03.07.2022 – Kuschelzeit und Paarungen im Storchennest

03.07.2022 – Kuschelzeit und Paarungen im Storchennest

Am Samstag gab es Besuch von einem fremden Storch, der mit großer Wahrscheinlichkeit eine Störchin gewesen sein dürfte. Emil kam mit dieser im Schlepptau zum Nest geflogen. Der Storch quartierte sich auf dem zweiten Nest ein, der Fremdstorch landete auf dem ersten Nest.

 

 

Für Emil war die Situation in Ordnung und beide Tiere verbrachten auf dem jeweiligen Nest ein Ruhestündchen. Bis Emma kam.

 

 

Die Störchin scheuchte den Fremdstorch im Nest auf. Dieser flog zu Emil hinüber und wollte bei diesem landen, was ein männlicher Storch nicht versucht hätte. Aber das war für Emil dann doch zu viel und so musste der fremde Storch abziehen, während Emma und Emil ihren Sieg beklapperten.

 

 

 

Kuschelzeit im Fohrder Storchennest

Nach diesem Besuch waren Emma und Emil heutig am Kuscheln. Nach einem morgendlichen Ausflug kehrten sie am späten Vormittag zum Nest zurück. Obwohl es keinen Nachwuchs geben wird, ließ sich Emma heute zu Kuscheleinheiten überreden. Diese dienen jetzt der Paarbindung und haben nichts mehr mit der Zeugung von Nachwuchs zu tun. Emil wurde von Emma zärtlich gekrault und genoß es sichtlich.

 

 

 

Es klappt immer noch

Immer wieder war zu sehen, wie Emma zwischen Emils Schwanzfedern stocherte. Vielleicht versteckte sich ja dort doch ein Küken?

Nachdem Emma Emil mit dieser Taktik zum Aufstehen bewegt hatte, stieg der Storch der Störchin erneut auf den Rücken.

 

 

Bis zum Mittag wurde geschnäbelt und gekuschelt. Es war schön zu sehen, wie gut sich die beiden verstehen und wie sehr sie ihre gemeinsame Zeit genießen. Es ist zwar traurig, aber gleichzeitig auch perfekt, dass der Milan das Nest ausräumte, sodass unser Storchenpaar jetzt frei über seine Zeit verfügen kann.

 

 

Ab und an wurde das Nest von anderen Vögeln überflogen. Dann waren Emil und Emma sofort zur Stelle, um den Horst zu verteidigen. Sie sind also meist in der unmittelbaren Umgebung und streifen in der Nähe der Teiche umher. Zur Mittagszeit flogen die beiden wieder vom Nest, um auf Futtersuche zu gehen.

 


 

Schön, dass die Tiere noch an ihrem Nest hängen

Bis 17 Uhr ließen es sich unsere Störche schmecken, dann tauchten beide Tiere wieder auf dem Nest auf. Bis 21 Uhr blieben die Tiere vor der Kulisse eines großartigen Sonnenuntergangs auf dem Nest, dann stand die nächtliche Futterrunde an.

 


 

Freuen wir uns auf gemeinsame Stunden am morgigen Tag. Noch machen uns Emma und Emil die Freude und kehren regelmäßig ins Nest zurück. Erwarten wir also ihren nächsten Besuch und wünschen ihnen hiermit eine gute Nacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

01.07.2022 – Die Müllabfuhr räumt das Storchennest

01.07.2022 – Die Müllabfuhr räumt das Storchennest

Mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang begann der Freitag in Fohrde. Das dritte Ei war aus der Nestmulde gerollt worden und lag nun direkt in der Sonne. Emil und Emma hatten die Nacht auswärts verbracht und eine neue Schlafgelegenheit ausgetestet, sodass das Nest am frühen Morgen leer war.

 

 

 

Kurz nach neun Uhr zeigten sich die ersten Gäste auf dem Nest. Zuerst tauchte eine Elster auf. Nur wenige Augenblicke später flatterte das zweite Tier heran.

 

 


 

 

Zuerst wurde die Umgebung sondiert, ob man auch wirklich alleine war. Anschließend wurde das Ei genauer unter die Lupe genommen. Das zweite Tier begann, auf die Eischale zu picken. Nach mehrmaligen Bemühungen entstand ein größerer Riss. Als die Elster ihren Schnabel in das Ei stecken und die Schale auseinanderbrechen wollte, sprang diese plötzlich explosionsartig auf.

Verschreckt flatterten beide Vögel auf und brachten sich in Sicherheit.

 

 

 

 

Es dauerte nur eine halbe Minute und beide Vögel tauchten wieder auf. Schließlich mussten sie rausfinden, was da in dem Ei war.

 

Es gab ein drittes Küken

Das dritte Storchenei war tatsächlich befruchtet gewesen, aber das Küken hatte den Weg aus dem Ei nicht geschafft. Es hatte die Schale genau zu dem Zeitpunkt öffnen wollen, als die Temperaturen in Fohrde über 35 Grad hinausgingen. Da es für ein Küken ohnehin ein Kraftakt ist, das Ei in zusammengedrückter Lage mit dem Eizahn aufzuschneiden, dürften die heißen Temperaturen die Situation zusätzlich erschwert haben. Emma und Emil hatten zwar auch das Ei immer gewässert, um es abzukühlen. Anscheinend hatte das leider nicht gereicht.

 

Die Elster hatte inzwischen die Eierschale abbekommen und untersuchte den Inhalt. Doch sie schien an diesem nicht wirklich interessiert. Daher verabschiedeten sich die beiden Besucher.

