Allzeit guten Wind unter den Flügeln wünschen wir den jungen Turmfalken in ihren neuen Gebieten.

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Interessantes zum Zugverhalten von Turmfalken

Es gibt es Stand-, Strich- und Zugvögel. Die Strichvögel unterscheiden sich von den Zugvögeln dadurch, dass sie vor allem im Winter ihr Brutgebiet verlassen, aber in unseren Breiten bleiben während die Zugvögel nach Süden fliegen.

 

Einen sehr informativen Bericht dazu fand ich hier::

„5 Überwinterungsgebiete Mit Hilfe der Vogelberingung konnte das Zugverhalten von Turmfalken weitgehend entschlüsselt werden. Aufgrund zahlreicher Ringfunde weiss man heute, dass Turmfalken sowohl Stand-, Strich- als auch ausgeprägte Zugvögel sein können. Ihr Zugverhalten ist im Wesentlichen von dem Nahrungsangebot geprägt, das ihnen in ihren jeweiligen Brutarealen zur Verfügung steht. Die Turmfalken, die in Skandinavien oder im Baltikum brüten, ziehen im Allgemeinen nach Südeuropa, um dort den Winter zu verbringen. In Jahren, in denen eine Wühlmaus-Gradation vorliegt und damit das Nahrungsangebot sehr reichlich ist, wurden aber im Südwesten Finnlands auch schon Turmfalken beobachtet, die dort ebenso überwinterten wie Raufuss- und Mäusebussarde. Untersuchungen haben ausserdem gezeigt, dass in Zentralschweden brütende Vögel bis Spanien und teilweise sogar bis Nordafrika ziehen. Südschwedische Vögel überwintern dagegen meist in Polen, Deutschland, Belgien und Nordfrankreich. Die Überwinterungsgebiete asiatischer Populationen reichen vom Kaspigebiet und dem südlichen Zentralasien bis in den Irak und den nördlichen Iran. Auch der nördliche Teil Vorderindiens zählt dazu. Auch für die asiatischen Populationen gilt, dass die Vögel Stand- und Strichvögel sind, wenn ihnen ihr Lebensraum auch während des Winters ausreichend Jagdbeute bietet.

6 Zugverhalten Turmfalken sind so genannte Breitfrontzieher, die keinen traditionellen Zugrouten folgen und überwiegend einzeln ziehen. So zogen über die Meerenge von Gibraltar unter 210.000 Greifvögeln im Jahre 1973 fast 121.000 Wespenbussarde, aber nur 1237 Turmfalken. In dieser Zahl zeigt sich zum einen, dass die in Mitteleuropa so häufigen Vögel nur zu einem kleinen Teil in Afrika überwintern, und zum anderen, dass sie in breiter Front das Mittelmeer überqueren. Während des Zuges fliegen Turmfalken relativ niedrig und halten sich meist in einer Flughöhe von 45 bis 100 Metern auf. Sie setzen ihren Zug auch bei schlechtem Wetter fort und sind anders als viele andere Greifvögel nicht auf gute Thermik angewiesen. Sie überqueren daher auch die Alpen, die von auf Thermik angewiesenen Greifvögeln wie dem Mäusebussard nur selten überquert werden. Bei ihrer Alpenüberquerung nutzen sie überwiegend Pässe, sie überfliegen aber auch Gipfel und Gletscher.“ https://www.spreitenbach.ch/fileadmin/00_website/Downloads/Turmfalke.pdf

Mara und Mailo kommen nur noch selten zum Kasten. Mailo lässt sich ab und zu früh am Morgen kurz blicken. Doch Mara sehen wir kaum noch.

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Einige schöne Beobachtungen konnten wir aber auf den Nestern noch machen.

 

Freuen wir uns auf eine hoffentlich erfolgreichere Brutsaison 2023.

 

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Obwohl es diesmal enttäuschenderweise keine Brutaufzucht hier zu sehen gab, hatten wir spannende Einblicke in das Leben der Turmfalken.

