smile

 

 

Zum Schluss noch einige Schnappschüsse:

 

 

 

 

 

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