 

 


 

 

Ein bekannter Gast

Immerhin hatten sie durch ihre Neugier Futter für den nächsten Besucher des Storchennestes bereitgestellt. Um halb eins tauchte plötzlich der Milan auf, sauste über das Nest, ergriff im Flug den Inhalt vom Ei und war sofort wieder verschwunden. Die restliche Eierhülle war in der Luft abgefallen und lag jetzt einsam im Nest.

 

 



 

 

Da die Natur nichts verschwendet, tauchte der Raubvogel um 15:08 Uhr erneut auf. Er überflog das Nest zweimal, um zu schauen, ob noch etwas zu holen sei. Und in der Tat – die Eierschale ließ sich auch noch mitnehmen. Diese ist sehr kalziumhaltig und wichtig für den Knochenaufbau. Beim dritten Überflug ging der Milan bis auf den Nestboden hinunter, ergriff die leere Schale und segelte mit ihr von dannen.

Das Nest ist damit gereinigt und von der Vergangenheit befreit.

 

 


 

Emma und Emil hatten von diesem Geschehen noch nichts mitbekommen. Die beiden dürften sich die Zeit bei einer ausgiebigen Futtersuche vertrieben haben. Durch den Regen war das Nahrungsangebot wieder überreichlich und unser Storchenpaar konnte den Tag genießen.

Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang ging der Freitag zu Ende. In den nächsten Tagen wird es wieder wärmer, doch durch die vielen Wasserstellen in und um Fohrde werden Emma und Emil auch diese Zeit genießen können.

 

 


 

 

 

 

30.06.2022 – Emil schiebt die nächste Befruchtung an :)

30.06.2022 – Emil schiebt die nächste Befruchtung an :)

Glücklicherweise haben sich Emma und Emil mit der Situation arrangiert. Auch das verblieben Ei wurde bereits aus der Brutmulde an den Rand des Nestes gerollt. Die beiden waren den ganzen Tag unterwegs, statteten dem Nest aber regelmäßig einen Besuch ab. Vor allem, wenn es darum ging, den Horst gegenüber anderen Störchen zu verteidigen.

 

 

Das Storchenpaar scheint die Zweisamkeit zu genießen. Sie fliegen gemeinsam umher und sind meist zu zweit auf dem Nest anzutreffen. Jetzt können einander wieder folgen – fliegt der eine vom Nest, hat der andere nicht mehr das Nachsehen, sondern kann sich sofort anschließen.

 

 

Emil strengt sich an, aber diese Saison ist vorbei

Bei einem Nestbesuch war etwas Interessantes zu beobachten. Anscheinend wollte Emil seinen Storchenpflichten nachkommen und für neuen Nachwuchs sorgen. Er hüpfte Emma auf den Rücken, doch mehr passierte nicht. Er stand einen Moment wie ein Akrobat still und suchte nach dem Gleichgewicht, aber Emma schüttelte ihn einfach hinunter.

Da die Frage nach weiterem Nachwuchs im Chat aufkam – nein, hier passiert nichts mehr. :)

Die weiblichen Störche haben ein Zeitfenster von wenigen Wochen, wenn es um die Befruchtung der Eier geht. Sie sind dann in Brutstimmung, wodurch sich auch die Eier im Körper entwickeln. Ist dieser zeitliche Rahmen überschritten, wird der männliche Partner mit seinen Bemühungen abgewiesen. Die Tiere spüren instinktiv, dass die Zeit bis Ende August für eine weitere Aufzucht nicht reichen würde. Bis in den September hinein ist es für sie noch möglich, nach Afrika zu ziehen. Danach fehlen die warmen Luftmassen, auf denen die Störche über das Meer in Richtung Afrika gleiten können.

 

 

Im Laufe des Tages tauchte unser Pärchen mehrmals auf, um anderen Zweibeinern deutlich zu machen, dass das Nest immer noch bewohnt ist. Selbst wenn Familie Storch jetzt Urlaub macht, heißt das noch lange nicht, dass der Horst zu vermieten ist.

Emil nahm nochmals Anlauf, um Emma in der Kinderfrage zu überzeugen, aber die Störchin blieb eisern. :)

 

 

Deshalb beschränkte sich der Storch darauf, das Nest zu verschönern und den restlichen Abend auf der Kamera zu verbringen.

 

 

Wir wünschen eine gute Nacht und morgen einen Tag mit Regen. Angekündigt ist er und dann wird es viele Würmer für die Alttiere geben.

Alles Liebe für unser Storchenpaar.

 

 

 

29.06.2022 – Ein guter Morgen und neue Zuversicht

29.06.2022 – Ein guter Morgen und neue Zuversicht

Licht und Schatten liegen oft nur ein wenig auseinander. Und obwohl wir den Verlust der Küken und das abrupte Ende der Storchensaison in Fohrde erst noch verarbeiten müssen, gibt es viele Nester, in denen die Ministörche liebevoll aufgezogen wurden und kurz davor stehen, flügge zu werden.

 

Emma und Emil haben das dritte Ei anscheinend schon aufgegeben. Emma verließ heute früh das Nest, das anschließend leer blieb. Damit verhalten sich die Tiere sehr klug. Im letzten Jahr saßen Luke und Lilly noch ewig auf dem unbefruchteten Ei. Möglicherweise war das Ei von Emma und Emil doch schon angeknackst, sodass die Störche schneller akzeptieren, dass daraus nichts mehr schlüpfen kann.