Wer wird den Kasten als Nächstes erobern?

Ob Bless wieder kommt?

Gewinnen Diva und Romeo den Platz zurück?

Schaffen Mara und Mailo es, den Kasten zu behalten?

Oder ziehen ganz neue Mieter ein?

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Zuschauen und seid auch in der kommenden Saison wieder dabei.

28.07.2022 Jungfalken besuchen Nest 2

28.07.2022 Jungfalken besuchen Nest 2

Mailo hat wohl noch nicht aufgegeben und lockt sein Weibchen. Bis zu viermal täglich taucht er auf und ruft. Mara lässt sich aber nur selten blicken.

Mailo wird von einer Elster verfolgt

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Junge Turmfalken besuchen Nest 2

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Elster und junger Turmfalke

 

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Außenreporter Peter bringt Interessantes von seinen Beobachtungen mit

Außenreporter Peter bringt Interessantes von seinen Beobachtungen mit

Auszüge von Peters Eintragungen im Gästebuch:

 

  1. Juli 2022 11:38

„Hallo Storchenfreunde!
Bin heute nach Fohrde gefahren, um die Turmfalken vor ihrem Ausflug zu besuchen. Statt 2 Jungvögel sind es jetzt 4, hatten sich bisher gut vor mir versteckt. Neststandort etwa in 25m Höhe. Ein Jungvogel kletterte schon an der Kirche herum und flog immer mal ein paar Meter.
Schönen Sonntag, Gruß Peter!“

  1. Juli 2022 11:11

„Grüßt Euch, Storchen – und Falkenfreunde!
Bin heute früh raus, um der Wärme zu entgehen( 6 Uhr ). Die Turmfalken fliegen fröhlich durch die Lüfte, kehren aber immer in ihr Nest oder in den Wipfeln der dort stehenden Eiche zurück. Romeo war nicht zu sehen.“

21.Juli 2022

„Weiter ging es nach Fohrde und da gab es eine Überraschung bei den Turmfalken. Auf der Kirchenspitze saß ein Terzel mit einem Ring am linken Fuß. Das kann nur Romeo sein und er hat auch gefüttert. Das heißt, Romeo ist der Vater der 4 Jungfalken. ( hatte er 2 Weibchen?), soll es in der Natur bei Falken geben. „

Peters Fotos:

 

Danke lieber Peter, für Deine tollen Fotos und spannende Berichte.

 

Ein Wiedersehen mit Romeo? Update ab 11.07.2022

Ein Wiedersehen mit Romeo? Update ab 11.07.2022

Mara und Mailo lassen sich fast täglich im Kasten sehen. Dabei kann man schön ihre fortschreitende Mauser beobachten. Leider bleiben sie nicht mehr lange.

Mailos Alarmruf

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Am 17.07. kam ein beringter Terzel mit seiner Vogelbeute zu Nest 1. Ob es Romeo war?

Er rupfte die Beute und flog dann damit wieder ab.

Vielleicht hat er Diva den Leckerbissen gebracht?

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Auch am 18.07. saß ein beringter Terzel auf Nest1. Für die Schwalben, die ihn umkreisten, hatte er keinen Blick. Da es in Fohrde sicher nicht viele Turmfalken mit Ring gibt, gehen wir auch hier von Romeo aus. Er wirkt sehr souverän.

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Peter hat uns im Gästebuch einige schöne Beobachtungen und Bilder der Turmfalken im

Kirchturm mitgebracht. Dort gibt es wohl 4 Junge.

Gästebuch

Danke lieber Peter für die tollen Neuigkeiten, deine Bilder und Beobachtungen.

 

Eine kurze Info

Eine kurze Info

Hallo, ihr Lieben,

ich wollte euch kurz Bescheid geben, dass ich im Moment mit der Berichterstattung im Tagebuch wieder pausieren muss.