Gut für die Störche, schade für uns. Denn das Nest wird dadurch leer bleiben. Die beiden werden jetzt durch die Gegend ziehen, verschiedene Futtergebiete durchstreifen und ab und an im Fohrder Nest vorbeischauen. Nach all den Anstrengungen und Mühen sei ihnen das von Herzen gegönnt. Ein Urlaub in den Fohrder Gefilden ist schließlich nicht zu verachten. :)

 

 

 

Familienanschluss in Ungarn

Dafür gibt es wunderbare Neuigkeiten aus dem ungarischen Nest, die uns bestimmt auf andere Gedanken bringen. Macus und Sofia hatten alle fünf Eier ausgebrütet und die Küken haben sich prächtig entwickelt. Noch dauert es ein wenig, bis die ersten Flugübungen sie in die Höhe bringen. Erst müssen die zusammengelegten Flügel bis zum Schwänzchen reichen, dann ist es Zeit, um vom Nestboden abzuheben.

Wer das Nest jetzt beobachtet, wird erkennen, dass es ein Jungtier mehr gibt. Statt fünf Küken versorgen die Eltern auch einen Neuzugang, der ein wenig jünger als der Rest der großen Rasselbande ist. Unter diesem Link ist zu sehen, dass am 26.06.2022 ein fremdes Küken in das Nest gesetzt und von der Storchenfamilie angenommen wurde. Da im Maderpark zugefüttert wird, gibt es keine Probleme durch einen zusätzlichen Schnabel.

So kann der kleine Kerl weiterhin in einer Familie aufwachsen und schafft es möglicherweise, zusammen mit den anderen Jungtieren im Sommer auf die Reise in den Süden zu gehen.

 

 

Heute Morgen las ich noch einen Spruch, der uns allen in dieser Situation ein wenig Mut und Zuversicht schenken kann:

 

“Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.”
(Chinesisches Sprichwort)

 

In diesem Sinne allen Storchenfreunden einen wunderschönen Donnerstag. Behalten wir Emma und Emil im Herzen und wünschen wir ihnen eine erholsame Sommerzeit in Fohrde.

 

 

 

 

28.6.2022 – Nachruf für das erste Küken

28.6.2022 – Nachruf für das erste Küken

Am Dienstag Morgen war es angenehm frisch und unsere Störche konnten sich in der Nacht etwas erholen. Ein wenig Regen hatte dafür gesorgt, dass sich die Regenwürmer auf dem Erdboden tummelten und von Emil und Emma kiloweise eingesackt werden konnten. Dieses Futter bringt die nötige Flüssigkeit für den Ministorch und es rutscht auch viel besser als die Heupferdchen mit ihren Krabbelbeinchen.

 

 

Der Storch hat hier nichts zu suchen

Als Emil mit einem Schnabel voller Stroh um sechs Uhr einflog, hatte er einen anderen Storch im Schlepptau, der von beiden Alttieren verklappert wurde. Als Emma zum Frühstück aufbrechen wollte, kam sie nur bis zum Kirchturm, wendete und flog zum Nest zurück. Der Feind war erneut im Anmarsch und es brauchte beide Eltern zur Abschreckung.

Als die Luft wieder rein war und Emma doch noch auf Frühstücksreise gehen konnte, gab es eine Riesenportion Würmer, die dem gierigen Küken teilweise noch aus dem Schnabel hingen, während es schon nach den nächsten Happen schnappte. Danach rollte sich das Küken auf dem Boden zusammen und war vor lauter Sättigungsgefühl nicht mehr ansprechbar.

 

 

Die Kükenzeit in Fohrde ist vorbei

Da es heute nicht so heiß war, ließ sich der Nachmittag ganz gut überstehen. Leider war nicht abzusehen, dass dieser Tag der letzte im Leben des zweiten Kükens sein sollte. Die Raubvögel fühlten sich schon seit einiger Zeit vom Storchennest angezogen und hatten den Nachwuchs im Visier. Bisher hatten Emma und Emil ihren Nachwuchs immer gut verteidigt. Was natürlich nicht möglich ist, wenn beide Alttiere nicht im Nest sind.

 

 

Nach einem entspannten Nachmittag ging es bei einem wunderschönen Sonnenuntergang in die Federn. Kurz nach fünf Uhr heute Morgen passierte allerdings die Katastrophe, dass der Rotmilan einen unbeaufsichtigten Moment nutzte und sich das Küken aus dem Nest holte.

Es ist völlig untypisch, ein Küken nach bereits einer Woche alleine im Nest zu lassen, da es sich nicht verteidigen kann. Tagsüber bestand die Notwendigkeit, Wasser holen zu müssen. Da ging es um jeweils zwei Minuten, die der Nachwuchs alleine auf dem Nest warten musste, bis das Alttier wieder einflog.

Warum die beiden das Küken heute morgen erneut alleine ließen, ist nicht nachzuvollziehen. Es war viel zu früh, als dass das instinktiv passieren konnte. Wir hatten solch eine Phase auch bei der Brut von Leni, die die Küken bereits über einen längeren Zeitraum alleine ließ, als diese gerade fünf Wochen alt waren. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Eltern das Nest für wenige Minuten und kehren anschließend zurück. Glücklicherweise saßen damals zwei Küken im Nest, die miteinander kuscheln konnten.

 


 

Nachdem nun beide Küken das Nest verlassen haben, gibt es noch das dritte Ei, aus dem allerdings nichts schlüpfen wird. Entweder war es unbefruchtet oder das Küken hat es nicht aus dem Ei geschafft – der Zeitpunkt des Schlüpfens ist schon lange überschritten. Heißt, Emil und Emma werden bei der Hitze erfolglos auf dem Ei ausharren und nichts unversucht lassen. Wie im letzten Jahr.

Es sollte wieder nicht sein

Trotz aller Enttäuschung und Trauer – wir durften für eine kurze Zeit das Leben der kleinen Störche hautnah begleiten. Wir haben auf die großen Störche gewartet, obwohl es kaum danach aussah, dass sich ein Pärchen für Fohrde findet. Wir haben die Daumen gedrückt, dass Emma Eier legt und das Nest wurde gefüllt. Wir haben mitgefiebert, dass Küken schlüpfen und diese pellten sich aus dem Ei.

 

 

Knapp zehn Tage haben wir das erstgeborene Küken in seinem Leben begleitet und uns über jeden Wurm, den es verspeist hat und jeden Fortschritt, den wir beobachten konnten, gefreut.

Jetzt ist es Zeit, Abschied zu nehmen.

Normalerweise geht die Saison zu Ende, wenn die Jungtiere flügge sind und nach Afrika fliegen. In diesem Jahr ist bereits heute Schluss. Auf unerwartete Weise.

 

Verabschieden wir uns vom Nachwuchs unserer Storchenfamilie und behalten wir all die Momente in lebhafter Erinnerung, in denen uns die vier ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Die Küken sind nicht mehr da, aber die Erinnerungen bleiben. Denken wir nur daran, wie viele Menschen glücklich waren, als sie nach der Winterpause das erste Schnabelklappern am frühen Morgen über den Bildschirm hören konnten.

 

 

Ein Kommen und Gehen

Wenn der Storch aus Afrika zurückkehrt, ist das ein Zeichen für neues Leben. Für Aufbruch, Wachstum und das Ende der Dunkelheit. Dinge verändern sich, Neues kommt und Altes geht. Willkommen und Abschied liegen dicht beieinander.

Die Erlebnisse mit unseren Küken bleiben uns. Wie sie das erste Mal über den Rand der Nestmulde schauten. Wie ihre Köpfchen wackelten und alle Zuschauer in Begeisterung versetzten. Wie sie tonnenweise Würmer vertilgten, die ihnen die Eltern im Stundentakt vorsetzten. Bis zu dem Moment, als sie uns verließen.

Das Leben geht weiter. Es hält nicht an, um die Geschehnisse zu verändern. Wir sind gezwungen, uns mit den Situationen auseinanderzusetzen und unsere Gefühle zuzulassen, damit die Wunde heilt. Zum Leben gehört beides – Glück und Trauer. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit für die Dinge zu nehmen, die uns begegnen und berühren.

Einen lieben Kuss für Emil und Emma, die das dritte Ei schnell aufgeben sollten, um noch zwei entspannte Monate zu haben. Hier wäre es hilfreich, das Ei aus dem Nest zu entfernen, damit sich die beiden jetzt um sich selbst kümmern können.

Die beiden Küken tragen wir in unseren Herzen. Auch wenn sie zu früh gegangen sind, sie waren Teil unserer Storchenfamilie und werden das für immer sein. Danke, dass wir euch kennenlernen durften und habt eine gute Reise. Was bleibt, sind Emma und Emil.

 

 

 

 

 

 

27.06.2022 – Rettung vor dem Hitzschlag

27.06.2022 – Rettung vor dem Hitzschlag

Um halb fünf blickte ein pastellfarbener Himmel auf das Storchennest hinunter und versprach einen perfekten Sommertag. Das Küken hatte bereits auf das erste Frühstück gehofft, doch es wurde enttäuscht. So zeitig wurde leider kein Futter serviert.

 


 

Deshalb wurde weitergeschlafen, bis Mama Emma einflog und der Tag mit dem ersten Frühstück beginnen konnte.

 

 

Ich bin schon eine Woche alt!

Jetzt ist das Küken im Nest auch nicht mehr zu übersehen. Es sieht mittlerweile wie ein Ente aus und das nach nur einer Woche Wachstum. Im Nest zieht es bereits seine Kreise und wuselt von einem Ende zum anderen.

 

 

Kurz vor elf Uhr waren beide Elternteile auf dem Nest zu sehen. Das nächste Futter bestand wieder aus Heupferdchen. Betteln, Futtern, Umfallen. In dieser Reihenfolge erfolgt jede Fütterung des kleines Storches. Heute war es wieder besonders wichtig, viel zu fressen, um auch ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Allerdings waren die Heupferdchen für diesen Zweck etwas zu trocken.

 


 

Ohne Wasser keine Chance

Bereits am Vormittag wurde die 30-Grad-Marke geknackt. Glücklicherweise wehte auf dem Storchennest eine leichte Briese. Unter dem Flügel der Eltern gab es zwar genügend Schatten, doch irgendwann saß das Küken mit sperrangelweitem Schnabel im Nest und schnappte nach Luft. Und ehe es sich versah, saß es alleine in der prallen Sonne.

 


 

„Hallo?? Wird das jetzt zur Gewohnheit, dass ich jeden Tag alleine im Nest sitze??“

Normalerweise lassen die Storcheneltern ihre Jungen erst nach einigen Wochen alleine im Nest. Aber zur Zeit herrscht Ausnahmezustand. Wenn Wasser gebraucht wird und der Schichtwechsel noch nicht ansteht, muss das Küken zwei Minuten alleine bleiben. Diese Zeit reicht Emma und Emil, um zu tanken und zum Nest zurückzukehren.