Bei meinem Vater wurde Mitte Mai Krebs diagnostiziert. Zu seinem Geburtstag Anfang Juni ging es ihm noch verhältnismäßig gut. Zumindest klappte es noch mit dem Laufen und Sprechen. Drei Wochen später wendete sich das Blatt und innerhalb weniger Tage wurde er zum Pflegefall, der nicht mehr aus dem Bett kam und kommt.

Jetzt liegt er im Sterben und meine Familie und ich sind 24/7 vor Ort, um ihm zur Seite zu stehen. Wir hoffen, dass er innerhalb der nächsten Tage gehen kann, denn es ist sein Wunsch und alle Zeichen gehen in diese Richtung.

 

In der Zwischenzeit sammle ich weiter Fotos. Von Emma und Emil sowie den tschechischen und ungarischen Störchen. Ich hoffe, dass ich bald Zeit finde, um diese ins Tagebuch zu bringen. Den fünf Störchen in Ungarn und dem Findelkind geht es gut, da dort täglich zugefüttert wird.

Außerdem wurde eine Wanne mit Wasser neben dem Storchennest platziert, damit die Jungtiere, unabhängig von ihren Eltern, Wasser zum Trinken haben. Einer der jungen Störche ist davon ganz fasziniert und steht regelmäßig über der Tränke und starrt hinein. Als ob er fragen will, wann denn endlich die Fische im Wasser schwimmen würden.

Aber auch die erwachsenen Tiere haben den Wasserbottich bei der Hitze dankbar angenommen, indem sie mit beiden Füßen in das kühle Nass steigen. Und was die Alttiere können, schaffen die Jungvögel ebenfalls. Irgendwer steht immer in der Badewanne :).

Vom Schlüpfen der Küken in Ungarn hatte ich drei Videos aufgenommen. Ich hoffe, dass sie was geworden sind und ich stelle sie ein, sobald sich die Situation hier geändert hat und der neue Alltag bei uns eingekehrt ist. Es sind wirklich wunderschöne Bilder, da die Kamera während des Schlüpfen direkt auf die Eier und die Küken gerichtet war, die sich eins nach dem anderen aus den Eiern pellten.

Bis dahin liebe Grüße an alle Leser des Storchentagebuches, wir lesen uns in wenigen Tagen wieder.

Liebe Grüße,
Ev

 

Ab 22.06.2022 Mailo, Mara, Dohlen und ein neuer Besucher

Ab 22.06.2022 Mailo, Mara, Dohlen und ein neuer Besucher

Mailo kommt täglich, Mara sehen wir nicht jeden Tag.

 

Mailo blieb am 22.06. stundenlang auf dem Balkon. Mara kam nur zur Futterübergabe.

 

 

Dafür trauten sich die Dohlen wieder in den Kasten. Eine trug einen Ring.

 

Im Eulenkasten gab es einen Kampf zwischen Dohlen.

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23.06.2022

Mara vertrieb eine freche Dohle, die ihre Beute, eine Kirsche, im Turmfalkenkasten verzehren wollte und passte dann auf dem Balkon auf.

Im Eulenkasten suchen die Dohlen unter den Holzstücken wieder Insekten und

nehmen auch Holzstücke mit.

 

04.07.2022

Ein Terzel besucht uns im Kasten, schaut in die Cam und scharrt ein wenig.

Es ist vermutlich ein junger Terzel der seine erste Mauser noch nicht abgeschlossen hat.

Er sieht wunderschön aus mit dem zartblauen Kopfgefieder.

Er ist etwas schreckhaft und fliegt schnell ab.

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05.07.2022 Wieder kommen 2 Dohlen. Die beringte Dohle interessiert sich sehr für die Cam.

Am 08.07.2022 kam der Terzel nochmals kurz vorbei.