Anschließend wurde ausgiebig geduscht. Man konnte heute gut beobachten, wie sich das Küken nach seinem Bad entspannte, etwas fraß und mit geschlossenem Schnabel einschlief. Auch der Nestboden wird wie ein kleines Plantschbecken unter Wasser gesetzt und das Küken trank heute auch aus dieser kleinen Pfütze. Anschließend kam das Küken unter den Storchenschnabel und der Wasserstrahl lief, bis es komplett nass war und der Wind den kleinen Wicht zusätzlich abkühlen konnte.

 





 

Emil kümmert sich rührend

Um halb zwei war das Nest wieder getrocknet und dem Küken war es erneut zu warm.

 

 

Emma beobachtete die Umgebung einen Moment sehr genau, um zu prüfen, ob die Luft im wahrsten Sinne des Wortes rein war. Anschließend hob sie für zwei Minuten vom Nest ab. Das Küken japste mittlerweile nach Luft und es sah fast so aus, als würde es jeden Moment umfallen. Aber Emma war schnell wieder zur Stelle und dann wurde gebadet und getrunken.

Die Störche würgen so oft Wasser empor, bis das Küken komplett nass ist. Emil war bei diesem Vorgehen besonders akribisch. Wenn er Wasser brachte, untersuchte er anschließend mit dem Schnabel jede Körperstelle des Kükens, um zu sehen, ob auch wirklich alles nass und damit abgekühlt war.

 

 

Wasser marsch – so viel Badespaß haben wir in allen vorangegangenen Jahren noch nicht erlebt. Da es heute Abend auch nur für einige Minuten vor sich hinnieselte, musste tagsüber ausgiebig Wasser ins Nest geschafft werden.

Emil massierte den Bauch und den Rücken des Kükens, damit das Wasser bis an die Haut kam. Anschließend durfte der Krümel in seinem feuchten Bettchen schlafen – bei den drückenden Temperaturen eine Wohltat.

 







 

Das Storchennest am Teich

Kurz vor vier Uhr wurde erneut Wasser geholt. Diesmal war es Emil, der Wasser tankte und das Küken damit überschüttete. Der Ministorch saß erneut mit weit geöffnetem Schnabel da und versuchte, seine Körpertemperatur zu regulieren. Emil hatte ein Einsehen und flog zum Teich, um Trink- und Badewasser zu organisieren.

 

 

Nach 18 Uhr hatte sich der Himmel etwas zugezogen. Das Gewittergrollen war zwar zu hören, mehr als einige Tröpfchen kamen jedoch nicht herunter. Das wurde in der Nacht nachgeholt, zumindest gingen die Temperaturen in einen angenehmen Bereich zurück.

 




 

Mit einem feuchten Bettchen und dunklen Wolken am Himmel ging dieser tropische Tag zu Ende. Hoffen wir, dass sich die Temperaturen auf ein sommerliches Niveau einpendeln und nicht dauerhaft über 35 Grad liegen.

 

 

Gute Nacht kleines Küken und träume etwas Schönes.

 

 

 

26.06.2022 – Wo sind meine Eltern??!

26.06.2022 – Wo sind meine Eltern??!

Um halb fünf schlief der Nachwuchs noch. Doch bereits eine halbe Stunde später saß das Küken mit langem Hals im Nest und erwartete sein Frühstück, während Papa Storch anschaulich den ersten Flugunterricht gab. Doch mit leerem Magen wird das nichts. Erst müssen ein paar Würmer in den Bauch, dann kann man dem Unterricht folgen.

 



 

„Na bitte, es klappt doch mit dem Frühstück!“ Klappern und es wird mir gegeben :)

 


Irgendwer wollte schon wieder stören, aber Papa Emil hatte alles im Griff. Zehn Minuten später waren beide Elternteile auf dem Nest anwesend. Emil hob ab und Emma war für das nächste Frühstück zuständig. Aufgrund der Wärme gab es heute meist Heupferdchen, weshalb es mit dem Herauswürgen auch so lange dauerte. Fische wurden ebenfalls serviert und sorgten für die nötige Flüssigkeit.



 

Futtern, Fresskoma und wieder von vorn

Das sah schon fast wie eine Ballettpose aus. Doch nach dem Putzen ging es wieder um den Nachwuchs. Und ums Fressen. Anschließend war der Krümel erneut so satt, dass das Köpfchen langsam aber sicher auf den Nestboden zusteuerte, bis der Knirps aus dem Sichtfeld entschwand. Nun konnte es mit der Gefiederpflege weitergehen.

 

 

Kurz nach ein Uhr war eine Mittagspause angesagt. Doch zuerst gab es eine Fütterung.

 

 

Erst als beide Elternteile zusammen auf dem Nest standen, wurde das Küken wieder munter. Emma flatterte für ihre Mittagstour vom Nest und Emil hütete das erneut im Fresskoma liegende Küken.

 

 

Doch das ließ nicht lange auf sich warten und streckte nach einigen Minuten den Hals in die Höhe, während es gleichzeitig mit den Flügelchen in der Luft ruderte.

 

 

Wachstum im Schnelldurchgang?

Und wieder fiel das Küken einfach um. Wie anstrengend Fressen doch sein kann. Das letzte Futter hatte es um 13:47 Uhr gegeben. Die nächsten Heupferdchen wurden um 14:03 Uhr ausgespuckt. Wenn das Küken so weiterwächst, holt es den Rückstand von vier Wochen Entwicklung garantiert noch auf :).

 

 

Mittagspause

Damit das Küken schön schlafen kann (und die Eltern auch eine Ruhepause bekommen), wurde das Storchenkind unter die Flügel genommen. Die Sonne schien aufgrund vieler Wolken nicht ganz so intensiv, aber Schatten war trotzdem angebracht.

 

 

Das Küken ist allein Zuhause

Emma übernahm die nächste Schicht, während das Küken nur eines wollte – Wasser. Mutter und Küken saßen mit geöffneten Schnäbeln im Nest, weil die Hitze unerträglich war. Von Emil war nichts zu sehen, daher musste sich Emma selbst helfen. Was sie auch tat.

Zuerst wurde das Küken instruiert, dass es sich unauffällig zu verhalten habe. Dann flatterte die Störchin um 18:23 Uhr vom Nest. Bis zum nächsten Teich sind es ca. zehn Flügelschläge. Mit Menschenfüßen eine Minute Fußweg. Um 18:26 Uhr war Emma wieder zurück, während das Jungtier aufgeregt um Wasser bettelte.

 


 

Und dann kam die ersehnte Abkühlung. Emma drehte den Wasserhahn an und das Wasser ergoss sich mit kräftigem Strahl. Das Küken wurde von allen Seiten kräftig geduscht und bekam das Wasser auch zu trinken. Anschließend wurde der Nestboden eingeweicht. Wobei ein Wasserbett doch etwas anders aussieht, oder?

 

 

Um 21:00 Uhr lag das Küken bereits zufrieden im Nest. Doch es war noch keine Nachtruhe. Stattdessen wurde der Krümel nochmals geduscht.

 

Falsche Duschzeiten

“Mensch Papa, wo soll ich denn jetzt schlafen, wenn alles nass ist? Hättest du das nicht heute Nachmittag machen können, als es so heiß war?? Jetzt ist die Sonne weg und du schüttest Wasser über mich!?“

Noch etwas hat das Küken heute gelernt. Im Alter von exakt einer Woche klappt es bereits mit dem Austreten. Während der Knirps von oben geduscht wurde, wanderte der Darminhalt nämlich über den Nestrand.

 

 

„Na gut, aber dann möchte ich schön zugedeckt werden!“

 

 

Damit war der Tag aber wirklich beendet. Das Küken klapperte noch einen Gutennachtgruß unter Papas Flügel hervor und wollte schlafen gehen. Doch Emil hatte andere Pläne. Er erhob sich zum Erstaunen des Kükens und hopste auf die Kamera. Das Jungtier musste nun alleine einschlafen, während Papa Emil seinen Nachwuchs von oben im Blick behielt.
Um halb elf flatterte er ins Nest zurück und bewachte sein schlafendes Küken.

 

 

Gute Nacht an alle kleinen und großen Störche. Und für morgen wünschen wir uns einen langen Sommerregen.

 

 

 

25.06.2022 – Wenn die Fledermaus nachts in der Wanne baden geht

25.06.2022 – Wenn die Fledermaus nachts in der Wanne baden geht

Es sitzt nur noch ein Küken im Fohrder Storchennest. Dazu hatte ich gestern einen kurzen Beitrag geschrieben und möchte das Thema Störche heute ruhen lassen. Dafür habe ich eine andere Geschichte für euch, die vielleicht zu einem Lächeln inspiriert :).

 

Freitag Abend:

Ich saß am Laptop und schrieb. Es war kurz vor Mitternacht, immer noch sehr warm und vor allem windstill. Ich hatte alle Fenster in der Wohnung angekippt und das Fenster im Badezimmer stand komplett offen. Mein Sohn war abends in der Wanne gewesen, das mittlerweile kalte Wasser war noch nicht herausgelassen.

Mitten beim Schreiben drang ein merkwürdiges Geräusch bis zu meinen Gehirnzellen vor. Es hörte sich wie ein sanftes Plätschern an. Wie ein kleiner Springbrunnen im Zimmer – doch so etwas gibt es in meiner Wohnung nicht. Als dieser Gedankengang mein Gehirn durchlaufen hatte, schrillten die Alarmglocken. Die Katze musste in die Wanne gefallen sein und versuchte jetzt, dieser Falle zu entkommen!

 

Klein und schwarz

Während ich aufsprang, erweiterte sich mein Gedanke, dass dem nicht sein könne. Wenn eine ausgewachsene Katze in die gefüllte Badewanne plumpst, würde sich das ganz anders anhören als diese sanfte Plantschen, das aus dem Bad kam. Aber wer schwamm da in meiner Wanne und kühlte sich mitten in der Nacht ab??

Die Tür zum Bad stand einen Spaltbreit offen. Ich drückte den Lichtschalter und fuhr zusammen, als ich etwas Schwarzes auf der Wasseroberfläche paddeln sah. Zwei Handflächen groß und mit ordentlichem Tempo zog eine Fledermaus unfreiwilligerweise ihre Runden im kühlen Nass.

Hilfestellung war in jedem Fall notwendig, aber wie bekommt man solch ein Tier aus dem Wasser, ohne es anzufassen. Irgendwie erinnerte ich mich an den Gedanken, dass diese possierlichen Tierchen auch beißen können und werden, wenn sie in Gefahr sind. Und das war dieses Exemplar in jedem Fall.

 

Wie fischt man eine Fledermaus aus dem Wasser?

Handtuch greifen, ins Wasser werfen und samt Fledermaus in die Höhe heben – das Tier war gerettet und rutschte von selbst auf den Rand der Wanne. Ein Flügel war ausgebreitet, der andere eingeschlagen. Hoffentlich hatte sie sich nichts getan. Doch auf dem Wannenrand war nicht der richtige Platz zum Trocknen. Deshalb wurde ein zweites Handtuch organisiert, das Tierchen damit vorsichtig hochgenommen und auf dem Handtuch, das auf der Waschmaschine lag, platziert.