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29.06.2022 – Leb wohl, erstes Küken

29.06.2022 – Leb wohl, erstes Küken

Die Kükenzeit in Fohrde ist vorbei

Leider war nicht abzusehen, dass der gestrige Tag der letzte im Leben des zweiten Kükens sein sollte. Die Raubvögel fühlten sich schon seit einiger Zeit vom Storchennest angezogen und hatten den Nachwuchs im Visier. Bisher hatten Emma und Emil ihren Nachwuchs immer gut verteidigt. Was natürlich unmöglich ist, wenn beide Alttiere nicht im Nest sind.

 

 

Nach einem entspannten gestrigen Nachmittag ging es bei einem wunderschönen Sonnenuntergang in die Federn. Kurz nach fünf Uhr heute Morgen passierte allerdings die Katastrophe, dass der Rotmilan einen unbeaufsichtigten Moment nutzte und sich das Küken aus dem Nest holte.

 

 

Es ist völlig untypisch, ein Küken nach bereits einer Woche alleine im Nest zu lassen, da es sich nicht verteidigen kann. Tagsüber bestand die Notwendigkeit, Wasser holen zu müssen. Da ging es um jeweils zwei Minuten, die der Nachwuchs alleine auf dem Nest warten musste, bis das Alttier wieder einflog.

Warum die beiden das Küken heute morgen erneut alleine ließen, ist nicht nachzuvollziehen. Es war viel zu früh, als dass das instinktiv passieren konnte. Wir hatten solch eine Phase auch bei der Brut von Leni, die die Küken bereits über einen längeren Zeitraum alleine ließ, als diese gerade fünf Wochen alt waren. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Eltern das Nest für wenige Minuten und kehren anschließend zurück. Glücklicherweise saßen damals zwei Küken im Nest, die miteinander kuscheln konnten.

 

 

Nachdem nun beide Küken das Nest verlassen haben, gibt es noch das dritte Ei, aus dem allerdings nichts schlüpfen wird. Entweder war es unbefruchtet oder das Küken hat es nicht aus dem Ei geschafft – der Zeitpunkt des Schlüpfens ist schon lange überschritten. Heißt, Emil und Emma werden bei der Hitze erfolglos auf dem Ei ausharren und nichts unversucht lassen. Wie im letzten Jahr.

Es sollte wieder nicht sein

Trotz aller Enttäuschung und Trauer – wir durften für eine kurze Zeit das Leben der kleinen Störche hautnah begleiten. Wir haben auf die großen Störche gewartet, obwohl es kaum danach aussah, dass sich ein Pärchen für Fohrde findet. Wir haben die Daumen gedrückt, dass Emma Eier legt und das Nest wurde gefüllt. Wir haben mitgefiebert, dass Küken schlüpfen und diese pellten sich aus dem Ei.

 

 

Knapp zehn Tage haben wir das erstgeborene Küken in seinem Leben begleitet und uns über jeden Wurm, den es verspeist hat und jeden Fortschritt, den wir beobachten konnten, gefreut.

Jetzt ist es Zeit, Abschied zu nehmen.

Normalerweise geht die Saison zu Ende, wenn die Jungtiere flügge sind und nach Afrika fliegen. In diesem Jahr ist bereits heute Schluss. Auf unerwartete Weise.

 

Verabschieden wir uns vom Nachwuchs unserer Storchenfamilie und behalten wir all die Momente in lebhafter Erinnerung, in denen uns die vier ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Die Küken sind nicht mehr da, aber die Erinnerungen bleiben. Denken wir nur daran, wie viele Menschen glücklich waren, als sie nach der Winterpause das erste Schnabelklappern am frühen Morgen über den Bildschirm hören konnten.

 

 

Ein Kommen und Gehen

Wenn der Storch aus Afrika zurückkehrt, ist das ein Zeichen für neues Leben. Für Aufbruch, Wachstum und das Ende der Dunkelheit. Dinge verändern sich, Neues kommt und Altes geht. Willkommen und Abschied liegen dicht beieinander.