Nun konnte ich in Ruhe einen Blick auf das Tierchen werfen. Die kleinen Knopfaugen funkelten und ein leises Zischen war ebenfalls zu hören. Ich wollte jedoch sichergehen, dass das Tier nicht verletzt war. Flügel und Füßchen waren unbeschädigt, also machte ich das Licht aus und schloss die Badtür von außen, damit meine Katzen dem Überraschungsgast keinen Besuch abstatten konnten.

Als ich eine Stunde später nachsah, war die Fledermaus bereits aus dem Fenster geflogen. Ende gut, alles gut. Aufregend war es in jedem Fall und ich kann jetzt sagen, dass ich schon einmal eine Fledermaus in den Händen gehalten habe :).

 

24.06.2022 – Besuch vom Rotmilan

24.06.2022 – Besuch vom Rotmilan

Kurz vor fünf Uhr strahlte bereits der blaue Himmel auf das Storchennest. Die Küken machten sich bemerkbar, denn wenn es hell wird, gibt es Futter. Die Ablösung flog um 5:12 Uhr ein, nachdem es um fünf Uhr Frühstück gab. Deshalb wurde kein zweites Frühstück serviert. Fütterungen im 10-Minuten-Takt sind dann doch zu viel :).

 


 

Also wurde weiter gekuschelt, bis Papa Emil kurz nach sechs Uhr einflog. Eine Ladung Stroh sorgte wieder für ein kuscheliges Nest. Emma machte es Emil nach und landete nach ihrem Abflug bereits drei Minuten später erneut im Nest und brachte ebenfalls Stroh mit. Emil übernahm die Küken und gönnte sich selbst noch eine Mütze voll Schlaf.

 



 

Kurz nach sieben Uhr versuchte Emma erneut, die beste Position als Sonnenschutz zu finden. Schatten ließ sich jedoch nur erzeugen, indem sie sich auf die Küken setzte. Zumindest war es dann völlig dunkel – Ziel erreicht.

 

 

Wie bringt man Hausarbeit und Küken unter einen Hut

“Schlaft jetzt schön, ich muss mal arbeiten!”

Man nehme einen Ast und versuche, diesen am Rand zu befestigen. Sollte dieser senkrecht über den Rand verschwinden, muss er mit dem Schnabel ergriffen und ins Nest zurückgezogen werden. Sollte das nicht funktionieren, mache man einen sehr langen Hals. Ist der Stock abgestürzt, kümmere man sich um die Jungtiere und rufe den zweiten Storch, damit der Ast wieder ins Nest geschafft wird.

 

 

Nach (nicht) erledigter Arbeit gab es ein weiteres Frühstück. Das klappte problemlos und in ausreichender Menge. Nur wenige Minuten später kippten beide Küken um und schliefen den Schlaf der Gerechten. Zeit für eine ausgiebige Körperpflege.

 

 

Größenwahnsinnig oder desorientiert – was macht der Rotmilan da?

Nur wenige Minuten später musste sich Emma mit einem Rotmilan auseinandersetzen, der zielgerichtet auf die Störchin zuflog. Die beiden Küken haben anscheinend die richtige Größe, um als zweites Frühstück zu dienen. Aber diese Rechnung hatte der kleine Störenfried ohne den großen Vogel gemacht. Wenn es um die beiden Küken geht, kennt Emma nämlich kein Pardon. Das Tier zog noch eine Weile seine Kreise, aber da sich Emma demonstrativ auf die Küken setzte, war kein Rankommen möglich. Und die Störchin war wohl eine Nummer zu groß für den Raubvogel.

 

 

Schlange gefällig? Oder doch lieber Fisch?

Nicht nur größere Vögel zogen heute in großer Menge am Himmel entlang. Beim Blick über den Nestrand bekamen die beiden Küken viele kleinere Vögel zu sehen.

Anschließend gab es Futter und diesmal standen Heupferdchen, Würmer, Fischchen und auch eine Schlange auf dem Speiseplan. Das größere Küken schnappte sich die kleine Schlange und schnäbelte so lange an dem Riesenwurm herum, bis dieser komplett im Magen verschwunden war.

 


 

Jetzt sind sie im Nest unterwegs

Satt und zufrieden wanderten die Küken durch das Nest und bezogen Stellung am Rand. Das jüngere Küken ist gerade einmal drei Tage alt und robbte ebenso zum Rand des Nestes wie sein älteres Geschwisterchen.

Emma und Emil müssen jetzt aufpassen, denn die Küken wechseln ihren Platz im Schnellgang. Das bekam auch Emma zu spüren, die fast auf das jüngere Küken getreten wäre, weil sie gar nicht gemerkt hatte, dass ihr Nachwuchs auf Wanderschaft gegangen war.

 

 

Die Vorhänge wurden geliefert

Um halb zwei flog noch etwas Nistmaterial ein. Emil hatte für die Verschönerung des Nestes auch gleich eine Gardine mitgebracht. Allerdings fehlte dafür noch die entsprechende Fensterkonstruktion. Deshalb wehte der Wind die Gardine über die Küken und das Ei. Emil stutzte einen Moment, doch das ältere Küken streckte seinen Hals in die Höhe und Papa Storch war beruhigt.

Die Gardine wurde nach einer halben Stunde vom Nest geweht, wo sie zuvor am Nestrand festhing und als Signalfahne den Weg zum Storchennest signalisierte.