Die Erlebnisse mit unseren Küken bleiben uns. Wie sie das erste Mal über den Rand der Nestmulde schauten. Wie ihre Köpfchen wackelten und alle Zuschauer in Begeisterung versetzten. Wie sie tonnenweise Würmer vertilgten, die ihnen die Eltern im Stundentakt vorsetzten. Bis zu dem Moment, als sie uns verließen.

Das Leben geht weiter. Es hält nicht an, um die Geschehnisse zu verändern. Wir sind gezwungen, uns mit den Situationen auseinanderzusetzen und unsere Gefühle zuzulassen, damit die Wunde heilt. Zum Leben gehört beides – Glück und Trauer. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit für die Dinge zu nehmen, die uns begegnen und berühren.

Einen lieben Kuss für Emil und Emma, die das dritte Ei schnell aufgeben sollten, um noch zwei entspannte Monate zu haben. Hier wäre es hilfreich, das Ei aus dem Nest zu entfernen, damit sich die beiden jetzt um sich selbst kümmern können.

Die beiden Küken tragen wir in unseren Herzen. Auch wenn sie zu früh gegangen sind, sie waren Teil unserer Storchenfamilie und werden das für immer sein. Danke, dass wir euch kennenlernen durften und habt eine gute Reise. Was bleibt, sind Emma und Emil.

 

…. und Ben

 

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25.06.2022 – Abschied vom kleinen Küken

25.06.2022 – Abschied vom kleinen Küken

Das kleine Küken lebt nicht mehr. Es wurde heute Vormittag von Emma gefressen. Dieses Vorgehen war nicht vorhersehbar, nichts deutete darauf hin. Noch gestern lagen beide Küken zufrieden in der Sonne und sahen über den Rand des Nestes in die Ferne. Von einer Erkrankung war nichts zu bemerken. Heute Vormittag sah es hingegen anders aus und Emma entschied sich für die radikale Tour.

 

 

Möglicherweise wollte sie das andere Küken schützen und das anscheinend kranke Tier sofort vom gesunden Küken trennen, damit es sich nicht ansteckt. Natürlich wirkt dieses Vorgehen auf uns wie ein Schock. Trotzdem rechtfertigt es meines Erachtens keine Kommentare von “Fohrder Killerstörchen”, wie in den Kommentaren angeführt wurde.

Leni hatte zwei der vier Küken aus dem Nest geworfen, weil es aller Wahrscheinlichkeit nach ihre erste Brut war. Im Jahr darauf schlüpften unter Lillys Aufsicht nur zwei Jungtiere aus den Eiern. Eines kam verletzt auf die Welt und wurde von den Eltern bis zum Tod aufopferungsvoll gepflegt. Dass Lilly das Küken dann ebenfalls fraß (es war zu diesem Zeitpunkt bereits tot), lässt sich als natürliches Vorgehen definieren. Im Jahr darauf gab es keine Küken.

Auch in anderen Nestern wurden Küken rausgeworfen, wenn die Störche die Anzahl der Jungtiere instinktiv begrenzen wollten. Hierbei von Killerstörchen zu sprechen ist einfach fehl am Platz.

 

 

Menschliche Logik und das Wirken der Natur

Für uns als Mensch gab es keinen ersichtlichen Grund für den heutigen Vorfall. Das Futterangebot ist riesig und für zwei Storchenkinder absolut ausreichend. Also gab es einen anderen Grund, den ausschließlich Emma kennt. Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass der Mensch in manchen Situationen keine Kontrolle hat. Ohne Livekamera hätte niemand etwas davon mitbekommen. Daher geht es nicht darum, die Störche zu verurteilen und sie als Killerstörche zu bezeichnen. Es geht vielmehr darum, die Verletzlichkeit des Lebens und den Verlust der Formen zu akzeptieren. Verlust tut immer weh und je jünger das Lebewesen, desto schmerzhafter ist die Situation.

 

 

Wünschen wir dem Küken einen friedvollen Übergang in eine andere Welt. Schließen wir es in liebevolle Gedanken ein und trösten wir uns mit dem Gedanken, dass wir nicht alles verstehen müssen und dass es trotzdem aus irgendeinem Grund richtig und notwendig war.

 

 

PS:

Der nächste Tagebucheintrag erscheint dann am Sonntag Abend. Für den heutigen Samstag würde ich gerne auf den Artikel verzichten.

 

 

21.06.2022 Dohlen im Eulenkasten

21.06.2022  Dohlen im Eulenkasten

Von Mara und Mailo ist zur Zeit leider wenig zu sehen. Unsere Turmfalken genießen wohl den Sommer.

Dafür konnten wir heute endlich wieder Besuch im neuen Eulenkasten beobachten.

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Mehrere Dohlen inspizierten den Nistkasten, die Einstreu und die Kamera. Ein Pärchen sortierte sogar große Holzstücke am Rand aufeinander und scharrte. Da wurde geschnäbelt und in den Nacken gezwickt. Interessante Laute ließen die Vögel hören.

Andere kamen und klauten die großen, schön sortierten Stücke.

Eine beringte Dohle kam ebenso kurz herein und wir lesen HEAJ auf dem gelben Ring.

 

19.06.2022 – Das erste Küken ist geschlüpft!

19.06.2022 – Das erste Küken ist geschlüpft!

Gut Ding will Weile haben, aber nun hat es dennoch geklappt. Über Nacht hatte sich das erste Küken von seinem „Eiermützchen“ befreit. Um 8:44 Uhr konnte man den Teil vom Ei im Nest wackeln sehen, in dem der untere Teil des Kükens noch feststeckte. 8:44:20 Uhr gab es einen Ruck und Küken Nummer eins hatte sich aus seiner Eierschale befreit.

 

 

Herzlichen Glückwunsch an Emil und Emma, sie sich über den Nachwuchs freuen, nach dem es Anfang der Saison gar nicht aussah. Während die Jungtiere in anderen Storchennestern bereits halb so groß wie die Alttiere sind, dürfen wir jetzt mit Spannung abwarten, was sich noch tun wird.

Das erste Küken sieht gesund und kräftig aus. Es konnte sofort den Kopf heben und anschließend war zu sehen, wie es im Liegen herumzappelte.

Papa Emil hielt Ausschau nach Emma, um ihr stolz zu präsentieren, was sich aus der Eierschale befreit hatte. Diese schien jedoch noch auf Frühstückstour unterwegs zu sein. Wahrscheinlich war sie dabei, die erste Baby Mahlzeit einzusammeln und vorzuverdauen. Nach einigen Minuten Sonne und Wind war es genug mit den ersten Eindrücken der großen Welt. Das Küken wurde unter dem Bauch gut verpackt und durfte sich von den Strapazen erholen. Das zweite Ei müsste auch schon von innen angeknabbert sein. Zumindest sah es beim Anheben so aus.

Sollte dem so sein, könnte bereits heute noch ein zweites Küken schlüpfen. Im ungarischen Nest im Marderpark hatten sich auch innerhalb von 48 Stunden drei Küken aus dem Ei gepellt. Es bleibt also spannend, obwohl wir uns jetzt über das erste Küken freuen.

 

Wann gibt es erstmals Futter?

Hier vertrauen die Storcheneltern auf ihren Instinkt. In den meisten Fällen dauert es einige Stunden, bis die Küken das erste Futter vorgesetzt bekommen. Kurz nach dem Schlüpfen können sie den Hals und den Schnabel noch nicht koordinieren, daher kann es auch den ganzen Tag dauern, bis die Storcheneltern die ersten Häppchen ausspucken. Allerdings hatte das Fohrder Küken Glück, denn als Emma um 10:06 Uhr einflog, gab es sofort die erste Mahlzeit.

Beobachten wir also in Ruhe weiter, was im Storchennest passiert.

Herzlichen Glückwunsch an das erste kleine Küken 😃

 


 

 

 

 

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