 

 

Abendstund’ hat Gold im Mund – auch an diesem Abend zeigte sich der Himmel von seiner farbenprächtigen Seite. Die Temperaturen fielen auf ein erträgliches Level und die Küken bekamen das letzte Abendbrot des Tages. Anschließend kam das Sandmännchen, denn beide Küken konnten sich nicht mehr in der Senkrechten halten.

 

 

Ein futterreicher Tag geht zu Ende. Eine gute Nacht für die Fohrder Störche und schöne Träume von vielen Würmern für die Küken.

 

 

 

23.06.2022 – Sie werden bald platzen!

23.06.2022 – Sie werden bald platzen!

Ein strahlend blauer Himmel und erneut Temperaturen über 30 Grad erwarteten am Donnerstag unsere Storchenfamilie. Deshalb hieß es, die Morgenstunden zu nutzen. Emil brachte einen Ast nach Hause und Emma war sofort verschwunden, als Emil von seiner Frühstücksrunde wieder im Nest auftauchte.

 


 

Die Küken waren auch schon munter und freuten sich auf einen Tag mit ganz viel Futter. Man kann zusehen, wie sie jeden Tag zulegen und sich verändern. Und das Betteln nach Futter klappt auch schon hervorragend. Aber sie müssen gar nicht betteln, denn Emma und Emil überschütten die Ministörche geradezu mit Futter. In der Menge haben wir das auch noch nicht erlebt. Aber die beiden sind ja auch ein tolles Elternpaar.

 



 

Ganz selten sind die beiden zusammen auf dem Nest zu sehen. Der Wechsel findet meist in “fliegender” Form statt.

Und es gab wieder viele Heupferdchen. Bei dieser Futtersorte müssen die Alttiere lange würgen, um sie ihrem Nachwuchs vor den Schnabel setzen zu können. Aber die Küken sitzen ganz ruhig und warten darauf, was wohl aus dem Schnabel fällt. Hungergefühle dürften die beiden eigentlich nicht kennen. Nur ein wenig Appetit auf den nächsten guten Happen.

 

 

Auszeit für die Eltern

Nach jeder Mahlzeit wird geschlafen, damit die Muskelmasse zunimmt und das Bäuchlein für noch mehr Futter wachsen kann. Das bedeutet auch für Emma und Emil eine kleine Ruhepause und die Möglichkeit, sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. Doch es ist wie bei den Menschen – kaum sind die kleinen Racker eingeschlafen, sind sie auch wieder munter. Wie gut, dass Mama Storch noch ein paar Häppchen Futter im Hals versteckt hat.

 


 

Wieder und wieder und wieder…

So viele Fütterungen haben wir noch nie gesehen. Von der Futtermenge könnten vier Küken groß werden. Oft sind die Küken satt und hören mit dem Fressen auf, während noch ausreichend Futter auf dem Nestboden liegt. Es gab auch schon Situationen, in denen das ältere Küken dem jüngeren Nachwuchs beim Fressen zusah, weil es bis oben abgefüllt war. Emma und Emil sortieren sogar Futterstücke um, damit Nummer 2 nicht zu kurz kommt.

 



 

Ab und an verirren sich doch noch fliegende Objekte über das Storchennest, die weniger wohlwollend betrachtet werden. Dann wird flügelschlagend darauf hingewiesen, dass der Sicherheitsabstand unterschritten wurde. Für die Küken muss es ziemlich furchteinflößend sein, wenn sich Mama und Papa zu ganzer Größe aufrichten, mit den Flügeln wedeln und ein Klapperkonzert anstimmen. An Schlafen ist dabei jedenfalls nicht zu denken.

 


 

Und noch ein Flugobjekt, das die Kurve nicht bekommen hatte. Allerdings hatte Emma den Vogel gar nicht wahrgenommen. Als dieser am Storchennest vorbeigeflogen war, stutzte sie.

“Irgendwas war doch da eben gewesen?”

Aber die Luft war rein und es gab keinen Grund zur Beunruhigung. Auch Storcheneltern müssen mal abschalten und können nicht alles mitbekommen.

 

 

Emil und Emma machen uns vor, was Fürsorge bedeutet. Emma schien auszuprobieren, ob sie mit ausgebreiteten Flügeln ebenfalls als Sonnenschutz funktionierte. Das Ergebnis war eher mittelmäßig. Da der Nachwuchs aber schlief, brach sie ihre Übung ab und verlegte sich auf ein ausgiebiges Putzen.

 

 

Einmal täglich baden, bitte

Am späten Nachmittag erschien ein weiteres Familienmitglied auf dem Bildschirm. Die Hausspinne wollte sich ebenfalls präsentieren und nahm den Platz mitten im Spinnennetz ein. Anschließend rückte der Bademeister an, um den Küken Schwimmunterricht zu erteilen. Beide Küken erhielten ein erfrischendes Bad und auch der Nestboden wurde ausreichend gekühlt.

Wenn die Alttiere die Schnäbel öffnen, läuft es wie aus einem Wasserhahn. Beide Küken werden pitschnass geduscht und haben anschließend nur eines – APPETIT!

 

 

 

Nach so vielen Würmern, Käfern und Heupferdchen lässt es sich wunderbar schlafen. Und wenn es morgen wieder sooooooooo viel zu futtern gibt – die beiden leben wirklich im Storchenschlaraffenland. Warten wir ab, ob Nummer drei auch noch dem Ei entsteigt. Emma und Emil waren auch heute immer wieder am Lauschen.

 

 

Eine gute Nacht für unsere Storchenfamilie. Und mögen trotz der Trockenheit morgen wieder viele  Futtertiere zu finden sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

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